DEG ern­tet den Lohn für har­te Ar­beit

Of­fen­siv­zu­gang Chad Neh­ring ist mit sei­nem enor­men Ein­satz­wil­len ein Bei­spiel für die be­son­de­re Qua­li­tät des Teams.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF­ER SPORT - VON BERND JOLITZ

Chad Neh­ring grinst von ei­nem Ohr zum an­de­ren. Nun ist das zwar nicht eben sel­ten beim Au­ßen­stür­mer der DEG, der – vor­sich­tig ge­sagt – nicht ge­ra­de ein ver­schlos­se­ner Mensch ist. Oder, wie es Mit­spie­ler und Freund Lu­ke Adam aus­drückt: „Chad re­det ei­gent­lich im­mer. Oh­ne Un­ter­bre­chung. Über­all. Dau­ernd.“Aber im Mo­ment ist Neh­ring noch fröh­li­cher als sonst. Kein Wun­der: Die DEG hat ih­ren schwa­chen Sai­son­start mit zwei Nie­der­la­gen in der Deut­schen Eis­ho­ckey Li­ga ab­ge­schüt­telt und ei­ne Traumse­rie von sie­ben Sie­gen in Fol­ge hin­ge­legt.

Dass sie da­bei sechs­mal mit ei­nem Tref­fer Dif­fe­renz die Ober­hand be­hielt, ein­mal in die Ver­län­ge­rung und drei­mal so­gar ins Pen­al­ty­schie­ßen ging, stört den Ka­na­di­er nicht im Ge­rings­ten. „Man soll­te sich nie über ei­nen Sieg be­schwe­ren“, sagt Neh­ring. „In die­ser star­ken Li­ga ist je­der Sieg ein gu­ter, ein wich­ti­ger Sieg.“Es spie­le kei­ne Rol­le, wie man die Spie­le ge­win­ne: „Wenn man die gan­ze Sai­son über stän­dig zwei Punk­te ein­fährt, wird man am En­de un­ter den ers­ten vier ste­hen.“

Wich­tig sei vor al­lem das Ge­fühl, mit dem man aus ei­nem Spiel her­aus­ge­he. „Wenn du in der Ver­län­ge­rung oder in den Pen­al­tys das ent­schei­den­de Tor machst, dann bist du gut drauf, weil du ge­won­nen hast. Und wenn du ver­lierst, ist das kein gu­tes Ge­fühl – da ist es egal, ob es nun um zwei oder drei Punk­te ging“, er­klärt Neh­ring. „Al­so ist un­ser Selbst­ver­trau­en jetzt groß, wir ha­ben hart ge­ar­bei­tet und da­mit sie­ben Sie­ge in Fol­ge ge­holt.“

Har­te Ar­beit ist zwei­fel­los der Schlüs­sel zur ak­tu­el­len Er­folgs­wel­le, und sie wird es auch im nächs­ten Heim­spiel am Don­ners­tag (19.30 Uhr, ISS Do­me) ge­gen den ERC In­gol­stadt sein. Neh­ring, der im Som­mer vom Li­ga­ri­va­len Fisch­town Pin­gu­ins an den Rhein wech­sel­te, ist ein gu­tes Bei­spiel da­für. Der 32-Jäh­ri­ge gibt nie­mals auf, wirft sich in je­den Zwei­kampf und klemmt, wie beim her­aus­ra­gen­den 5:4-Er­folg über Meis­ter Ad­ler Mann­heim in der ver­gan­ge­nen Wo­che, in Un­ter­zahl schon mal den Puck 20 Se­kun­den lang an der Ban­de ein, ob­wohl vier Geg­ner auf ihn ein­dre­schen.

Die ei­ge­ne Rol­le ist Neh­ring trotz sei­ner schon drei Tref­fer und vier As­sists da­bei gar nicht so wich­tig. „Ich füh­le mich groß­ar­tig hier, in der Stadt und in der Mann­schaft“, ver­si­chert er. „Und wir ha­ben Er­folg, weil wir nicht nur sport­lich ei­ne star­ke Grup­pe sind bei der DEG. Das fängt im­mer beim Ka­pi­tän an – und Alex Bar­ta ist ein fan­tas­ti­scher An­füh­rer, auf und ne­ben dem Eis ei­ne tol­le Per­sön­lich­keit. Mit so ei­ner Grup­pe en­det es nor­ma­ler­wei­se in ei­ner ganz be­son­de­ren Sai­son, und bis jetzt war es gut.“

Das gel­te auch für sei­ne Sturm­rei­he, be­tont der Sohn deut­scher Vor­fah­ren: „Es klappt gut, weil wir al­le har­te Ar­bei­ter sind. Lu­ke Adam ken­ne ich schon sehr lan­ge, und Ken­ny Olimb passt wun­der­bar zu uns, weil er wie ich im­mer zum Tor geht, im­mer den Tref­fer ma­chen will. Und wir sind auch al­le drei cle­ve­re Spie­ler, die wis­sen, wo­hin der an­de­re läuft. Bis jetzt ha­ben wir aber nicht ein­mal den An­fang da­von ge­se­hen, was wir als Rei­he er­rei­chen kön­nen.“Aus Neh­rings Mund klingt das fast wie ei­ne Dro­hung.

FO­TO: BIR­GIT HÄF­NER

Chad Neh­ring be­ju­belt sei­nen ent­schei­den­den Tref­fer im Pen­al­ty­schie­ßen ge­gen die Kre­feld Pin­gui­ne am ver­gan­ge­nen Frei­tag. Der Ka­na­di­er ge­hört schon nach we­ni­gen Ein­sät­zen zu den Füh­rungs­spie­lern und kämp­fe­ri­schen Vor­bil­dern bei der DEG.

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