Stadt­wald kann Schä­den noch selbst kom­pen­sie­ren

Die Hit­ze­som­mer hin­ter­lie­ßen Spu­ren: Gut 5400 Bäu­me sind in­ner­halb ei­nes Jah­res Dür­re­schä­den zum Op­fer ge­fal­len.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF -

(gaa) Der Zu­stand des Stadt­wal­des ist ernst. „Noch drei hei­ße Jah­re in Fol­ge kann er nicht ver­tra­gen“, sag­te Paul Schmitz, Lei­ter der For­st­ab­tei­lung im Gar­ten­amt, im Aus­schuss für öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen am Mon­tag. Doch trotz der Tro­cken­heit in den ver­gan­ge­nen zwei Som­mern mach­te Schmitz we­gen ei­ner Na­tur­ver­jün­gung auch Hoff­nung: „Wir ver­lie­ren zwar Bäu­me, doch an­de­re neh­men den frei­ge­wor­de­nen Platz da­für ein.“

Die Nie­der­schlags­de­fi­zi­te 2018 und 2019 führ­ten da­zu, dass der Ober­bo­den des Stadt­wal­des bis zu ei­ner Tie­fe von 25 Zen­ti­me­tern mit dem Zu­stand „un­ge­wöhn­lich tro­cken bis schwe­re Dün­ne“ge­kenn­zeich­net wur­de. „Ex­tre­me bis au­ßer­ge­wöhn­li­che Dür­re“heißt es für den Ge­samt­bo­den bis zu 180 Zen­ti­me­ter Tie­fe. Die Fol­gen der Bo­den­tro­cken­heit für die Bäu­me sind Was­ser­man­gel, ei­ne feh­len­de Wi­der­stands­kraft und ei­ne da­mit ver­bun­de­ne An­fäl­lig­keit für Schäd­lin­ge und ei­ne her­ab­ge­setz­te Vi­tal­funk­ti­on. Im ge­sam­ten Stadt­wald zähl­te das Gar­ten­amt bin­nen ei­nes Jah­res gut 5400 so­ge­nann­ter „To­tal­aus­fäl­le“durch Dür­re­schä­den. Dies sind ab­ge­stor­be­ne oder aus Ver­kehrs­si­cher­heits­grün­den ge­fäll­te Bäu­me, das größ­te Sor­gen­kind dar­un­ter ist der Berg­ahorn. Trotz­dem sah Schmitz noch nicht gänz­lich schwarz: „We­gen sei­ner brei­ten Baum­ar­ten­pa­let­te ist der Stadt­wald in der La­ge, die Schä­den noch selbst zu kom­pen­sie­ren.“Kei­ne Hoff­nung mach­te er aber der im Rhein­land oh­ne­hin nicht be­hei­ma­te­ten Fich­te, die sich ge­schwächt ge­gen den Bor­ken­kä­fer als Schäd­ling, der sich über­di­men­sio­nal ver­mehrt hat, nicht weh­ren kann.

Die Bei­ge­ord­ne­te Hel­ga Stul­gies teil­te au­ßer­dem mit, dass für das Stadt­baum­kon­zept mit 160 Pflan­zun­gen im Jahr durch Stand­ort­op­ti­mie­run­gen in den Haus­halts­jah­ren 2020 bis 2023 zu­sätz­li­che Kos­ten in Hö­he von jähr­lich 500.000 Eu­ro ent­ste­hen. Geld, das dem Amt aber nicht zur Ver­fü­gung steht.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.