Ka­len­der­blatt

8. Ok­to­ber 1965 Zwei deut­sche Mann­schaf­ten für Olym­pia

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - UNTERHALTU­NG -

Mit der Tei­lung Deutsch­lands und der dop­pel­ten Staats­grün­dung nach dem En­de des Zwei­ten Welt­kriegs hat­ten auch die deut­schen Sport­ler ein Pro­blem: Das In­ter­na­tio­na­le Olym­pi­sche Ko­mi­tee (IOC) ak­zep­tier­te zu­nächst kei­ne zwei Na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees (NOK) aus Deutsch­land. Das Nach­se­hen hat­ten die Sport­ler aus der DDR. 1951 hat­te man im Ro­ten Rat­haus in Ber­lin das NOK der DDR ge­grün­det, zwei Jah­re spä­ter als das NOK Deutsch­land, das die Sport­ler aus der Bun­des­re­pu­blik ver­tre­ten soll­te. Das IOC for­der­te nun – ganz im Sin­ne des Al­lein­ver­tre­tungs­an­spru­ches, den auch Bun­des­kanz­ler Ade­nau­er ver­trat – dass Sport­ler aus der DDR vom NOK der BRD ver­tre­ten wer­den soll­ten. Da die Füh­rung der DDR dies nicht un­ter­stütz­te, nah­men an den Olym­pi­schen Spie­len 1952 in Helsinki kei­ne Ddr-ath­le­ten teil. Für die fol­gen­den Spie­le in Mel­bourne, Rom und To­kio fand man ei­ne an­de­re Lö­sung: Bei­de deut­schen Staa­ten durf­ten ei­ne ge­mein­sa­me Mann­schaft ent­sen­den. 1965 gab das IOC den For­de­run­gen aus dem ost­deut­schen Staat nach. Bei der Sit­zung am 8. Ok­to­ber 1965 wur­de das NOK der DDR an­er­kannt. Es war nun be­rech­tigt, ei­ne ei­ge­ne Mann­schaft zu den olym­pi­schen Spie­len zu ent­sen­den. 1968 nah­men des­halb in Me­xi­ko-stadt zwei deut­sche Mann­schaf­ten teil. Dies blieb so bis zur Wie­der­ver­ei­ni­gung 1990.

Erst 1992 gab es in Bar­ce­lo­na zum ers­ten Mal wie­der ei­ne ge­samt­deut­sche Mann­schaft.

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