Pro­zess um ge­fälsch­tes Tes­ta­ment

Zwei Män­ner wur­den vom Vor­wurf ei­ner Tes­ta­ments­fäl­schung frei­ge­spro­chen.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF -

(wuk) Trä­nen der Er­leich­te­rung konn­te der Sohn (59) ei­ner 2014 ver­stor­be­nen Rent­ne­rin beim Amts­ge­richt nicht zu­rück­hal­ten, als er vom Vor­wurf der Tes­ta­ment­fäl­schung frei­ge­spro­chen wur­de.

Mit dem 74-jäh­ri­gen Ex-freund sei­ner Mut­ter soll er ver­sucht ha­ben, sich durch Schwin­del zum Al­lein­er­ben der Se­nio­rin, da­mit ei­nes Bank­kon­tos mit 47.000 Eu­ro und ei­nes Hau­ses im Düs­sel­dor­fer Sü­den, zu ma­chen. Da­zu, so der Vor­wurf, hät­ten bei­de ein Tes­ta­ment der Se­nio­rin ge­fälscht und ih­ren an­fangs als Er­ben ein­ge­setz­ten Pfle­ger um den Nach­lass ge­bracht. Da die Rent­ne­rin die­sen letz­ten Wil­len aber nicht no­ta­ri­ell be­glau­bi­gen ließ, ge­rie­ten Sohn und Ex-freund un­ter Ver­dacht. An­hand ei­nes Schrift­gut­ach­tens ent­schied der Amts­rich­ter für den Sohn und des­sen Mit­an­ge­klag­ten. Da­mit bleibt das Ver­mö­gen der al­ten Da­me in Fa­mi­li­en­hand. Der Ex­per­te hat­te das um­strit­te­ne Tes­ta­ment der Se­nio­rin vom Hei­lig­abend 2013 mit an­de­ren Do­ku­men­ten der al­ten Da­me ver­g­li­chen. Er­geb­nis: Die Rent­ne­rin sei als Ur­he­be­rin des spä­te­ren Tes­ta­ments „we­der nach­zu­wei­sen noch aus­zu­schlie­ßen“. Hät­te sie ih­ren letz­ten Wil­len bei ei­nem No­ta­ri­at be­glau­bi­gen las­sen, wä­re der Kud­del­mud­del nicht ent­stan­den. So aber be­rief sich ihr Pfle­ger nach ih­rem Tod auf ei­ne Ver­fü­gung der Rent­ne­rin von 2012, wo­nach er al­les er­ben soll­te. Erst ein Jahr spä­ter ga­ben ihr Sohn und ihr Ex-freund an, sie hät­ten den Pfle­ger beim Ent­sor­gen von Do­ku­men­ten be­ob­ach­tet – und da­bei die Tes­ta­ment-fas­sung von 2013 zu Guns­ten des Soh­nes ent­deckt. Da­für sprach laut Ur­teil, dass die al­te Da­me zu­vor vier Tes­ta­men­te zu Pa­pier ge­bracht hat­te. Zu­dem leg­ten fal­sche Kom­ma­set­zung und spe­zi­el­le For­mu­lie­run­gen laut Ur­teil na­he, dass sie das Schrift­stück an Hei­lig­abend 2013 wirk­lich selbst ver­fasst ha­be. Auch der Staats­an­walt for­der­te da­her Frei­spruch für bei­de An­ge­klag­te.

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