EISHOCKEY

Bei Eishockey-klub Kre­feld Pin­gui­ne tobt ein Kampf um fi­nan­zi­el­le Zu­sa­gen. Im Fo­kus: Ge­sell­schaf­ter Mik­hail Po­no­ma­rev. Der ist auch Prä­si­dent beim KFC Uer­din­gen.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - SPORT - VON OLIVER SCHAULANDT UND H.-G. SCHOOFS

Bei den Kre­feld Pin­gui­nen tobt ei­ne Schlamm­schlacht. Im Fo­kus: Ge­sell­schaf­ter und KFC-BOSS Mik­hail Po­no­ma­rev.

KRE­FELD In Kre­feld tobt hin­ter den Ku­lis­sen des Eishockey-ver­eins Kre­feld Pin­gui­ne ei­ne er­bit­ter­te Schlamm­schlacht, die dar­in gip­feln könn­te, dass der tra­di­ti­ons­rei­che Ver­ein in die In­sol­venz ge­hen muss. Im Mit­tel­punkt des Ge­sche­hens steht der aus Russ­land stam­men­de Ge­schäfts­mann Mik­hail Po­no­ma­rev. Der ist ei­gent­lich Vor­sit­zen­der des Fuß­ball-dritt­li­gis­ten KFC Uer­din­gen und möch­te den Ver­ein am bes­ten schon ges­tern mit viel Geld und klang­vol­len Na­men (am heu­ti­gen Don­ners­tag wird Ste­fan Ef­fen­berg als Ma­na­ger Sport vor­ge­stellt) in die Zwei­te Fuß­ball-bun­des­li­ga hoch­brin­gen. Gleich­zei­tig ist er ei­ner der bei­den Haupt­ge­sell­schaf­ter der Kre­feld Pin­gui­ne Eishockey Gmbh, mit 46 Pro­zent der An­tei­le. Der zwei­te Haupt­an­teils­eig­ner, Wolf­gang Schulz, hält be­reits über Jah­re hin­weg 48 Pro­zent der An­tei­le und hat­te Po­no­ma­rev im ver­gan­ge­nen Jahr mit ins Boot ge­holt – in der Hoff­nung, end­lich ei­nen zwei­ten Geld­ge­ber ge­fun­den zu ha­ben, der ihn selbst ent­las­ten könn­te.

Doch ob es da­zu noch kom­men wird, ist mehr als frag­lich. Die Kluft zwi­schen Ver­ein und In­ves­tor scheint schon Can­yon-gro­ße Di­men­sio­nen an­ge­nom­men zu ha­ben ähn­lich wie bei sei­nem Ab­gang bei der Düs­sel­dor­fer EG im Jahr 2016. Vor gut zwei Wo­chen ging Pin­gui­ne-ge­schäfts­füh­rung Mat­thi­as Roos über­ra­schend an die Öf­fent­lich­keit und pran­ger­te an, dass Po­no­ma­rev be­reits seit Mo­na­ten zu­ge­sag­te Zah­lun­gen nicht ge­leis­tet ha­be – in Hö­he von mehr als ei­ner Mil­li­on Eu­ro, die sich aus Zu­sa­gen für die ver­gan­ge­ne und die ak­tu­el­le Sai­son zu­sam­men­set­zen: 470.000 Eu­ro sind aus der ver­gan­ge­nen, 500.000 aus der lau­fen­den so­wie 50.000 für die Ober­li­ga-mann­schaft den Pin­gui­ne-stamm­ver­ein KEV 81. Roos be­grün­de­te die­ses Vor­ge­hen da­durch, dass er recht­zei­tig auf ei­ne dro­hen­de In­sol­venz ha­be hin­wei­sen wol­len, um sich nicht in Ge­fahr der In­sol­venz­ver­schlep­pung zu brin­gen.

Da­ge­gen wehr­te sich Po­no­ma­rev nun ge­gen­über dem „West­deut­schen Rund­funk“. Dem WDR sag­te Po­no­ma­rev, der Ver­ein ha­be ihm „fort­lau­fend fal­sche In­for­ma­tio­nen über die tat­säch­li­che Fi­nanz­la­ge wei­ter­ge­ge­ben“. So sei der Ver­lust der ver­gan­ge­nen Sai­son, den die Pin­gui­ne bei der Deut­schen Eishockey-li­ga of­fi­zi­ell zur Li­zen­zie­rung ein­ge­reicht ha­ben, tat­säch­lich acht­bis zehn­mal hö­her ge­we­sen.

Dem wie­der­um wi­der­spre­chen die Pin­gui­ne: Po­no­ma­rev sei von Be­ginn an kor­rekt über die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on in­for­miert ge­we­sen. „Zu be­haup­ten, dass der Ver­lust dop­pelt so hoch sei, wie ihm ge­gen­über in­tern pro­gnos­ti­ziert, ist schlicht­weg ge­lo­gen“, er­klär­te Ge­schäfts­füh­rer Roos. Wäh­rend der Sai­son hät­ten die Pin­gui­ne drei Spie­ler neu ver­pflich­tet, de­ren Kos­ten nicht im ur­sprüng­li­chen Bud­get ge­we­sen sei­en. „Bei­de Haupt­ge­sell­schaf­ter woll­ten die Ver­pflich­tun­gen

den­noch tä­ti­gen und er­klär­ten sich be­reit, im Ver­hält­nis 50:50 zu­sätz­li­ches Geld zur Ver­fü­gung zu stel­len. Un­ter an­de­rem wur­de dies ge­gen­über der DEL auch durch ei­ne Fi­nan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung, die so­wohl von Herrn Po­no­ma­rev als auch Herrn Schulz un­ter­zeich­net wor­den ist, in Hö­he von 200.000 Eu­ro do­ku­men­tiert“, sag­te Roos. Die Li­zen­zie­rung für die Vor­sai­son wur­de laut Roos vor­ge­nom­men, be­vor es ei­ne Ei­ni­gung mit Po­no­ma­rev gab: „Ent­spre­chend lie­gen ihm die­se Un­ter­la­gen auch nicht vor, wes­halb sei­ne Be­haup­tung da­hin­ge­hend jeg­li­cher Grund­la­ge ent­behrt. An der Li­zen­zie­rung für die lau­fen­de Sai­son hat Herr Po­no­ma­rev kein In­ter­es­se ge­zeigt, wes­halb er die­se Un­ter­la­gen eben­falls nicht kennt. Das letz­te Ge­spräch zwi­schen ihm und mir hat An­fang Mai statt­ge­fun­den. Die Teil­nah­me am Spiel­be­trieb der DEL konn­te le­dig­lich­durch die Bürg­schaft von Herrn Schulz ge­si­chert wer­den. In die­ser Pha­se war Herr Po­no­ma­rev nicht ge­sprächs­be­reit.“

Die Pin­gui­ne wol­len nun ge­richt­lich klä­ren las­sen, dass Po­no­ma­rev dem Club Geld schul­det. „Die Be­weis­la­ge soll­te aus­rei­chend sein, wes­halb ei­ne Klage bes­te Aus­sicht auf Er­folg ha­ben dürf­te“, sag­te Roos.

FO­TO: IM­A­GO

Mik­hail Po­no­ma­rev stieg vor gut ei­nem Jahr als Mit­ge­sell­schaf­ter bei den Pin­gui­nen ein. Jetzt wirft dem Club dem Prä­si­den­ten des KFC Uer­din­gen vor, ver­spro­che­ne Zah­lun­gen nicht ge­leis­tet zu ha­ben. Da­durch droht die In­sol­venz.

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