RECHT & AR­BEIT

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - BERUF&KARRIERE -

(bü) Kün­di­gung Das Kün­di­gungs­schutz­ge­setz re­gelt un­ter an­de­rem, dass ein Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet ist, es der Agen­tur für Ar­beit zu mel­den, „be­vor“er ei­ne so ge­nann­te Mas­sen­ent­las­sung durch­führt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-bran­den­burg ließ es ei­nem Ar­beit­ge­ber durch­ge­hen, dass er ei­ne Viel­zahl von Kün­di­gungs­schrei­ben un­ter­zeich­net, erst an­schlie­ßend bei der Agen­tur für Ar­beit an­zeigt und dann schließ­lich ver­schickt. Die Vor­schrift im Ge­setz sol­le nicht da­zu die­nen, „auf den Kün­di­gungs­ent­schluss des Ar­beit­ge­bers ein­zu­wir­ken. Der darf end­gül­tig ent­schlos­sen sein, die Kün­di­gun­gen aus­zu­spre­chen, be­vor er sie bei der Ar­beits­agen­tur an­zeigt.

(LAG Ber­lin-bran­den­burg, 21 Sa 1534/18 u. a.)

Dop­pel­te Haus­halts­füh­rung Das Fi­nanz­ge­richt Müns­ter hat es ei­nem Ar­beit­neh­mer zu­ge­stan­den, Miet­kos­ten auch nach dem En­de sei­ner durch den Be­ruf nö­tig ge­wor­de­nen dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung vom steu­er­pflich­ti­gen Ein­kom­men ab­zie­hen zu dür­fen. Die Kos­ten kön­nen als vor­weg­ge­nom­me­ne Wer­bungs­kos­ten für die Dau­er ei­ner neu­en Ar­beits­platz­su­che gel­tend ge­macht wer­den. Hier ar­bei­te­te der Mann in Ber­lin und hat­te sei­nen Le­bens­mit­tel­punkt in NRW. Nach der Kün­di­gung durch den Ar­beit­ge­ber be­hielt der Mann sei­ne Woh­nung in der Bun­des­haupt­stadt und be­warb sich auf ei­ne Viel­zahl von Ar­beits­plät­zen im ge­sam­ten Bun­des­ge­biet, von de­nen drei in Ber­lin und Um­ge­bung la­gen. Nach der Zu­sa­ge ei­ner Stel­le in Hes­sen gab er die Woh­nung in Ber­lin auf. (FG Müns­ter, 7 K 57/18 E)

Steu­er­recht Ist ein Bau­ma­schi­nist an mehr als 200 Ta­gen im Jahr auf stän­dig wech­seln­den Ein­satz­stel­len tä­tig und ge­langt er zu den je­wei­li­gen Bau­stel­len mit Sam­mel­fahr­zeu­gen des Ar­beit­ge­bers, die vom Be­triebs­sitz los­fah­ren und wie­der dort­hin zu­rück­keh­ren, so kann der Ar­beit­neh­mer nicht die Rei­se­kos­ten mit 30 Cent pro ge­fah­re­nem Ki­lo­me­ter gel­tend ma­chen. Das Thü­rin­ger Fi­nanz­ge­richt „ge­stat­te­te“ihm le­dig­lich die Ent­fer­nungs­pau­scha­le. Das Ge­richt ging da­von aus, dass „ty­pi­scher­wei­se ar­beits­täg­lich“auch für sol­che Fäl­le gel­te, in de­nen der Ar­beit­neh­mer ge­ra­de nicht „ar­beits­täg­lich von sei­nem Wohn­ort aus den Sam­mel­punkt auf­sucht“. Ent­schei­dend sei, dass er, wenn er vom Wohn­ort ge­star­tet ist, dann stets den Sam­mel­punkt auf­such­te – auch vor lan­gen Ab­we­sen­hei­ten (hier im Re­gel­fall von Mon­tag bis Frei­tag). ( Thü­rin­ger FG, 1 K 498/17)

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