La­schets un­nö­ti­ges Ei­gen­tor

Rheinische Post Emmerich-Rees - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Erst war es nur ei­ne pein­li­che Pos­se. Aber weil die Lan­des­re­gie­rung so un­ge­schickt mit dem Ha­cker-Fehl­alarm ih­rer da­ma­li­gen Um­welt­mi­nis­te­rin um­ging, trennt sie nun nur noch ei­ne Hand­breit von der Re­gie­rungs­kri­se. Bei die­sem The­ma ha­ben sich La­schet und sei­ne zu­stän­di­gen Re­gie­rungs-Kol­le­gen schlicht­weg ver­rannt.

Es wä­re ein ver­zeih­li­cher Feh­ler ge­we­sen, wenn die Lan­des­re­gie­rung ih­ren irr­tüm­lich aus­ge­ru­fe­nen Ha­cker-Alarm bei der nächst­bes­ten Ge­le­gen­heit ein­fach mit ei­ner Ges­te des Be­dau­erns kor­ri­giert hät­te. Ei­ni­ge hä­mi­sche Kom­men­ta­re wä­ren die Fol­ge ge­we­sen – und das Gan­ze wä­re längst ver­ges­sen. Die­se Chan­ce hat sie aber ver­säumt. Statt­des­sen ver­stie­gen Tei­le der Re­gie­rung sich in schwer er­träg­li­che Recht­ha­be­rei. Auch so man­che Be­grün­dung für das ei­ge­ne Han­deln wirkt et­was gro­tesk. So er­klär­te La­schet zum Bei­spiel ges­tern, als Mi­nis­ter­prä­si­dent dür­fe er noch nicht ab­ge­schlos­se­ne Er­mitt­lun­gen nicht kom­men­tie­ren. Gleich­wohl dul­det er, dass sein ei­ge­ner Spre­cher ge­nau dies längst ge­tan hat.

Es ist trau­rig an­zu­se­hen, wie ei­ne im Gro­ßen und Gan­zen bis­lang er­folg­rei­che Lan­des­re­gie­rung we­gen so ei­ner Lap­pa­lie ih­re Glaub­wür­dig­keit ris­kiert. BE­RICHT

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