Fortu­na-Boss Schä­fer for­dert Neu­ver­tei­lung der TV-Gel­der

Rheinische Post Emmerich-Rees - - Sport - VON PATRICK SCHE­RER

DÜS­SEL­DORF Fortu­nas Vor­stands­boss hat zu mehr So­li­da­ri­tät im Fuß­ball auf­ge­ru­fen, wenn die­ser sei­ner Vor­bild­funk­ti­on wie­der ge­recht wer­den will. „Wir müs­sen zei­gen, dass uns die Men­schen nicht egal sind und als gu­tes Bei­spiel Ver­ant­wor­tung über­neh­men“, sag­te Ro­bert Schä­fer im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on. Er nann­te als Bei­spiel, dass der Düs­sel­dor­fer Fuß­ball-Bun­des­li­gist als Auf­stei­ger die Dau­er­kar­ten­prei­se nicht an­ge­ho­ben ha­be. „Die Men­schen brau­chen sol­che Zei- chen, da­mit sie spü­ren, dass man sie ernst nimmt und ih­re Sor­gen kennt“, er­klär­te Schä­fer.„Wenn man das deut­lich macht, kann man aus mei­ner Sicht die der­zei­ti­gen Kon­flik­te hei­len und der Fuß­ball kann wie­der Vor­bild sein.“

Schä­fer rief nicht nur zu mehr Ver­ständ­nis in Rich­tung der An­hän­ger auf, son­dern for­der­te auch mehr So­li­da­ri­tät un­ter denVer­ei­nen – be­son­ders im Be­zug auf die Ver­tei­lung der TV-Gel­der. „Wir müs­sen bei der nächs­ten Ver­tei­lung Bi­lanz zie­hen und er­ken­nen, dass das ak­tu­el­le Sys­tem da­zu neigt, die Star- ken im­mer stär­ker wer­den zu las­sen. Das schwächt aber den Sport“, sag­te der 42-Jäh­ri­ge und ver­wies da­bei auf die Prak­ti­ken im US-Sport: „Das ka­pi­ta­lis­tischs­te Land der Welt, die USA, hat da­zu mit dem Sala­ry Cap ei­ne Lö­sung ge­fun­den, weil es ge­se­hen hat, dass es im Sport zu ei­nem selbst­lau­fen­den Pro­zess wird, wenn die Star­ken im­mer stär­ker wer­den. Da­durch ver­liert der Sport sei­ne Span­nung. Das nutzt kei­nem. Das soll­ten auch die Gro­ßen be­rück­sich­ti­gen und da soll­ten wir ei­nen Kon­sens er­ar­bei­ten.“Der Sala­ry Cap ist ei­ne Ge­halts­be­schrän­kung, um zu ver­hin­dern, dass fi­nanz­star­ke Mann­schaf­ten die bes­ten Spie­ler zu gro­ßen Sum­men un­ter Ver­trag neh­men.

Schä­fer glaubt hin­ge­gen nicht, dass die gro­ßen Klubs wie der FC Bay­ern oder Bo­rus­sia Dort­mund nur noch an den in­ter­na­tio­na­len Er­folg den­ken wür­den. „Die gro­ßen Ver­ei­ne wis­sen, dass die Bun­des­li­ga ih­re Ba­sis und ihr Zu­hau­se ist. Sie ma­chen sich auch Ge­dan­ken über das Ver­hält­nis zwi­schen der ers­ten und zwei­ten Li­ga. Die na­tio­na­len TV-Gel­der ma­chen für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich im Üb­ri­gen kei­nen Un­ter­schied mehr.“, sagt Schä­fer, der noch ei­nen Ver­trag bis 2021 als Vor­stands-Chef der Fortu­na be­sitzt.

Der ak­tu­el­le TV-Ver­trag in der Bun­des­li­ga ist auf drei Säu­len auf­ge­baut (Zu­ge­hö­rig­keit, Ta­bel­len­platz und Nach­hal­tig­keit). Wäh­rend der FC Bay­ern für die Sai­son 2018/19 rund 63 Mil­lio­nen Eu­ro aus der na­tio­na­len TV-Ver­mark­tung be­kam, er­hielt Fortu­na mit knapp 25 Mil­lio­nen we­ni­ger als die Hälf­te. Zum Ver­gleich: In En­g­land wer­den 50 Pro­zent der TV-Gel­der gleich auf die 20 Ver­ei­ne ver­teilt.

FO­TO: FJ

Ro­bert Schä­fer auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung.

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