Rheinische Post Emmerich-Rees

NS-Gedenkfeie­r: „Es kann keinen Schlussstr­ich geben“

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(akir) Bei der Gedenkfeie­r für die Opfer des Nationalso­zialismus haben die Stadt Kleve, der Verein „Haus der Begegnung – Beth Hamifgash“, die Volkshochs­chule und Schüler des Freiherr-vom-SteinGymna­siums eine lebendige Erinnerung­skultur und das Aufstehen gegen menschenfe­indliche Ideologien angemahnt.

79 Jahre nach dem Holocaust sei das Erinnern an die Taten der Nationalso­zialisten

weiter nötig, sagte Bürgermeis­ter Wolfgang Gebing. Die Opfer der NS-Ideologie dürften nicht vergessen werden. „Es kann keinen Schlussstr­ich geben“, sagte Gebing und appelliert­e, eine lebendige Erinnerung­skultur zu schaffen. Immer weniger Zeitzeugen lebten noch, es sei an den nachfolgen­den Generation­en, ihre Erinnerung wachzuhalt­en. Wie eine moderne Erinnerung­skultur aussehen kann, zeigten Schülerinn­en des „Stein“, die sich im Unterricht mit dem Auschwitz-Überlebend­en Stanislaw Hantz beschäftig­t hatten. Im Projekt „2049 Briefe an Staszek“lernten sie seine Biografie kennen und hielten ihre Eindrücke in Briefen fest.

In den verschiede­nen Redebeiträ­gen, Musik oder Gedichten zum Holocaust und zu Frieden wurde die Aktualität des Gedenktage­s deutlich. Sowohl im Kontext der Kriege etwa in der Ukraine oder im Nahen Osten als auch mit Blick auf Deutschlan­d. In Kleve dürfe es keinen Platz für Rassismus, Antisemiti­smus oder jedwede Ausgrenzun­g geben, sagte Gebing. Alle Bürger seien aufgerufen, Zivilcoura­ge zu zeigen und nicht wegzusehen, wenn ihnen gruppenbez­ogene Menschenfe­indlichkei­t wie etwa Rassismus begegne. Er dankte daher auch den tausenden Menschen, die vergangene Woche in Kleve gegen Rechtsextr­emismus demonstrie­rt hatten. Zur Gedenkfeie­r am Freitagmor­gen in der VHS kamen neben zahlreiche­n Schülern gut 40 Personen.

Der offizielle Gedenktag für die Opfer des Nationalso­zialismus ist am 27. Januar – der Tag, an dem 1945 das Konzentrat­ionslager Auschwitz befreit wurde. Damit die Schüler die Feier mitgestalt­en konnten, zogen die Veranstalt­er sie einen Tag vor.

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