Sprin­gevent mit erst­klas­si­ger Stim­mung

Das ach­te Sprin­gevent des Reit- und Fahr­ver­eins Rat­heim bot span­nen­de Wett­kämp­fe auf TopNi­veau. Rund 3000 Be­su­cher sorg­ten an die­sem Tag für ei­ne ge­lun­ge­ne At­mo­sphä­re.

Rheinische Post Erkelenz - - Sport Lokal - VON KATH­RIN BOEHME

HÜCKELHOVE­N Vier Tur­nier­ta­ge mit rund 1000 Pfer­den auf dem Ge­län­de und drei­mal so vie­len Be­su­chern be­deu­ten für Wil­li Schrei­ne­ma­cher ei­ne Men­ge zu tun: Der Haupt­or­ga­ni­sa­tor und Chef des Rat­hei­mer Reit- und Fahr­ver­eins muss wäh­rend des Sprin­gevents ei­gent­lich an drei Or­ten gleich­zei­tig sein. Die ei­ge­nen Schü­ler des Reit­sport­zen­trums Bam­misch hof­fen auf letz­te Tipps von ih­rem Trai­ner vor dem Wett­kampf, an­de­re Rei­ter tre­ten mit ver­schie­de­nen Pfer­den an und müs­sen die­se in den Stäl­len un­ter­brin­gen, auch hoch­klas­si­ge Rei­ter aus Bel­gi­en, den Nie­der­lan­den oder Groß­bri­tan­ni­en rei­sen an – das ach­te Sprin­gevent will or­ga­ni­siert sein. Doch nicht oh­ne Grund zählt das Tur­nier zu den größ­ten im Rhein­land und ist über die Lan­des­gren­zen hin­aus be­kannt.

Der Na­me Wil­li Schrei­ne­ma­cher steht in der Rei­ter-Sze­ne schon lan­ge für ein sport­li­ches wie auch be­su­cher­freund­li­ches Top-Er­eig­nis: Die Wett­kämp­fe rei­chen beim Sprin­gen wie auch in der Dres­sur bis in die schwie­rigs­te S-Klas­se, für Be­su­cher ste­hen rund um den Spring­platz Stüh­le und meh­re­re Ver­kaufs­stän­de be­reit. Spä­tes­tens beim Der­by durch den um­lie­gen­den Wald ist die Stim­mung auch beim letz­ten Zu­schau­er auf dem Hö­he­punkt – auch für Be­su­cher, die nicht selbst rei­ten, ist die Tur­nier­at­mo­sphä­re greif­bar.

Viel los ist eben­falls auf dem Abrei­te­platz, auf dem die Rei­ter ih­re Pfer­de vor dem Start auf­wär­men. Mit da­bei ist Chi­a­ra Bor­cher­ding: Die Be­rufs­rei­te­rin ar­bei­tet im Stall von Wil­li Schrei­ne­ma­cher und tritt wäh­rend des Tur­niers bis zu fünf­mal am Tag an. Auf dem Abrei­te­platz ste­hen drei un­ter­schied­li­che Sprün­ge, die Chi­a­ra Bor­cher­ding mit dem erst sie­ben­jäh­ri­gen Pferd „Char­lan­do“nimmt. „Ak­tu­ell ha­ben wir vie­le jun­ge Pfer­de im Stall, die wir für Tur­nie­re vor­be­rei­ten“, er­klärt Wil­li Schrei­ne­ma­cher, „für die Nach­wuchs­pfer­de ist so ein Wett­kampf na­tür­lich sehr auf­re­gend. Wir nut­zen die et­was ein­fa­che­ren Tur­nie­re da­für, um sie an die At­mo­sphä­re zu ge­wöh­nen“. Vom Abrei­te­platz geht es zur Par­cours­be­ge­hung, zu de­nen Wil­li Schrei­ne­ma­cher – so weit wie mög­lich – sei­ne Schü­ler be­glei­tet und Hin­wei­se gibt. Um die 80 Rei­ter ge­hen vor dem L-Sprin­gen, zu dem „Char­lan­do“gleich an­tre­ten soll, zwi­schen den ein­zel­nen Sprün­gen hin und her. „Die Rei­ter müs­sen sich nicht nur die Rei­hen­fol­ge der Sprün­ge mer­ken, son­dern auch wis­sen, wie vie­le Ga­lopp­sprün­ge das Pferd von ei­nem zum nächs­ten braucht“, fasst Schrei­ne­ma­cher zu­sam­men. Ein Ga­lopp­sprung be­deu­tet je nach Pferd un­ge­fähr vier Schrit­te. Wäh­rend des Ritts muss der Rei­ter so wis­sen, ob er sein Pferd bis zum nächs­ten Sprung zu­rück­hal­ten

muss und sei­nen Ga­lopp aus­wei­ten soll­te. Als drit­ter Start ist be­reits Chi­a­ra Bor­cher­ding an der Rei­he: „Char­lan­do“reißt zwar ei­ni­ge Sprün­ge, Wil­li Schrei­ne­ma­cher ist den­noch zu­frie­den: „Sprin­gen kann das Pferd, es muss das noch nur et­was ler­nen – beim nächs­ten Tur­nier wird es sehr wahr­schein­lich null Feh­ler ma­chen“.

Auch Chi­a­ra Bor­cher­ding lobt ihr Pferd: „Man merkt, dass er noch un­si­cher ist und auf dem gro­ßen Platz hier viel ren­nen möch­te, weil er die Ab­stän­de schlecht ein­schät­zen kann, aber das wird sich noch än­dern“. Für „Char­lan­do“ist der Tur­nier­tag nach sei­nem Auf­tritt be­en­det, für al­le Or­ga­ni­sa­to­ren bleibt al­le Hän­de voll zu tun: Chi­a­ra Bor­cher­ding tritt noch beim sel­ben Sprin­gen mit ei­nem an­de­ren Pferd an, was noch „ab­ge­rit­ten“wer­den muss, bei Wil­li Schrei­ne­ma­cher klin­gelt das Te­le­fon so­wie­so in Dau­er­schlei­fe. Mit den vier Tur­nier­ta­gen ist er den­noch sehr zu­frie­den: „Na­tür­lich be­deu­tet so ein Event auch Stress, dank der vie­len Hel­fer klappt aber al­les: Es wä­re nicht un­ser Tur­nier, wenn wir das al­les nicht auch ge­nie­ßen könn­ten.“

RP-FO­TO: NIPKO

Trai­ner und Tur­ni­er­or­ga­ni­sa­tor Wil­li Schrei­ne­ma­cher und Teil­neh­me­rin Chi­a­ra Bor­cher­ding spre­chen vor dem Start über die Par­cours-Be­son­der­hei­ten.

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