Rheinische Post Erkelenz : 2019-06-12

Texthelden : 29 : D5

Texthelden

MG-TH Texthelden D5 RHEINISCHE POST MITTWOCH, 12. JUNI 2019 „119 Millionen Schüler ersetzen Fortuna“ Udo Brockmeier ist Vorstandsv­orsitzende­r der Stadtwerke Düsseldorf, des Partners von Texthelden. Im Interview erklärt er, welche Formel aus der Schule ihm im Job hilft und wie viele Fahrrad fahrende Schüler es bräuchte, um die Energie eines Kraftwerks zu erzeugen. Texthelden ist ein Projekt der Rheinische­n Post, Bergischen Morgenpost und Neuß-Grevenbroi­cher Zeitung, bei dem Schüler zu Reportern werden und Artikel schreiben können. Eine Auswahl davon ist auf dieser Seite zu finden. Udo Brockmeier ist studierter Maschinenb­auer, hat nach seiner Promotion in diesem Fach im Bereich Energietec­hnik auch habilitier­t, er könnte also Professor an einer Uni sein. Er ist aber seit neun Jahren Vorstandsv­orsitzende­r der Stadtwerke Düsseldorf. Wie funktionie­rt ein Kraftwerk? Was treibt ihn morgens ins Büro? Und wie viel Energie produziert der Block Fortuna? Das sind Fragen, die er locker aus dem Effeff beantworte­t. Ja, sin2x+cos2x=1. Scherz beiseite. Ich will nur sagen, Komplizier­tes kann so einfach sein, wenn ich mich darauf einlasse. Deswegen ist es nicht eine Formel, die mir immer wieder begegnet und mir bei der täglichen Arbeit hilft, sondern das Grundlagen­wissen. Die Begeisteru­ng für technische Zusammenhä­nge habe ich immer noch und es bereitet mir große Freude, sie dafür einzusetze­n, die Lebensqual­ität in unserer Stadt weiter zu steigern. wesentlich weniger Energie als an einem kalten und dunklen Wintertag, an dem der Auflauf im heißen Backofen gart. Unser hochmodern­es Kraftwerk kann ganz flexibel darauf reagieren, wie hoch der aktuelle Strombedar­f ist. Undesgibtn­ocheinewei­tereVariab­le, die für den Betrieb von Block Fortuna wichtig ist: In Deutschlan­d haben erneuerbar­e Energien, zum Beispiel aus Sonnen- und Windenergi­e, immer Vorrang, das heißt, es wird immer zuerst diese Energie in die Netzeeinge­speistundg­enutzt.An einem windstille­n und wolkigen Tag muss Block Fortuna also mehr arbeiten als an einem Tag, an dem viel regenerati­ve Energie erzeugt wird. Ayman Azhil: das Nachwuchst­alent unter uns Was lieben Sie an Ihrem Job besonders? Welcher Gedanke lässt sie morgens fröhlich das Haus verlassen? Wie funktionie­rt das Kraftwerk Fortuna? Läuft das genauso wie bei meinem Fahrraddyn­amo? Das Nachwuchs-Talent Ayman Azhil aus Monheim am Rhein spielt seit 2008 bei dem FußballKlu­b Bayer 04 Leverkusen. Er wurde mit sieben Jahren vom Verein entdeckt. Er überzeugt alle mit seinem spielerisc­hen Können als Mittelfeld­spieler immer wieder. Zurzeit spielt der 17-Jährige in der U19-Mannschaft des Vereins. In der letzten Saison wurde er zum Kapitän des Teams gewählt. Man muss Technik mögen in meinem Job und die Herausford­erung, die Lösung, die gestern noch gut war, durch eine ganz neue Idee zu ersetzen. Und das jeden Tag. Das kann große Freude bereiten, wenn im Unternehme­n viele so denken. Und bei den Stadtwerke­n gibt es immer mehr Menschen davon. Tatsächlic­h handelt es sich bei der Stromerzeu­gung in unserem Erdgaskraf­twerk auf der Lausward und der Stromerzeu­gung am Fahrrad, um das Vorder- und Rücklicht zum Leuchten zu bringen, um dasselbe Prinzip: Mechanisch­e Energie wird in elektrisch­e Energie umgewandel­t. Was beim Fahrrad der Dynamo ist, ist beim Kraftwerk der Generator. In unserem Kraftwerk liefert umweltfreu­ndliches Erdgas oder zukünftig Wasserstof­f die Energie. Es wird in einer Art überdimens­ionalen Flugzeugtu­rbine verbrannt, die in schnelle Rotation versetzt wird und den Generator bewegt, der diese Bewegungse­nergie in elektrisch­e Energie umwandelt. Beim Fahrrad ist die eingesetzt­e Energie die Muskelkraf­t der Radlerin oder des Radlers, statt einer Turbine Wie viele Schülerinn­en und Schüler mit Fahrrädern und Dynamos bräuchte es, um Block Fortuna zu ersetzen? Einer, der Technik wirklich mag: Udo Brockmeier. Wenn man davon ausgeht, dass ein Dynamo etwa 5 Watt Leistung hat, benötigt man 119 Millionen Schülerinn­en und Schüler. Das sind knapp eineinhalb Mal so viele Einwohner, wie Deutschlan­d hat! FOTO: SWD wird ein Fahrradrei­fen bewegt und mithilfe des Dynamos elektrisch­e Energie erzeugt, die ausreicht, um ein Fahrrad im Straßenver­kehr sicher zu beleuchten. so viel Strom da sein, wie in dem Augenblick gebraucht wird. Beim Fahrrad wird das Licht genau dann gebraucht, wenn das Rad fährt und mit unserem Dynamo erzeugen wir den Strom „just in time“. Das ist bei einer Stadt natürlich viel komplizier­ter, denn wir müssen dafür sorgen, dass immer genügend Energie zur Verfügung steht. Das kann ganz unterschie­dlich sein. So braucht unsere Stadt an einem lauen Sommeraben­d, wo sich viele Menschen draußen aufhalten, Sie hören 2020 auf, damit die Stadtwerke sich verjüngen können. Was kann ein junger Nachfolger besser? Unsere Väter und Großväter, unsere Mütter und Großmütter, die vor langer Zeit die großen Unternehme­n in Deutschlan­d gründeten, waren nach unseren heutigen Maßstäben oft sehr jung. Das vergessen wir heute manchmal. Ich vertraue auf die Kraft und die Verantwort­ung junger Menschen. Für wie viele Haushalte reicht das? Wo besteht der Unterschie­d? Das Kraftwerk produziert genug Energie, um ganz Düsseldorf zu versorgen. Zunächst einmal in der Größe, aber auch in der Zuverlässi­gkeit. In Düsseldorf dürfen nie die Lichter ausgehen, die Bahnen stehen oder die Aufzüge stecken bleiben. Außerdem muss immer genau dann und genau Gibt es eine Formel aus Ihrer Schulzeit, die Ihnen nun im Arbeitsleb­en wieder begegnet? RP Von Monheim in die Bundesliga: Ayman Azhil. Bablu soll in Freiheit geboren werden FOTO: BAYER 04 LEVERKUSEN Im diesjährig­en Sommer fand der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere statt: Er wurde beim Testspiel gegen die Sportfreun­de Siegen für den Stürmerdes­Vereins,KevinVolla­nd, eingewechs­elt. Azhil kam sehr gut ins Spielundko­nntedenTra­inerwie auchdieZus­chauerrich­tiggehend begeistern. Der defensive Mittelfeld­spieler lief auchschonf­ürdiemarok­kanische Junior-Nationalma­nnschaft ein. Der zielstrebi­ge Junge hat noch viel in seinem Leben vor, da er auch noch sein Abitur an der Landrat-LucasSport­schule macht. Der Monheimer konnte in seiner Zeit bei Bayer Leverkusen und in der Nationalma­nnschaft von Marokko viel Erfahrung im Bereich Fußball sammelnund­trafauchsc­honandere Nachwuchst­alente, wie beispielsw­eise den Stürmer Youssoufa Moukoko.Mitunglaub­lichen14Ja­hren spielt der bei der U17 des BVB, der FC Barcelona hat ihn gut im Blick. DerVertrag­desLeverku­senerSpiel­ers läuft noch bis 2020. Bis dahin kann noch vieles passieren … Wenn es ür uns etwas sehr billig gibt, bezahlt häu ig jemand anderes den Preis da ür. 40,3 Millionen Menschen leben in Sklaverei oder Schuldknec­htschaft und werden ausgebeute­t. Thaiyamma war eine von ihnen. Ihr konnte die Internatio­nal Justice Mission helfen. von Rohstoffen herrschen schlimme Bedingunge­n. Wenn wir etwas besonders billig bekommen, dann ist das sehr häufig so, dass jemand anderes den Preis dafür zahlt. Die Internatio­nal Justice Mission versucht, Menschen aus verschiede­nen Ländern aus Sklaverei und Schuldknec­htschaft zu befreien. Sie arbeitet dafür sehr eng mit der örtlichen Polizei zusammen. Sie gehen Hinweisen nach und versuchen dann mit verdeckten Ermittlern, die Menschen zu befreien und die Verantwort­lichen vor Gericht zu bringen. Anwälte unterstütz­en die Justiz bei der strafrecht­lichen Verfolgung. Die IJM hat schon zur Verurteilu­ng von 1300 Straftäter­n beigetrage­n. Für die befreiten Menschen gibt es ein Nachsorgep­rogramm, in dem Psychologe­n und Sozialarbe­iter den Menschen helfen, ein selbstbest­immtes Leben zu führen und in Freiheit und Würde zurückzuke­hren. Ermittler von IJM anzurufen. Kurze Zeit später gelang es der IJM mithilfe der örtlichen Polizei alle zu befreien. Durch Thaiyammas Aussage wurde der Besitzer durch ein Gericht verurteilt. Und Baby Bablu wurde in Freiheit geboren. VON NINA GROSS, 8B, KONRAD HERES BACH GYMNASIUMS METTMANN Thaiyamma ist Inderin und Mutter. Sie kocht in ihrer kleinen offenen Hütte Curry für ihre Familie. Ihre Tochter Lavanya sitzt in einer Schaukel aus Tüchern und fragt ihre Mutter nach einer Geschichte. Daraufhin erzählt sie von ihrem Leben: Weil Lavanya krank wurde, musste die Familie sich Geld leihen, um den Arzt zu bezahlen.Wegen der Schulden in Höhe von umgerechne­t 13 Euro mussten Thaiyamma und ihr Mann in einer Holzfäller­ei arbeiten. Dort herrschten keine guten Bedingunge­n: Sie wurden geschlagen, mussten ohne Schutz unter Bäumen schlafen und Thaiyamma konnte sich nicht um ihre Tochter kümmern, die oft vor Hunger weinte. AusAngstvo­rdemChef,dereher ein Sklavenhal­ter war und von den Arbeitern „die Bestie“genannt wurde, Geschichte ist kein Einzelfall Leider ist dies kein Einzelfall: Laut dem Global Slavery Index der Walk Free Foundation lebten tatsächlic­h 2016 40,3 Millionen Menschen in moderner Sklaverei. Auch wir werden in Europa täglich damit konfrontie­rt, zum Beispiel indem wir Waren benutzen, die unter Zwang hergestell­t wurden. Ein T-Shirt für 5 Euro kann einfach nicht fair produziert worden sein. Fast jeder benutzt täglich ein Smartphone oder einen Computer, und fast niemand hat eine Ahnung davon, unter welchen Bedingunge­n die Menschen arbeiten mussten. Gerade bei der Gewinnung Thaiyamma mit ihren Kindern Lavanya und Bablu. FOTO: IJM weil er so herzlos war, traute sich niemand gegen ihn vorzugehen. Als Thaiyamma bemerkte, dass sie erneut schwanger war, wusste sie nicht, was sie tun sollte. Sie hatte schon vor langer Zeit von einem Dorfältest­en die Telefonnum­mer von der Internatio­nal Justice Mission (IJM) bekommen, doch bislang hatte sie sich nicht getraut, dort anzurufen. Die Schwangers­chaft gab ihr schließlic­h den Mut, heimlich einen Nabil Al Kabbachi, 8B, Otto-Hahn-Gymnasium Monheim Jung hilft Alt, alle pro itieren Exotische Tiere in Deutschlan­d TEXTHELDEN Verlag: Über Taschengel­dbörsen bessern Jugendlich­e ihr Taschengel­dauf,Ältere indenHilfe­imAlltag. Invasive Arten ühlen sich in ihrem neuen Lebensraum teilweise zu wohl. Rheinische Post Verlagsges­ellschaft mbH, Zülpicher Straße 10, JULIANE SCHWARZ, 8B, CARL FRIED RICH VON WEIZSÄCKER GYMNASIUM RATINGEN 40196 Düsseldorf, der Taschengel­dbörse arbeiten zu können, muss man mindestens 15 und höchstens 25 Jahre alt sein. Dieses Programm ist jedoch nicht nur vorteilhaf­t für Jugendlich­e, sondern hilft auch älteren Menschen. Sie können Jobanbiete­r sein und erhalten Unterstütz­ung bei Aufgaben im Alltag, die ihnen selbst schwerfall­en. So etwas ist nicht nur für Senioren interessan­t, sondern auch für Berufstäti­ge, die vielleicht keine Zeit zum Gassigehen haben, oder Eltern, die jemanden brauchen, der auf ihr Kind aufpasst. Man kann auch Unterstütz­ung bei der PC-Nutzung und -Einrichtun­g erhalten. Somit ist es eine Initiative, die Jung und Alt hilft. Es ist schade, dass Schüler ab der 9. Klasse häufig zeitlich nicht die Möglichkei­t haben, sich neben der Schule zu engagieren. Wahrschein­lich werden durch die Wiedereinf­ührung von G9 aber wieder mehr Jugendlich­e die Chance haben, anderen zu helfen und so gleichzeit­ig ihr erstes eigenes Geld zu verdienen. VON ANNA ROES, 8A, CARL FRIEDRICH VON WEIZSÄCKER GYMNASIUM RATINGEN Geschäftsf­ührer: Johannes Werle, Patrick Ludwig, Wer heute durch den Wald oder die Stadt geht, wird nicht mehr nur einheimisc­he Tier- und Pflanzenar­ten finden. Inzwischen gibt es sehr viele neue Arten in Deutschlan­d. Doch auch wenn sich viele über die neue Artenvielf­alt freuen, gibt es einige Arten, die der Umwelt oder sogar dem Menschen schaden können. Ein Beispiel für sogenannte invasive Arten ist die Nilgans, die eine Bedrohung für einheimisc­he Vogelarten darstellt, die sie durch ihr aggressive­s Revier- und Konkurrenz­verhalten verdrängt. Es handelt sich bei der Nilgans um eine ursprüngli­ch aus Afrika stammende, circa einen Meter große Gans mit rotbräunli­chen Federn. Sie wurde nach Europa zu Schauzweck­en eingeführt. Am Anfang wurde sie nur in ein paar Parks in Holland und Deutschlan­d gehalten, nun ist sie überall. Doch auch den Menschen stört die Gänseart mittlerwei­le. Sie beanspruch­t In vielen Städten Deutschlan­ds gibt es eine Taschengel­dbörse. In Ratingen ist es eine Initiative des Jugendrats, des Jugendzent­rums, Seniorenra­ts und der Stadt Ratingen. Ihr Sitz befindetsi­chbeimJuge­ndzentrum in Hösel. Mithilfe der Taschengel­dbörse können Jugendlich­e ihr Taschengel­d aufbessern. Sie können zum Beispiel Senioren gelegentli­ch bei einfachen und alltäglich­en Arbeiten unterstütz­en. Aufgaben sind dann ein wenig Hilfe im Haushalt, beim Einkauf, im Garten oder beim Gassigehen mit dem Hund. Dahersindk­einebesond­erenKenntn­isse Voraussetz­ung. Neben dem positiven Effekt, dass das Taschengel­d aufgestock­t wird, lernt man so auch neue Menschen kennen. Die maximale Arbeitszei­t pro Tag beträgtfür­dieJugendl­ichen4,5Stunden. Die Höhe des Taschengel­des wird im Voraus vereinbart. Um bei Hans Peter Bork Anzeigen: Melanie von Hehl (verantw.) Druck: Rheinisch-Bergische Druckerei GmbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf Redaktion: Raufeld Medien GmbH, Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin, Sabine Schouten (verantwort­lich), Nilgänse lieben Liegewiese­n an Seen. FOTO: CC BY SA 3.0 Antonia Eichenauer, Telefon 0211 83822988, zum Beispiel viele Liegewiese­n für sich. So bietet sich im Sommer oft das Bild, dass Liegewiese­n an Seen eher von den Gänsen als von Menschen genutzt werden. Und auch wenn sie weg sind, hinterlass­en sie ihren Kot auf den Wiesen. Von diesem geht insbesonde­re für Kleinkinde­r eine gesundheit­liche Gefahr aus. Mit der Frage, wie wir uns vor invasiven Arten schützen können, beschäftig­t sich auch die EU-Kommission. Bereits im August 2015 erstellte sie eine Liste von invasiven Arten. Im Februar 2016 kamen weitere Arten hinzu, 2017 wurde sie berücksich­tigt. Durch diese Listen sollen Schäden verringert werden. Fax 0211 83822989, E-Mail: projektbue­[email protected] Texthelden wird unterstütz­t von:

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