Zu Gast im be­treu­ten Woh­nen der Le­bens­hil­fe

Rheinische Post Geldern - - Aus Dem Gelderland -

GEL­DERN Es ist ei­ner die­ser Mo­men­te, in de­nen es ein­fach Freu­de macht, dass es der Be­ruf ei­nem er­mög­licht, da­bei zu sein. Zwei­mal durf­te ich im neu­en Wohn­pro­jekt der Ca­ri­tas Wohn- und Werk­stät­ten (CWWN) aus Mo­ers im Nier­spark zu Gast sein und mit­er­le­ben, wie stolz die Be­woh­ner auf ihr Haus sind und wie sie gut mit­ein­an­der um­ge­hen.

Dass ei­nem Trä­nen der Freu­de ins Au­ge schie­ßen, hat mit per­sön­li­cher Be­trof­fen­heit zu tun. Mein Bru­der Vol­ker ist geis­tig-be­hin­dert, ich bin Vor­sit­zen­der der Le­bens­hil­fe Mo­ers. Und un­ser Ver­ein, der in die­sem Jahr 40 Jah­re alt wur­de, ent­stand wie fast al­le Le­bens­hil­fen (auch die ein Jahr äl­te­re aus Gel­dern) vor al­lem aus ei­nem Grund: Die El­tern (und An­ge­hö­ri­ge wie mich) eint die Sor­ge, was aus den Schütz­lin­gen wird, wenn man sich nicht mehr selbst um sie küm­mern kann.

Ver­schie­de­ne Wohn­mo­del­le für Men­schen mit geis­ti­ger Be­hin­de­rung gibt es bis­her – vom klas­si­schen Wohn­heim wie St. Ber­nar­din in Ka­pel­len über die Wohn­fa­mi­li­en der Le­bens­hil­fe Gel­der­land bis hin zu Wohn­ge­mein­schaf­ten. Da­zu kommt das be­treu­te Woh­nen: Je nach Be­darf und Zu­tei­lung wird ein be­hin­der­ter Mensch be­grenzt in sei­nen ei­ge­nen vier Wän­den be­treut.

Das Haus im Nier­spark ba­siert auf letz­tem An­ge­bot und ist trotz­dem auch ei­ne Wohn­ge­mein­schaft. Acht Woh­nun­gen ste­hen dort Men­schen mit Han­di­cap in bes­ter In­nen­stadt­la­ge zur Ver­fü­gung. Wenn aber al­le ih­ren Be­treu­ungs- und Pfle­ge­be­darf zu­sam­men­wer­fen, kann ei­ne um­fas­sen­de pro­fes­sio­nel­le Be­treu­ung ge­si­chert wer­den. Am Nier­spark ist es so­gar so, dass ei­ne Mit­ar­bei­te­rin aus dem Team über Nacht im Haus bleibt. Da­zu kommt ein in­klu­si­ver An­satz: Zwei wei­te­re Woh­nun­gen in dem Haus wur­den auf dem frei­en Markt ver­mie­tet.

FO­TO: EVERS

In der Ge­mein­schafts­kü­che tref­fen sich al­le Be­woh­ner.

Dirk Mö­wi­us

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