Russ­land muss den Schritt ma­chen

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖ­CKER

Na­tür­lich gilt die Un­schulds­ver­mu­tung. Aber dass Russ­land nichts mit dem An­schlag auf den bri­tisch-rus­si­schen Dop­pel­spi­on zu tun hat, ist eben ziem­lich schwer zu glau­ben. Viel spricht da­für, dass das Gift in Russ­land pro­du­ziert wur­de, der Ge­tö­te­te ist ein ehe­ma­li­ger rus­si­scher Spi­on, der die Sei­ten ge­wech­selt hat. War­um soll­ten die ita­lie­ni­sche Ma­fia oder me­xi­ka­ni­sche Kri­mi­nel­le den Mann auf dem Ge­wis­sen ha­ben? Zwei Dut­zend west­li­che Län­der sind der Mei­nung, dass Russ­land mit der Sa­che et­was zu tun hat. Sie ha­ben in ei­ner ein­ma­li­gen Ak­ti­on 140 rus­si­sche Di­plo­ma­ten aus ih­ren Län­dern ge­wie­sen. Ein­fach so? Sind das al­les Hand­lan­ger Trumps?

Nein. Dass die Si­tua­ti­on es­ka­liert, ist be­dau­er­lich. Eu­ro­pa braucht Russ­land als Part­ner, Russ­land braucht Eu­ro­pa als Part­ner. Ei­ne An­nä­he­rung der Sei­ten wä­re so drin­gend wie wün­schens­wert an­ge­sichts der zahl­rei­chen in­ter­na­tio­na­len Kon­flik­te.

Aber Russ­land muss den Schritt ge­hen, Be­le­ge brin­gen, war­um das Land mit dem Vor­fall nichts zu tun hat. Ver­trau­ens­bil­den­de Maß­nah­men wä­ren auch beim sto­cken­den Minsk-Pro­zess hilf­reich. Russ­land wird sonst im Ju­ni ei­ne Fuß­ball-WM als iso­lier­tes Land ab­hal­ten müs­sen. Es wä­re scha­de. BE­RICHT

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