Der Rechts­staat geht vor

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens - VON THO­MAS REI­SE­NER

Der Mi­nis­ter­prä­si­dent sagt, die von Rot-Grün 2016 ge­fass­te Lei­tent­schei­dung zur Braun­koh­le sei Rechts­grund­la­ge für die Ab­hol­zung des Ham­ba­cher Forsts. Die Grü­nen im Land­tag be­strei­ten das und ma­chen von der SPD ge­fass­te Be­schlüs­se aus den frü­hen 1990-er Jah­ren da­für ver­ant­wort­lich. Am Er­geb­nis än­dert das nichts. Denn un­strei­tig ist: Es gibt ei­ne Rechts­grund­la­ge da­für, dass der Ener­gie­rie­se RWE den Ham­ba­cher Forst ab­hol­zen darf. Und zwar jetzt. Wer die­se Rechts­la­ge be­dau­ert, hät­te sich eben frü­her po­li­tisch en­ga­gie­ren müs­sen, um ei­ne an­de­re Rechts­la­ge zu or­ga­ni­sie­ren. Die letz­te Chan­ce da­zu war wohl die Lei­tent­schei­dung 2016.

Jetzt ist die Rechts­la­ge, wie sie ist. Des­halb ist es Un­sinn, von La­schet zu ver­lan­gen, die Ro­dung zu ver­hin­dern. Der Lan­des­re­gie­rung bleibt nur noch, zu ge­währ­leis­ten, dass der Ener­gie­kon­zern sein Recht oh­ne Ge­fähr­dung durch ge­walt­tä­ti­ge De­mons­tran­ten wahr­neh­men kann. Recht muss nicht nur ge­schaf­fen, son­dern auch durch­ge­setzt wer­den. Die Baum­schüt­zer mö­gen noch so eh­ren­wer­te Idea­le ha­ben. Aber die Re­geln der De­mo­kra­tie ge­hen vor.

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