Wie in Hoy­ers­wer­da

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens - VON MICHA­EL BRÖ­CKER

St­ei­ne flo­gen. Brand­sät­ze. Hun­der­te Neo­na­zis skan­dier­ten „Deutsch­land den Deut­schen“vor dem Asyl­be­wer­ber­heim. Das war 1991 im säch­si­schen Hoy­ers­wer­da. Die Bil­der von da­mals gin­gen um die Welt. Ei­ne Wo­che dau­er­ten die rechts­ex­tre­men Aus­schrei­tun­gen. Es folg­ten po­gro­m­ar­ti­ge Über­grif­fe in Mölln, Ros­tock und So­lin­gen. Und nun Chem­nitz? Die Stim­mung ist ver­gleich­bar, die hass­er­füll­ten Ge­sich­ter der „De­mons­tran­ten“auch, die Jagd auf Aus­län­der ist ekel­er­re­gend. Der brau­ne Sumpf lebt auch in Chem­nitz. Und die rechts­ex­tre­me Sze­ne ist prä­sen­ter, lau­ter, ge­fähr­li­cher ge­wor­den. Bot­schaf­ter ih­res Ge­dan­ken­guts sit­zen in den Stadt­rä­ten und Land­ta­gen.

In Chem­nitz scheint es Ver­bin­dun­gen zwi­schen Tei­len der Si­cher­heits­be­hör­den und der Neo­na­zi-Sze­ne zu ge­ben. Schlimm, dass Po­li­zis­ten Män­ner es­kor­tie­ren, die den Hit­ler-Gruß zei­gen. Kein Fuß­breit den Rech­ten, heißt die Ant­wort. Frei­heit und De­mo­kra­tie sind nie selbst­ver­ständ­lich. Auch in Hoy­ers­wer­da grün­de­ten sich spä­ter Ver­ei­ne ge­gen Rechts, 2014 ka­men Flücht­lin­ge auch dort­hin. Es kommt auf die Mit­te der Ge­sell­schaft an. Da­mals und heu­te.

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DIE NERVÖSE STADT, PO­LI­TIK

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