Po­li­tik lehnt Wohn­bau-Pro­jekt ab

Ein In­ves­tor möch­te Grund­stü­cke an der Kirch­hof­stra­ße er­wer­ben und dort 34 Ei­gen­tums­woh­nun­gen bau­en. 30 Pro­zent sol­len „preis­ge­dämpft“sein. SPD, Grü­ne und Bür­ger­ak­ti­on ha­ben das mit Mehr­heit ver­hin­dert.

Rheinische Post Hilden - - Hilden Haan - VON CHRIS­TOPH SCHMIDT

HILDEN Die Grund­stü­cke Kirch­hof­stra­ße 65-67 lie­gen zwi­schen S-Bahn-Tras­se und Haupt­fried­hof. Sie sind über 90 Me­ter tief. Die Alt­ge­bäu­de ste­hen schon seit Jah­ren leer. 2014 woll­te ein In­ves­tor dort Woh­nun­gen bau­en. Der Stadt­ent­wick­lungs­aus­schuss gab für den nö­ti­gen Be­bau­ungs­plan grü­nes Licht. Das Vor­ha­ben wur­de je­doch nie um­ge­setzt. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren lo­te­ten meh­re­re Un­ter­neh­men ei­ne Be­bau­ung aus, tra­ten je­doch im­mer wie­der zu­rück. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de un­ter­sucht, ob dort ei­ne Kin­der­ta­ges­stät­te ent­ste­hen könn­te. Rat und Ver­wal­tung ga­ben je­doch ei­nem an­de­ren Grund­stück den Vor­zug.

Nun möch­te die Teck­len­burg-Pro­jekt­ent­wick­lungs­ge­sell­schaft die Grund­stü­cke Kirch­hof­stra­ße 65 und 67 er­wer­ben und drei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern par­al­lel zur Kirch­hof­stra­ße be­bau­en. Das Haus di­rekt an der Stra­ße soll drei Voll­ge­schos­se plus Staf­fel­ge­schoss er­hal­ten, die bei­den Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser in zwei­ter und drit­ter Rei­he da­hin­ter je­weils zwei Voll­ge­schoss plus Staf­fel­ge­schoss. Für die meis­ten Stell­plät­ze ist ei­ne Tief­ga­ra­ge ge­plant.

Teck­len­burg bie­tet von sich aus an, 30 Pro­zent der 34 Woh­nun­gen als preis­ge­dämpf­te Ei­gen­tums­woh­nun­gen im Mehr­fa­mi­li­en­haus an der Kirch­hof­stra­ße an­zu­bie­ten. Das ist be­mer­kens­wert: Denn um die­sen po­li­ti­schen Be­schluss muss­te mit In­ves­to­ren bis­lang im­mer lan­ge dis­ku­tiert wer­den. „Preis­ge­dämpft“be­deu­tet: Die Ei­gen­tums­woh­nun­gen wer­den für 3500 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter ver­kauft. Die Er­wer­ber müs­sen die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­kom­mens­grup­pe B der Wohn­raum­för­de­rungs­be­stim­mun­gen NRW er­fül­len. Das Jah­res­ein­kom­men ei­ner Fa­mi­lie mit zwei Kin­dern darf 72.548 Eu­ro nicht über­stei­gen.

Die Ver­wal­tung be­für­wor­tet das Vor­ha­ben. Der vor­ge­schla­ge­ne Ver­kaufs­preis von 3500 Eu­ro/Qua­drat­me­ter ent­spre­che dem Wert, der im In­ves­to­ren­aus­wahl­ver­fah­ren zur Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­sied­lung Al­bert-Schweit­zer-Ge­län­de als preis­ge­dämpf­ter Ver­kauf­preis be­schlos­sen wur­de. Die neu­en Häu­ser wür­den sich in die Um­ge­bung ein­fü­gen, ei­ne Bau­lü­cke ent­lang der Kirch­hof­stra­ße ge­schlos­sen.

CDU und FDP wa­ren da­für. Man ha­be ei­ne Prio­ri­tä­ten­lis­te mit wich­ti­gen Bau­pro­jek­ten be­schlos­sen, lehn­te Ke­vin Buch­ner (SPD) ab. Zu­sätz­li­che Pro­jek­te kön­ne die Ver­wal­tung nicht auch noch stem­men. „Der In­ves­tor be­zahlt die Pla­ner und nö­ti­gen Gut­ach­ten“, er­läu­ter­te Bau­de­zer­nen­tin Ri­ta Hoff: „An­de­re Grund­stü­cke wer­den mit über­plant. Der In­ves­tor bie­tet 30 Pro­zent preis­ge­dämpf­te Woh­nun­gen an. Ei­ne gu­te Ge­le­gen­heit, die­ses Ziel um­zu­set­zen.“

Dar­auf­hin wur­de sie von Jür­gen Scholz (SPD) at­ta­ckiert. Er wun­de­re sich: Sonst wür­de die Bau­ver­wal­tung doch im­mer be­to­nen. dass auch sol­che Pro­jek­te zu­sätz­lich Ar­beit mach­ten, weil al­les kon­trol­liert wer­den müs­se. „Ich ver­wah­re mich per­sön­lich da­ge­gen, dass die Ver­wal­tung ihr Fähn­chen nach dem Wind hängt – Punkt“, wur­de Ri­ta Hoff für ih­re Ver­hält­nis­se un­ge­wohnt deut­lich.

Ih­re hef­ti­ge Re­ak­ti­on ist ver­ständ­lich. Die Be­schluss­vor­la­ge hat Bür­ger­meis­te­rin Bir­git Al­ke­nings (SPD) ab­ge­zeich­net und da­mit ge­neh­migt. Sie ist nicht die Idee der Bau­de­zer­nen­tin (par­tei­los), son­dern gibt die Mei­nung der ge­sam­ten Ver­wal­tungs­spit­ze wie­der.

Mit der mehr­heit­li­chen Ab­leh­nung ist das Pro­jekt jetzt erst mal vom Tisch.

SCREENSHOT: GOOG­LE

Blick aus der Vo­gel­per­spek­ti­ve auf das Pl­an­ge­biet: links die Kirch­hof­stra­ße oben und rechts der Haupt­fried­hof.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.