Kri­tik nach Co­me­di­an-Wit­zen über Kre­fel­der Zoo-Brand

Rheinische Post Hilden - - Panorama - VON MAR­CEL JARJOUR, MAR­LEN KESS UND ANNIKA LAMM

DÜS­SEL­DORF Der Ber­li­ner Co­me­di­an Fe­lix Lob­recht ist mit Wit­zen über die Zoo-Ka­ta­stro­phe von Kre­feld in die Kri­tik ge­ra­ten. Auf Youtube kur­siert ein Vi­deo von ei­nem Auf­tritt in Gel­sen­kir­chen. Dort wit­zelt er über die 30 „gut bren­nen­de Af­fen“, die bei dem ver­hee­ren­den Feu­er im Af­fen­haus des Kre­fel­der Zoos in der Sil­ves­ter­nacht ums Le­ben ge­kom­men wa­ren. Zu­dem ver­spot­tet er die drei Frau­en, die den Brand ver­ur­sacht ha­ben. Sie be­zeich­net er als „dum­me, dum­me, dum­me Mo­nis“.

Für den Kre­fel­der Zoo ist das „ein­fach nur ge­schmack­los“, wie Spre­che­rin Pe­tra Schwinn sag­te. Es sei er­schre­ckend zu se­hen, wie Tei­le der Ge­sell­schaft ti­cken. „Die­ser Zwang, über al­les Wit­ze ma­chen zu müs­sen, und der Um­gang mit­ein­an­der, sind be­sorg­nis­er­re­gend.“Auch in so­zia­len Netz­wer­ken sei das zu be­ob­ach­ten. Ähn­lich sieht das auch der Kre­fel­der Stadt­spre­cher Ti­mo Bau­er­meis­ter: „Je­mand, der so et­was sagt, dis­qua­li­fi­ziert sich selbst. Viel mehr muss man da­zu auch ei­gent­lich gar nicht sa­gen.“

Vier Mi­nu­ten lang ist der Clip, in dem Lob­recht, ei­ner der der­zeit er­folg­reichs­ten Co­me­di­ans in Deutsch­land, mit den Wor­ten be­ginnt: „Wol­len wir über die 30 to­ten Af­fen re­den.“Dann macht er wei­ter: „Die ha­ben sich ih­re Sil­ves­ter­nacht

si­cher auch an­ders vor­ge­stellt.“An­ge­sta­chelt durch vie­le La­cher aus dem Pu­bli­kum spot­tet Lob­recht hem­mungs­los wei­ter. „Ich glau­be, Af­fen bren­nen rich­tig gut“, sagt er. „Die tra­gen ja qua­si per­ma­nent ’ne Ja­cke aus Gril­lan­zün­der. Af­fen bren­nen her­vor­ra­gend.“

Auch bei Twit­ter gab es für den Auf­tritt den Co­me­di­ans reich­lich Kri­tik. So schrieb ein User: „Mit dei­ner mie­sen Come­dy­num­mer, in der Du Dich über die ge­tö­te­ten Af­fen

in Kre­feld lus­tig ge­macht hast, hast Du ne Men­ge Sym­pa­thi­en ver­spielt. Ar­sch­lö­cher als Co­me­di­an sind nicht gern ge­se­hen.“Ei­ne an­de­re Nut­ze­rin schreibt: „Man soll­te erst sein Ge­hirn ein­schal­ten, ehe man so ei­nen Irr­sinn mit dum­mem Mund ver­brei­tet!“Es gab aber auch Lob für die Wit­ze des Co­me­di­ans.

Der 31-Jäh­ri­ge tourt der­zeit mit sei­nem Pro­gramm „Hype“durch Deutsch­land. Da­bei geht er auch noch auf ei­nen an­de­ren Aspekt ein, sag­te zum Bei­spiel: „Stellt euch mal vor, was hier los­ge­we­sen wä­re, wenn raus­ge­kom­men wä­re, dass es Aus­län­der wa­ren. Die AfD hät­te das so aus­ge­schlach­tet. Die Aus­län­der tö­ten un­se­re Af­fen! Und al­le Wut­bür­ger lie­ben auf ein­mal al­le Af­fen.“

Lob­recht ist auch durch den Pod­cast „Ge­misch­tes Hack“be­kannt, den er mit Tom­mi Sch­mitt mo­de­riert. Am Di­ens­tag trat er in Düs­sel­dorf auf. Wie al­le Shows sei­ner Tour war die­se rest­los aus­ver­kauft.

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