Dür­fen Mi­nis­ter Face­book nut­zen?

Vie­le Mi­nis­te­ri­en ha­ben Auf­trit­te in so­zia­len Netz­wer­ken. Un­klar ist, ob das er­laubt ist.

Rheinische Post Hilden - - Wirtschaft -

DÜS­SEL­DORF (frin) Ei­ne Grund­re­gel des In­ter­net­zeit­al­ters lau­tet, dass kos­ten­lo­se An­ge­bo­te meis­tens ei­nen an­de­ren Preis ha­ben – Da­ten. Die Sam­mel­wut von Kon­zer­nen wie Face­book ist le­gen­där. Den­noch sind auch Mi­nis­te­ri­en, Lan­des­be­hör­den und Kom­mu­nen mit ei­ge­nen Sei­ten in so­zia­len Netz­wer­ken ak­tiv. Die Fra­ge ist: Dür­fen sie das?

Es war aus­ge­rech­net NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter Pe­ter Bie­sen­bach der dies­be­züg­lich für Un­ru­he ge­sorgt hat. Im De­zem­ber hat­te er er­klärt, dass Face­book-Fan­sei­ten nach der Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs un­zu­läs­sig sei­en. Mi­nis­te­ri­en und Kom­mu­nen wür­den da­mit ge­gen Recht ver­sto­ßen.

Die Lan­des­re­gie­rung ha­be da­her ei­ne „Task Force“ein­ge­rich­tet, schreibt NRW-In­nen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) in der Ant­wort auf ei­ne klei­ne An­fra­ge der SPD, die un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt. Denn Re­gie­run­gen müss­ten auch Öf­fent­lich­keits­ar­beit be­trei­ben, um Bür­ger zu in­for­mie­ren. „Die­se ge­bo­te­ne Öf­fent­lich­keits­ar­beit der Lan­des­re­gie­rung wie auch der Mit­glie­der der Lan­des­re­gie­rung voll­zieht sich nicht mehr nur in den tra­dier­ten For­men et­wa der Pres­se­er­klä­rung oder Pres­se­kon­fe­renz, son­dern selbst­ver­ständ­lich auch un­ter In­an­spruch­nah­me di­gi­ta­ler so­zia­ler Me­di­en“, schreibt Reul.

Die „Task Force“wird von Re­gie­rungs­spre­cher Chris­ti­an Wier­mer ge­lei­tet. Dem Ar­beits­kreis ge­hö­ren au­ßer­dem Ver­tre­ter des Jus­ti­tia­ri­ats, des Lan­des­pres­se- und In­for­ma­ti­ons­am­tes so­wie die Da­ten­schutz­be­auf­trag­te

der Staats­kanz­lei an. Nach An­ga­ben der Staats­kanz­lei fän­den re­gel­mä­ßig Tref­fen statt. Ein Er­geb­nis steht aber noch aus.

Die Op­po­si­ti­on kri­ti­siert das Ver­hal­ten der Lan­des­re­gie­rung. Die­ses sei an Di­let­tan­tis­mus nicht zu über­bie­ten, sagt der kom­mu­nal­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Land­tags­frak­ti­on, Ste­fan Käm­mer­ling: „Der Jus­tiz­mi­nis­ter er­klärt Face­book-Fan­pages für un­zu­läs­sig, und der In­nen­mi­nis­ter er­zählt was von Task Forces, um re­le­van­te Fra­gen zu klä­ren. Of­fen­bar kann­te der Jus­tiz­mi­nis­ter die­se Task Force nicht ein­mal, als er im De­zem­ber mit sei­nen Äu­ße­run­gen für Ver­wir­rung bei den Be­hör­den sorg­te.“Leid­tra­gen­de sind aus sei­ner Sicht die Kom­mu­nen – denn da ist die Un­si­cher­heit wei­ter­hin groß.

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