Auf Kom­bi­nie­rer war­tet viel Ar­beit

Rheinische Post Hilden - - Sport - VON THO­MAS ES­SER

OBERST­DORF (dpa) Die eu­pho­risch ju­beln­den Zu­schau­er lie­ßen Vin­zenz Gei­ger sei­nen miss­lun­ge­nen Ski­sprung-Auf­tritt zu­min­dest kurz­zei­tig ver­ges­sen. „Das war ei­ne bru­ta­le Stim­mung“, rief der 22 Jah­re al­te Nor­di­sche Kom­bi­nie­rer den 5500 Zu­schau­ern im Oberst­dor­fer Lang­lauf­sta­di­on nach dem Ein­zel-Wett­kampf am Sonn­tag dank­bar über das Sta­di­onmi­kro­fon zu. „Das pusht ei­nen rich­tig.“Er und sei­ne Team­kol­le­gen über­zeug­ten auf der an­spruchs­vol­len WM-Stre­cke des kom­men­den Jah­res, wa­ren am Vor­mit­tag auf der Schat­ten­berg­schan­ze der Welt­spit­ze aber nur hin­ter­her­ge­sprun­gen.

Fa­bi­an Rieß­le, der eben­falls die „gei­le Stim­mung“ge­noss, war ei­nen Tag nach Platz zwei über die vier­mal fünf Ki­lo­me­ter mit der Mann­schaft als Fünf­ter am En­de der bes­te Deut­sche im Ein­zel. Ma­nu­el Faißt wur­de Ne­un­ter, Gei­ger lief als 18. über die Zi­el­li­nie. Das „Nor­dic Wee­kend“, das or­ga­ni­sa­to­risch ei­ne Art Test­lauf und sport­lich ei­ne Stand­ort­be­stim­mung

rund 13 Mo­na­te vor der Nor­di­schen Ski-WM war, mach­te deut­lich, wie viel Ar­beit Bun­des­trai­ner Her­mann Wein­buch mit sei­ner Mann­schaft noch hat.

„Die Heim-WM ist ei­ne Rie­sen­mo­ti­va­ti­on, aber es ist auch noch ein lan­ger Weg bis da­hin“, sag­te Gei­ger. Läu­fe­risch sind er und vie­le sei­ner Team­kol­le­gen kon­stant top. Um den über­ra­gen­den Nor­we­ger Jarl Magnus Riiber, der auch am Sonn­tag ge­wann, je­doch dau­er­haft an­zu­grei­fen, muss sich nicht zu­letzt Gei­ger

selbst auf der Schan­ze deut­lich stei­gern: Der Hoff­nungs­trä­ger und in der lau­fen­den Sai­son bes­te deut­sche Kom­bi­nie­rer war mit 2:46 Mi­nu­ten Rück­stand auf die Spit­ze erst als 31. auf den Lang­lauf-Kurs ge­gan­gen. „Den Sprung ha­be ich echt ver­schis­sen“, sag­te er.

Die an­spruchs­vol­len Lauf­stre­cken, die Kom­bi­nie­rer wie auch die Lang­lauf-Spe­zia­lis­ten re­spekt­voll „WM-wür­dig“nann­ten, kom­men Gei­ger, Jo­han­nes Rydzek und Co. ent­ge­gen. Vie­le Trai­nings­sprün­ge – auch auf der Heim-Schan­ze – sol­len die Lü­cke zur Welt­spit­ze bei der Schan­zen-Per­for­mance schlie­ßen. Vor al­lem die Dop­pel-Olym­pia­sie­ger von Pyeong­chang 2018, Rydzek und Eric Fren­zel, ha­ben seit ei­ni­ger Zeit mit gro­ßen Sprung­pro­ble­men zu kämp­fen.

„Wir müs­sen im Sprin­gen neue Rei­ze und ei­nen neu­en Zu­gang fin­den“, sag­te Wein­buch, der Ge­duld an­mahn­te: „Man tut gut dar­an, flei­ßig zu ar­bei­ten und nicht zu den­ken, dass es von heu­te auf mor­gen geht.“Ein biss­chen Zeit bleibt bis zur WM ja noch.

FO­TO: DPA

Die Deut­schen Fa­bi­an Riess­le (l.) und Ma­nu­el Faisst (r.).

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