Wal­ter Kö­ber­les Zu­hau­se ist die Brehm­stra­ße

Rheinische Post Hilden - - Düsseldorf­er Wirtschaft -

Er ist ei­nes der Ge­sich­ter der DEG: Er war Spie­ler, Trai­ner, Ma­na­ger und ist heu­te, mit 71 Jah­ren, Bot­schaf­ter des Eis­ho­ckey­clubs. Seit 48 Jah­ren wohnt der ge­bür­ti­ge Kauf­beu­rer in Düs­sel­dorf. Im Zoo­vier­tel fühlt er sich zu Hau­se. „In Kauf­beu­ren könn­te ich heu­te nicht mehr le­ben“, sagt er. Viel­mehr wird der 71-Jäh­ri­ge, der 1976 mit der Deut­schen Na­tio­nal­mann­schaft die Bron­ze­me­dail­le ge­wann, auch ger­ne der Bür­ger­meis­ter vom Zoo­vier­tel ge­nannt. Das DEG-Ur­ge­stein ist be­kannt wie der sprich­wört­li­che bun­te Hund.

Wal­ter Kö­ber­le.

Eis­sta­di­on Er war 16 Jah­re alt, als er mit dem ESV Kauf­beu­ren zum ers­ten Mal an die Brehm­stra­ße kam. „Da­mals war das Sta­di­on noch gar nicht über­dacht“, er­in­nert sich Kö­ber­le und weiß noch wie heu­te, dass um 22 Uhr das gan­ze Sta­di­on schrie: „Kö­ber­le ins Bett“. Da­mals wuss­te er noch nicht, dass die Brehm­stra­ße fünf Jah­re spä­ter sei­ne Hei­mat wer­den wür­de. Sein Wohn­zim­mer, wie er es nennt, ob auf dem Eis, in der Ka­bi­ne oder in der Ge­schäfts­stel­le. Hier wur­de er als Spie­ler zwei Mal (1972 und 1975) mit der DEG Deut­scher Meis­ter. An der Brehm­stra­ße er­fan­den die Fans den Schlacht­ruf „Kö-Kö-Kö­ber­le“. An der Brehm­stra­ße kam auch der da­ma­li­ge Welt­klas­se-Spie­ler Phil Es­po­si­to auf ihn zu­ge­rast – um ihm zu gra­tu­lie­ren, weil der Mann mit der Num­mer 13 den Ka­na­di­er ast­rein ge­checkt hat­te. Die 13 ver­folgt Kö­ber­le üb­ri­gens, er ist an ei­nem 13. ge­bo­ren, wohnt im Haus Num­mer 13, hat 2013 die Klin­zing-Pla­ket­te

be­kom­men. „Und Vla­di­mir Va­cat­ko hat mir im Trai­ning 13 Zäh­ne aus­ge­schla­gen.“Die Brehm­stra­ße ist für Kö­ber­le im­mer noch das Zu­hau­se der DEG. Sein Tri­kot mit der Num­mer 13 wird nicht mehr ver­ge­ben und hängt un­ter dem Dach im Do­me, der Spiel­stät­te der DEG. Dort ist für Kö­ber­le der Sa­lon, die Hei­mat der DEG ist an der Brehm­stra­ße.

Zo­o­park Für Kö­ber­le ist der Zo­o­park die grü­ne Lun­ge mit­ten in der Stadt, und bei ihm liegt der Park di­rekt vor der Haus­tü­re. 16 Jah­re sei er mit Pau­le, ei­nem Misch­ling aus Wind- und Schä­fer­hund, zu je­der Ta­ges­zeit und bei je­dem Wet­ter, egal zu wel­cher Jah­res­zeit, dort spa­zie­ren. Hier fin­det er oft Ru­he und Ent­span­nung, lässt die Ge­dan­ken krei­sen. Nach dem Or­kan „Ela“, als auch der Zo­o­park stark zer­stört wur­de, hat Kö­ber­le für „sei­nen“Park ei­nen Baum ge­stif­tet. Denn rund ein Drit­tel der dor­ti­gen Bäu­me fie­len da­mals dem Sturm zum Op­fer.

Re­thel­stra­ße „Mein zwei­tes Wohn­zim­mer“, sagt der DEG-Bot­schaf­ter. Ein­kau­fen geht er auf der Re­thel­stra­ße – die Fla­nier­mei­le und das Herz des Zoo­vier­tels. „Hier be­kom­me ich al­les, was ich brau­che, und hier ist auch mein Lieb­lings­i­ta­lie­ner.“Doch sein Stamm­platz ist das Ta­la­mi­ni, die Eis­die­le. Dort sitzt Kö­ber­le ger­ne an ei­nem der klei­nen Ti­sche drau­ßen vor der Tür und hält Hof, wäh­rend er mor­gens sei­nen Kaf­fee trinkt und Zei­tung liest. Den Chef kennt er seit Jah­ren. Und min­des­tens je­der Zwei­te, der vor­bei­kommt, grüßt freund­lich. Vie­le hal­ten mit ihm ein klei­nes Pläusch­chen. Dann ist Kö­ber­le ganz in sei­nem Ele­ment und wie­der bes­tens über al­le Neu­ig­kei­ten in­for­miert.

Kase­mat­ten Ei­gent­lich sind die Kase­matt­ten am Rhein­ufer ja ein Tou­ri-Spot. Doch dort, wo sie sich be­fin­den, am Fu­ße der Pro­me­na­de des Rhein­ufers, ha­be man be­son­ders ei­nen tol­len Blick, bei­spiels­wei­se Rich­tung Rhein­turm und Me­di­en­ha­fen oder Rich­tung Schloss­turm. Doch die schöns­te Aus­sicht ge­nießt Wal­ter Kö­ber­le bei Son­nen­un­ter­gang. „Dann rü­ber auf die an­de­re Rhein­sei­te nach Ober­kas­sel zu schau­en, das ist ein­fach nur schön“, sagt er. Meis­tens ist er da­nach gleich wie­der weg. Es sei denn, es ist Fuß­ball. „Dann schau ich mir in den Kase­mat­ten mit Freun­den auch schon mal das ei­ne oder an­de­re Spiel an.“

Ger­ri­cus-Platz Die Kir­che und der Platz er­in­nern ihn an sei­ne Hei­mat Kauf­beu­ren. Ger­res­heim hat für ihn et­was Dörf­li­ches. Der Platz vor der Ba­si­li­ka mit dem Brun­nen hat es ihm be­son­ders an­ge­tan. Das Gan­ze sei so schön in sich ge­schlos­sen. Au­ßer­dem ge­be es dort wun­der­ba­re Ver­an­stal­tun­gen. Ge­ra­de erst war es das Wein­fest, die Ger­res­hei­mer Bür­ger­wehr fei­ert dort ih­ren Bi­wak, und wenn ge­ra­de kein Eishockey ist, be­sucht Kö­ber­le auch sonn­tags den Vee­dels­zug. In­zwi­schen geht er häu­fi­ger zum Ger­ri­cus Platz, denn von dort ist es nicht weit zum Fried­hof, wo sei­ne Frau Ga­bi be­stat­tet ist, die im No­vem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res starb und mit der er mehr als 50 Jah­re zu­sam­men war.

Bir­git Wanninger

RP-FO­TO: AN­NE ORTHEN

Wal­ter Kö­ber­le macht auch heu­te noch ei­ne gu­te Fi­gur auf dem Eis „sei­ner“Hal­le an der Brehm­stra­ße.

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