Zwei Träum­chen für Ber­lin

Ab heu­te kön­nen Be­su­cher end­lich die Pan­da-Zwil­lin­ge im Ber­li­ner Zoo se­hen. Of­fi­zi­ell tra­gen sie die chi­ne­si­schen Na­men Meng Xiang und Meng Yuan – von ih­ren Pfle­gern wer­den die Bä­ren­brü­der aber lie­be­voll Pit und Pau­le ge­nannt.

Rheinische Post Hilden - - Panorama - VON GI­SE­LA GROSS UND JOR­DAN RA­ZA

BER­LIN (dpa) Vor ih­rem ers­ten Aus­flug vor Zoo-Be­su­chern ha­ben die Ber­li­ner Pan­da-Zwil­lin­ge die Ge­ne­ral­pro­be ge­meis­tert. Vor Jour­na­lis­ten leg­ten die rund fünf Mo­na­te al­ten Brü­der Meng Xiang und Meng Yuan am Mitt­woch ers­te Klet­ter­ein­la­gen hin. Sie zeig­ten sich sehr ver­spielt und rauf­ten auch mit­ein­an­der. Bis­her wuch­sen die Klei­nen hin­ter den Ku­lis­sen des Zoos auf. Für den Auf­tritt vor Pu­bli­kum war Vor­aus­set­zung, dass sie ih­rer Mut­ter Meng Meng fol­gen kön­nen.

Das ist jetzt of­fen­sicht­lich der Fall: Pit und Pau­le, wie die Pfle­ger sie lie­be­voll ru­fen, nah­men die In­nen­an­la­ge in Be­schlag – ei­ne Art Pan­da-Wohn­zim­mer hin­ter Glas. Auf die Au­ßen­an­la­ge geht es vor­erst al­ler­dings nicht. Im In­ne­ren hat der Tier­park für den Nach­wuchs zwi­schen Ber­gen von Bam­bus klei­ne­re Klet­ter­sta­tio­nen aus Holz und St­ei­nen be­reit­ge­stellt. Da­mit sich die Jun­gen ih­re Tat­zen nicht ein­klem­men, wur­den vor­ab mög­li­che Ver­let­zungs­ri­si­ken be­sei­tigt. Aber oh­ne­hin wacht Bä­ren­mut­ter Meng Meng vor­sich­tig über ih­ren ers­ten Nach­wuchs: Wenn die Klei­nen zu hoch klet­ter­ten, pack­te sie sie mit der Schnau­ze und zog sie wie­der her­un­ter.

Ab heu­te stellt sich der Zoo we­gen der Klei­nen auf mehr An­drang als üb­lich ein – Schät­zun­gen zu Be­su­cher­zah­len wur­den vor­ab je­doch nicht ab­ge­ge­ben. Fest steht al­ler­dings: Es sol­len mehr Kas­sen be­setzt wer­den, da­mit die Men­schen nicht so lan­ge an­ste­hen müs­sen. Si­cher­heits­per­so­nal soll zu­dem ei­nem mög­li­chen Stau am Pan­da-Ge­he­ge vor­beu­gen – freie Sicht hat man näm­lich nur von ei­nem recht klei­nen Be­reich aus. An die Schei­ben des In­nen­ge­he­ges zu klop­fen und das Fo­to­gra­fie­ren mit Blitzlicht sind nicht er­laubt.

„Na­tür­lich ist es für die bei­den jetzt erst ein­mal ei­ne neue Si­tua­ti­on“, sag­te der un­ter an­de­rem für die Pan­das zu­stän­di­ge Tier­pfle­ger Cor­vin Sch­mohl. Die Jung­tie­re sei­en aber vor­ab ein­ge­wöhnt wor­den und nun trotz der vie­len Ka­me­ras und der Auf­merk­sam­keit „tie­fen­ent­spannt“. Pit, der Erst­ge­bo­re­ne, sei noch et­was trä­ger als Pau­le – der Jün­ge­re sei deut­lich mo­bi­ler und ani­mie­re sei­nen Bru­der und die Mut­ter re­gel­recht zum Spie­len.

Mit der Wahl der kur­zen, ein­präg­sa­men Spitz­na­men Pit und Pau­le sei­en die Pfle­ger ei­ner klei­nen Ber­li­ner Tra­di­ti­on ge­folgt, so Sch­mohl – er er­in­ner­te an frü­he­re Zoo-Lieb­lin­ge wie Go­ril­la Bob­by und Nil­pferd Knautsch­ke. Wer die chi­ne­si­schen Na­men be­vor­zugt: Der Nach­wuchs wird Möng Jüan und Möng Schiang aus­ge­spro­chen, was er­füll­ter und er­sehn­ter Traum be­deu­tet.

Die Zwil­lin­ge sind der ers­te Pan­da-Nach­wuchs in ei­nem deut­schen Zoo. Frü­he­re Zucht­ver­su­che mit an­de­ren Pan­da-Paa­ren in Ber­lin wa­ren er­folg­los ge­blie­ben. Die El­tern­tie­re Meng Meng und Jiao Qing le­ben seit 2017 in der Haupt­stadt. Der Va­ter ist an der Auf­zucht der Jun­gen nicht be­tei­ligt und hat ein se­pa­ra­tes Ge­he­ge auf der glei­chen An­la­ge.

Die sel­te­nen Bä­ren sind Leih­ga­ben Chi­nas. Der Zoo be­zahlt da­für ei­ne jähr­li­che Leih­ge­bühr von ei­ner Mil­li­on US-Dol­lar, die Sum­me fließt den An­ga­ben zu­fol­ge kom­plett in den Artenschut­z. Ob auch für die Zwil­lin­ge, die laut Ver­trag eben­falls Ei­gen­tum Chi­nas sind, Zah­lun­gen fäl­lig wer­den, ver­rät der Zoo nicht.

FO­TO: AP

Die bei­den klei­nen Pan­da­bä­ren spie­len im In­nen­ge­he­ge des Ber­li­ner Zoos mit­ein­an­der.

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