Mehr als ein Trai­ner

Rheinische Post Hilden - - Düsseldorf­er Sport -

der un­be­ant­wor­tet blieb – per Rück­ruf oder so­gar di­rekt, was in der Sze­ne kom­plett au­ßer­ge­wöhn­lich ist. Un­ver­ges­sen bleibt auch der An­ruf, nach­dem der Coach in ei­nem Kom­men­tar ge­le­sen hat­te, er ha­be auf ei­ner Pres­se­kon­fe­renz in Sa­chen Per­so­nal­la­ge ein we­nig ge­schwin­delt. Wohl­ge­merkt: Fun­kel griff nicht zum Te­le­fon, um sich zu be­schwe­ren. Er rief an, um zu er­klä­ren, dass sich die Per­so­nal­la­ge erst am spä­te­ren Nach­mit­tag ge­än­dert ha­be – und ent­schul­dig­te sich da­für, dar­über nicht in­for­miert zu ha­ben. So viel Ehr­lich­keit und Men­sch­lich­keit wird min­des­tens eben­so in Er­in­ne­rung blei­ben wie sei­ne Auf­stie­ge.

Und dann gibt es noch ei­nen Ort, der im­mer in Zu­sam­men­hang mit For­tu­na und Fun­kel ste­hen wird: Mar­bel­la. Das Trai­nings­la­ger im

Ja­nu­ar 2019 ging in die Bun­des­li­ga-Ge­schich­te ein. Nach drei Sie­gen in Se­rie ver­such­te der da­ma­li­ge Vor­stands­chef Ro­bert Schä­fer den­noch, Fun­kel in der Win­ter­pau­se los­zu­wer­den, und woll­te die­ses Vor­ha­ben obend­rein am letz­ten Tag in Süd­spa­ni­en als ge­schei­ter­te Ver­trags­ver­hand­lun­gen ver­kau­fen. Doch das ging nach hin­ten los. Ei­ne be­mer­kens­wer­te Wel­le des Un­ver­ständ­nis­ses und der Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen für den Trai­ner sorg­ten schließ­lich da­für, dass Fun­kel doch blei­ben durf­te. Da­für war es der An­fang vom En­de für Schä­fer.

Fun­kel sag­te am Mitt­woch, dass er oh­ne Weh­mut ge­he und die ver­gan­ge­nen knapp vier Jah­re ein­zig in po­si­ti­ver Er­in­ne­rung hal­ten wer­de. Man merk­te ihm aber auch an, dass er die Men­schen bei For­tu­na ver­mis­sen wird – al­len vor­an die Spie­ler und sein Trai­ner- und Funk­ti­ons­team. Lutz Pfan­nen­stiel, der als Sport­vor­stand am Mitt­woch Fun­kels Trai­nerar­rie­re be­en­det hat, er­klär­te die­ses Zu­sam­men­spiel im ver­gan­ge­nen Herbst noch so: „Wir ha­ben ei­ne Fa­mi­lie in der Ka­bi­ne – mit Fried­helm Fun­kel als Pa­pa.“

Nun ist der Pa­pa weg. Das Gros der Mann­schaft zeig­te sich da­von ge­schockt. Fun­kel blieb aber auch im Ab­schied der Mann mit An­stand, ver­mied es, nach­zu­tre­ten, son­dern sprach dem Team Mut zu. „Ich wer­de For­tu­ne blei­ben“, sag­te Fun­kel, „und wer­de von der Couch aus die Dau­men drü­cken.“

FO­TO: DPA (2)/IMAGO IMAGES

Fried­helm Fun­kel in ei­nem sei­ner größ­ten Mo­men­te als Trai­ner: Im Fan­block des Dresd­ner Sta­di­ons fei­ert er am 28. April 2018 mit den An­hän­gern den Auf­stieg in die Bun­des­li­ga.

26. Ja­nu­ar 2020: Fun­kels letz­ter Auf­tritt als F95-Trai­ner in Le­ver­ku­sen.

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