Pla­gia­te statt Lu­xus­wa­ren ver­kauft

Rheinische Post Hilden - - Fakten & Hintergrun­d - VON WULF KANNEGIESS­ER

Bil­li­ge Pla­gia­te als ech­te Lu­xus­ar­ti­kel an­zu­bie­ten und so­gar zu Lu­xus­prei­sen zu ver­kau­fen – das brach­te ei­ner In­ter­net­händ­le­rin je­de Men­ge Är­ger ein.

We­gen ge­werbs­mä­ßi­gen Be­tru­ges und we­gen Ver­stö­ßen ge­gen das Mar­ken­ge­setz hat­te das Amts­ge­richt be­reits schrift­lich ge­gen die 41-Jäh­ri­ge ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe von sie­ben Mo­na­ten ver­hängt. Ihr Pro­test da­ge­gen soll­te am Frei­tag öf­fent­lich ver­han­delt wer­den, aber da­bei blieb die An­kla­ge­bank leer.

In­ner­halb von fünf Mo­na­ten hat­te die Frau im Jahr 2018 min­des­tens ei­ne Hand­ta­sche ei­ner Lu­xus­mar­ke für 630 Eu­ro so­wie ein Paar Schu­he für 79 Eu­ro auf ei­ner In­ter­net­platt­form an­ge­bo­ten. Ge­lie­fert wur­de den Kun­din­nen dann aber nicht et­wa die an­ge­prie­se­ne hoch­wer­ti­ge Mar­ken­wa­re nam­haf­ter Her­stel­ler, son­dern sie er­hiel­ten bloß Bil­lig-Imi­ta­te. Und zu­hau­se, das er­gab ei­ne Durch­su­chung, hat­te die 41-Jäh­ri­ge noch viel mehr sol­cher „Blen­der“-Wa­re ge­sta­pelt und auch schon zum Ver­kauf übers In­ter­net vor­ge­se­hen, so die An­kla­ge.

Des­halb ging die Staats­an­walt­schaft da­von aus, dass die 41-Jäh­ri­ge ge­werbs­mä­ßig han­del­te, sich al­so durch den Ver­kauf nach­ge­mach­ter Mar­ken­wa­re dau­er­haft ei­ne zu­sätz­lich Ein­nah­me­quel­le ver­schaf­fen woll­te.

Ob das wirk­lich so war, hät­te die Frau am Frei­tag vor dem Rich­ter ei­gent­lich er­klä­ren sol­len. Doch weil sie den Pro­zess­ter­min ver­strei­chen ließ, oh­ne zu er­schei­nen, wur­de ihr Pro­test ge­gen den Straf­be­fehl zu­rück­ge­wie­sen. Ih­re Ver­ur­tei­lung zur sie­ben­mo­na­ti­gen Be­wäh­rungs­stra­fe ist da­mit rechts­kräf­tig.

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