Uta Ma­j­mu­dar - Aus­ver­kauf der Glas­kunst

Die re­nom­mier­te Haaner Glas­künst­le­rin ist vor we­ni­gen Ta­gen 85 Jah­re alt ge­wor­den. Jetzt setzt sich die Trä­ge­rin des NRW-Staats­prei­ses künst­le­risch zur Ru­he, ver­kauft ih­re Ate­lier­be­stän­de und wird den Er­lös spen­den.

Rheinische Post Hilden - - Haan - VON GUNDEL SEIBEL

HA­AN „Ge­schafft“nennt Uta Ma­j­mu­dar ih­re letz­te gro­ße Werk­schau. Sie hofft, in den kom­men­den drei Mo­na­ten al­le Ate­lier-Be­stän­de ver­kauft zu ha­ben. Denn Uta Ma­j­mu­dar bie­tet al­le Ob­jek­te zum ab­so­lu­ten Son­der­preis an. 10 Pro­zent des ur­sprüng­li­chen Prei­ses sol­len sie dann nur noch kos­ten. Und selbst die­se Sum­me wird sie spen­den an ein Kin­der­heim im in­di­schen Bar­o­da, zu dem sie mit ih­rem Ehe­mann ei­ne en­ge Ver­bin­dung hat­te.

„Es ist ge­nug“, sagt Uta Ma­j­mu­dar zu ih­rem Ent­schluss, sich von al­len Aus­stel­lungs­stü­cken tren­nen zu wol­len. Und sie fügt hin­zu: „Ich hof­fe, dass mei­ne Glas­kunst in sinn­vol­le Hän­de kommt“. In den gro­ßen Glas­kunst­mu­se­en im Land sind sie ja schon ver­tre­ten, in Düsseldorf, in Co­burg und in Im­men­hau­sen. Den Staats­preis NRW, den 2. Staats­preis Ba­den-Würt­tem­berg und den Kul­tur­preis des Krei­ses Mett­mann hat sie im Lau­fe ih­res Le­bens er­hal­ten. Und schließ­lich hat Ha­an ja auch sein Was­ser­fall-Kunst­werk, das jetzt noch auf dem Platz vor dem Schwimm­bad steht.

Im­mer ist es die Son­ne, die Ma­j­mu­dars Kunst­wer­ke so rich­tig zum Strah­len brin­gen. Je­doch geht es für die Künst­le­rin nicht nur um Äs­t­he­tik und Schön­heit. Ih­re Uni­ka­te sind auch Aus­druck von Kri­tik oder auch Sa­ti­re. Weil heut­zu­ta­ge die meis­ten Men­schen sich mit ei­nem Schal be­klei­den, muss­te sie un­be­dingt ei­nen mit Draht ge­hä­kel­ten Glas­schal her­stel­len. Kann auch so ge­tra­gen wer­den, wenn man will.

Ein Tur­ban, eben­falls mit Draht ge­fer­tigt, soll den Kopf des gro­ßen Mo­ham­med zie­ren. Ur­sprüng­lich hat­te Ma­j­mu­dar da­zu noch die Kro­ne für den Kö­nig und ei­ne Bi­schofs­müt­ze her­ge­stellt. Die sind in­zwi­schen ver­kauft oder wei­ter­ge­ge­ben wor­den. Ein To­ten­hemd für ih­ren vor acht Jah­ren ver­stor­be­nen Ehe­mann Dr. Su­resh Ma­j­mu­dar, ehe­mals Che­mi­ker bei Hen­kel in Düsseldorf, hat die Künst­le­rin ge­stal­tet. Im Haaner Ate­lier ist nur ein Foto zu se­hen. Das Ori­gi­nal hängt im Mu­se­um. „Al­les was ich se­he, se­he ich mit Glas­au­gen“, sagt Uta Ma­j­mu­dar da­zu. Und sie fügt hin­zu: „Glas muss man ent­de­cken“.

Sie selbst ent­deck­te die Kunst mit 40 Jah­ren. Die ehe­ma­li­ge Grund­schul­leh­re­rin von der Schu­le am Haaner Bol­len­berg war be­reit, al­les zu ler­nen. Sie er­ar­bei­te­te sich die Kunst, sie hat­te Fan­ta­sie und Aus­sa­ge­kraft. Die An­er­ken­nung und die zahl­lo­sen Prei­se deutsch­land­weit blie­ben nicht aus. „Die Staats­prei­se be­kommt man nur von den gro­ßen Ob­jek­ten“, sagt sie schmun­zelnd. Die le­gen­dä­re Ve­nus von Wil­len­dorf (Ös­ter­reich) hat

Ma­j­mu­dar auf ih­re Wei­se nach­ge­ar­bei­tet, na­tür­lich klein. Die Mut­ter­got­tes­fi­gur ist im Haaner Ate­lier-Schluss­ver­kauf noch zu er­wer­ben.

Uta Ma­j­mu­dar ist Mit­glied im Ver­ein „Kunst in der Stadt Ha­an“. Sie konn­te den Ver­eins­vor­sit­zen­den Pe­ter Pü­schel über­zeu­gen, dass er sich mit sei­nen Bil­dern an ih­rer letz­ten Aus­stel­lung be­tei­ligt. Pü­schel hat für die Schau di­ver­se Bil­der aus un­ter­schied­li­chen Schaf­fens­zei­ten aus­ge­sucht, vom Chris­tus (1964) bis in die bun­te Ge­gen­wart.

RP-FOTO: STE­PHAN KÖHLEN

Uta Ma­j­mu­dar be­en­det ihr Kunst­schaf­fen. Bis En­de April will sie ih­ren ge­sam­ten Ate­lier­be­stand für ei­nen gu­ten Zweck ver­kau­fen.

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