„Ei­ne Sit­zung bleibt ei­ne Sit­zung“

Den­nis Hil­le (32) ist seit 2016 der Li­te­rat der Prin­zen-Gar­de. Er küm­mert sich um das Pro­gramm für 14 öf­fent­li­che Ver­an­stal­tun­gen des Tra­di­ti­ons­korps in der Ses­si­on. Da­zu wer­den mehr als 20.000 Be­su­cher er­war­tet.

Rheinische Post Hilden - - Köln Kompakt - VON STE­PHAN EPPINGER

KÖLN Be­reits gut an­dert­halb St­un­den vor dem Be­ginn der Ko­s­tüm­sit­zung der Prin­zen-Gar­de im Ma­ri­tim ist Li­te­rat Den­nis Hil­le vor Ort. „Vor der Ver­an­stal­tun­gen spre­che ich mit den ver­schie­de­nen Ge­wer­ken wie der Tech­nik oder auch der Se­cu­ri­ty. Da­zu kom­men wei­te­re Ge­sprä­che mit un­se­rem Prä­si­den­ten Di­no Mas­si und un­se­rem Sit­zungs­lei­ter Mar­cus Gott­schalk. Da geht es dann um Be­son­der­hei­ten der Sit­zung oder auch um Eh­run­gen“, sagt der 32-Jäh­ri­ge.

Et­wa zwei Jah­re muss er das Pro­gramm im Vor­aus pla­nen. „Da ist es auch wich­tig, im­mer et­was Zeit­puf­fer ein­zu­be­rech­nen. So pla­nen wir heu­te ei­nen be­son­de­ren Emp­fang für die Blau­en Fun­ken. Im Pu­bli­kum wer­den nach der Pau­se blau-wei­ße Fähn­chen ver­teilt, im Ju­bi­lä­ums­jahr wird der Auf­zug der Blau­en Fun­ken wohl et­was län­ger dau­ern. Mit so et­was muss man im­mer rech­nen. Mir macht es Spaß, et­was zu ge­stal­ten, je­de Ver­an­stal­tun­gen von uns hat ih­re ganz ei­ge­ne Dra­ma­tur­gie.“

Was die Köl­ner Mu­sik­sze­ne an­geht, ist der aus­ge­bil­de­te Ver­an­stal­tungs­kauf­mann be­geis­tert: „Mit Ka­sal­la, Cat Ball­ou und Qu­er­beat hat es da in Köln ei­nen ech­ten Boom für jun­ge Bands ge­ge­ben. Da­von hat zum Bei­spiel auch Mil­jö pro­fi­tiert, ei­nem Dau­er­gast bei un­se­ren Par­tys. Aber auch die Bläck Fööss zei­gen ei­ne sen­sa­tio­nel­le Ses­si­ons­leis­tung. Wir sind, was die Mi­schung an­geht, hier in Köln ex­trem breit und gut auf­ge­stellt.“

Für die ein­zel­nen Ver­an­stal­tun­gen hat der Li­te­rat im­mer den rich­ti­gen Mix pa­rat: „In der Re­gel ha­ben wir im­mer drei Mu­sik­grup­pen, drei Red­ner, ei­ne Tanz­grup­pe, das Drei­ge­stirn und wenn es ei­ne Pau­se gibt auch ein wei­te­res Tra­di­ti­ons­korps. Wir wol­len ei­ne schö­ne Sit­zung

und kein Par­ty­for­mat, da ist man bei der Prin­zen-Gar­de auch der Tra­di­ti­on ver­pflich­tet. Für mich ist der Sit­zungs­kar­ne­val im­mer ein bun­ter Blu­men­strauß, den wir un­se­ren Gäs­ten an­bie­ten.“

Schon der Va­ter von Den­nis Hil­le war als Mu­si­ker bei den Va­ja­bun­de im Kar­ne­val un­ter­wegs. „Ich ha­be in der Ju­gend ei­gent­lich nur die fünf Ta­ge Stra­ßen­kar­ne­val ge­kannt. Das hat sich bei mei­ner Aus­bil­dung zum Ver­an­stal­tungs­kauf­mann ge­än­dert. Ich ha­be ein Prak­ti­kum bei der Agen­tur „Alaaaf“von Horst Mül­ler und Gui­do Cantz ge­macht und so den Kar­ne­val ganz an­ders ken­nen­ge­lernt. Ich konn­te Kon­tak­te auf­bau­en und ha­be Freun­de ge­fun­den“, sagt Hil­le, der spä­ter län­ge­re Zeit haupt­be­ruf­lich für die Künst­ler­agen­tur tä­tig ist.

Da­zu ge­hört auch der ver­stor­be­ne Li­te­rat der Prin­zen-Gar­de Jo­sef Lut­ter so­wie der Prä­si­dent Di­no Mas­si und der frü­he­re Prinz und heu­ti­ge Sit­zungs­lei­ter Mar­cus Gott­schalk. „Man hat sich über­legt, wie es wei­ter­geht, wenn Jupp auf­hört und so wur­de ich 2015 ge­fragt, ob ich es mir vor­stel­len kann, die­sen Job zu über­neh­men. Ge­plant war ei­gent­lich, dass ich Jupp 2016 erst­mal bei sei­ner Ar­beit über die Schul­ter schaue. Dann ist er 2015 plötz­lich ge­stor­ben und ich wur­de ins kal­te

Was­ser ge­wor­fen. Ich hat­te gro­ßen Re­spekt vor die­sem Amt, das Jupp ganz maß­geb­lich ge­prägt hat.“

In­zwi­schen ist Hil­le in sei­ner fünf­ten Ses­si­on als Li­te­rat im Ein­satz. „Ich wur­de bei der Prin­zen-Gar­de un­fass­bar toll auf­ge­nom­men. Die­se spielt in mei­nem Pri­vat­le­ben ei­ne ganz wich­ti­ge Rol­le. Da geht es nicht nur um die sechs bis acht Wo­chen in der Ses­si­on. Das zieht sich durch das ge­sam­te Jahr“, sagt Hil­le, der nach den Jah­ren bei Horst Mül­ler in­zwi­schen als Im­mo­bi­li­en­mak­ler in der Fir­ma sei­nes Va­ters ar­bei­tet.

Den Job als Li­te­rat leis­tet er im Eh­ren­amt. „Da geht es nicht nur um die Pro­gramm­ge­stal­tung. Ich un­ter­stüt­ze un­se­ren Pres­se­spre­cher zum Bei­spiel im Be­reich So­ci­al Me­dia, küm­me­re mich um die Image­fil­me der Prin­zen-Gar­de und un­ter­stüt­ze un­se­ren Kom­man­dan­ten bei der Or­ga­ni­sa­ti­on der Korps­auf­zü­ge.“

Zum Pro­gramm ge­hö­ren in­zwi­schen zehn Sit­zun­gen und vier Par­tys so­wie der Ge­ne­ral­korps­ap­pell. 2019 hat­te die Prin­zen-Gar­de rund 20.000 Sit­zungs­gäs­te. „Be­deut­sam sind für uns auch die jun­gen For­ma­te wie die Jeck­ma­rie-Par­ty. Es ist wich­tig, jun­ge Leu­te an­zu­spre­chen. Da geht es um die Zu­kunft des Sit­zungs­kar­ne­vals. Wir ver­su­chen den Leu­ten so zu zei­gen, dass nicht nur der Stra­ßen­kar­ne­val schön ist.“

FOTO: EPPINGER

Li­te­rat Den­nis Hil­le (Mit­te) mit Prä­si­dent Di­no Mas­si (l.) und dem Füh­rer des Corps à la sui­te Thors­ten Schmidt.

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