„Be­ton­gold“al­lein reicht nicht

Geld­an­la­gen in Immobilien sind wei­ter­hin be­liebt. Um so­ge­nann­te Klum­pen­ri­si­ken zu ver­mei­den, ra­ten Ex­per­ten da­zu, ne­ben der phy­si­schen Im­mo­bi­lie auch in Be­tei­li­gun­gen und Wert­pa­pie­re zu in­ves­tie­ren.

Rheinische Post Hilden - - Marktplatz - VON PATRICK PETERS

Immobilien sind noch im­mer des Deut­schen liebs­tes Kind, um Geld dar­in zu in­ves­tie­ren. Knapp je­der zwei­te Deut­sche be­sitzt Wohn­ei­gen­tum. Die Su­che nach Ei­gen­tums­woh­nun­gen, Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern und Ge­wer­be­ob­jek­ten als In­vest­ment nimmt kein En­de und die Prei­se stei­gen dem­ent­spre­chend kon­ti­nu­ier­lich. Das wie­der­um senkt die pro­zen­tua­le Ren­di­te, denn je hö­her der Kauf­preis, des­to ge­rin­ger der Er­trag. In Spit­zen­la­gen ist die­ser be­reits bis­wei­len bei we­ni­ger als zwei Pro­zent Ren­di­te pro Jahr an­ge­kom­men, wie Ex­per­ten aus der Pra­xis im­mer wie­der be­to­nen. Auf der an­de­ren Sei­te weist ei­ne Stu­die des Por­talan­bie­ters Im­mo­welt dar­auf hin, dass es bei­spiels­wei­se in Nord­rhein-West­fa­len noch Städ­te ge­be, in de­nen ver­gleichs­wei­se ho­he Ren­di­ten mög­lich sei­en. Die Spit­zen­rei­ter bei den Brut­to­ren­di­ten sei­en da­bei Duis­burg mit sie­ben Pro­zent und Wup­per­tal mit 6,7 Pro­zent.

„Es ist wich­tig, dass sich Kauf­in­ter­es­sen­ten ge­nau über ih­re An­sprü­che Ge­dan­ken ma­chen. Wel­ches Ziel ver­fol­gen sie mit ih­rem Im­mo­bi­li­en­in­vest­ment? Wol­len sie recht schnell da­mit lau­fen­de Aus­schüt­tun­gen ge­ne­rie­ren, in vie­len Jah­ren die Ren­te auf­sto­cken oder Ver­mö­gen im ‚Be­ton­gold‘ schüt­zen? Da­von hängt na­tür­lich die In­vest­ment­stra­te­gie ab“, sagt Pe­ter Jost, der für das Im­mo­bi­li­en­un­ter­neh­men Dah­ler & Com­pa­ny den Stand­ort Mön­chen­glad­bach lei­tet. Wer bei­spiels­wei­se durch ein Mehr­fa­mi­li­en­haus für die Ren­te vor­sor­gen wol­le, kön­ne die­ses über bei­spiels­wei­se 25 Jah­re durch die Miet­ein­nah­men re­fi­nan­zie­ren und er­hal­te nach der kom­plet­ten Til­gung Mo­nat für Mo­nat Aus­schüt­tun­gen

aus den Miet­ein­nah­men. „Ab­züg­lich ei­ner In­ves­ti­ti­ons­rück­la­ge bleibt dann im­mer noch ge­nü­gend Geld zur Ver­fü­gung, um den ge­wohn­ten Le­bens­stan­dard zu er­hal­ten. Und die Im­mo­bi­lie selbst hat ja auch ei­nen Wert.“

Jost plä­diert vor al­lem für ei­ne Geld­an­la­ge oh­ne Emo­tio­nen. „Ei­ne Im­mo­bi­lie für die Al­ters­vor­sor­ge ist kein Pres­ti­ge­ob­jekt und soll auch kei­nen

Schön­heits­preis ge­win­nen, son­dern den Zweck er­fül­len. Und der heißt eben: größt­mög­li­che Ren­di­te und da­mit plan­ba­re mo­nat­li­che Aus­schüt­tun­gen. Für die­sen Zweck ist ein so­li­des, gut ge­pfleg­tes Mehr­fa­mi­li­en­haus ei­ne bes­se­re Wahl als ein Pre­mi­um-Pent­house in Spit­zen­la­ge.“

Auf der an­de­ren Sei­te kön­nen An­le­ger auch zur Streu­ung ih­rer In­vest­ments bei­tra­gen, in­dem sie sich al­ter­na­ti­ve Im­mo­bi­li­en­an­la­gen an­schau­en. „Die­se kön­nen ver­hin­dern, dass An­le­ger so­ge­nann­te Klum­pen­ri­si­ken ein­ge­hen, al­so meh­re­re Immobilien rund um den ei­ge­nen Kirch­turm er­wer­ben und sich da­mit der Ge­fahr aus­set­zen, von ei­nem Ab­schwung an dem ent­spre­chen­den Stand­ort sehr stark be­trof­fen zu sein“, sagt Mar­cus Wee­res, Di­rek­tor und Stand­ort­ver­ant­wort­li­cher der un­ab­hän­gi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­tung I.C.M. In­de­pen­dent Ca­pi­tal Ma­nage­ment aus Neuss/Düsseldorf.

I.C.M. setzt bei­spiels­wei­se über ei­nen re­nom­mier­ten Part­ner Sach­wer­te-In­vest­ments in Immobilien über das In­stru­ment von ge­schlos­se­nen Be­tei­li­gun­gen ein. Aus dem brei­ten Spek­trum an Pro­duk­ten kann der Kun­de dann, aus­ge­hend von sei­ner In­vest­ment-Stra­te­gie, sei­nen Ren­di­te­wün­schen, Ri­si­ko­pa­ra­me­tern und fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten in zahl­rei­che Pro­jek­te in­ves­tie­ren, die sei­nen Vor­stel­lun­gen ent­spre­chen. „An­le­ger könn­ten bei sol­chen Kon­zep­ten von der brei­ten Streu­ung der Fonds pro­fi­tie­ren und dem­ent­spre­chend auch schon mit klei­ne­ren Sum­men An­tei­le an Be­tei­li­gun­gen er­wer­ben, die ih­nen sonst nicht of­fen­ste­hen. Das führt zu ei­ner in­ter­es­san­ten Streu­ung über Stand­or­te und Ob­jekt­ar­ten hin­weg.“Von of­fe­nen Im­mo­bi­li­en­fonds rät Wee­res‘

Kol­le­ge Thi­lo Stad­ler in­des ab. „Im­mo­bi­li­en­fonds er­schei­nen vie­len An­le­gern als lu­kra­ti­ve In­vest­ments. Aber die Zah­len spre­chen nicht un­be­dingt da­für. Vie­len Fonds ge­hen die In­vest­ment­zie­le aus, und bei man­chen Fonds macht die Li­qui­di­tät laut ei­ner Stu­die knapp 30 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens aus. Von 1000 Eu­ro An­la­ge­sum­me wer­den dem­nach ge­ra­de ein­mal 700 Eu­ro in Grund und Bo­den in­ves­tiert. Die ak­tu­el­le durch­schnitt­li­che Ren­di­te liegt da­her bei nur 2,5 Pro­zent jähr­lich.“

Wer Wert­pa­pie­re su­che, kön­ne sich mit den so­ge­nann­ten REITs be­fas­sen, sagt Stad­ler. REITs sind bör­sen­no­tier­te, in der Im­mo­bi­li­en­bran­che tä­ti­ge Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten, die ih­re Ge­win­ne aus der Ver­mie­tung, der Ver­pach­tung so­wie dem Ver­kauf von Immobilien und Grund­stü­cken be­zie­hen.

Be­son­de­re Kenn­zei­chen für ei­nen REIT sind die Be­steue­rung der Ein­künf­te aus­schließ­lich auf der An­le­ge­r­e­be­ne (Be­frei­ung von der Kör­per­schafts­und Ge­wer­be­steu­er) und die ho­he Aus­schüt­tungs­quo­te von min­des­tens 90 Pro­zent der er­wirt­schaf­te­ten Er­trä­ge. Für An­le­ger be­deu­tet dies, dass REITs in ih­rem Aus­schüt­tungs­ver­hal­ten mit ei­nem Di­rekt­in­vest­ment in Immobilien ver­gleich­bar sind – aber eben als Ak­tie im Port­fo­lio lie­gen, nicht als phy­si­sches Ob­jekt.

Immobilien & Geld

FOTO: IM­A­GO

Die Frank­fur­ter Bör­se zählt zu den größ­ten Wert­pa­pier­bör­sen der Welt. Im­mo­bi­li­en­in­vest­ments kön­nen zwar sinn­voll sein, al­ler­dings soll­te man auch Ak­ti­en nicht au­ßer Acht las­sen.

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