Traum­zin­sen: Bes­ser kau­fen als war­ten

Die ei­ge­nen vier Wän­de zu fi­nan­zie­ren, war sel­ten güns­ti­ger als heu­te. Da­für sind al­ler­dings die Im­mo­bi­li­en­prei­se vie­ler­orts hoch.

Rheinische Post Hilden - - Marktplatz -

Mit stei­gen­den Zin­sen müs­sen Ver­brau­cher vor­erst nicht rech­nen. Nach den Plä­nen der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) sol­len die Leit­zin­sen vor­erst bei null Pro­zent blei­ben. Im­mo­bi­li­en­käu­fer wird das freu­en, weil auch Fi­nan­zie­run­gen ver­mut­lich erst­mal nicht teu­rer wer­den.

Wer schon ei­ne Im­mo­bi­lie im Blick hat, soll­te sich lie­ber eher als spä­ter um die pas­sen­de Fi­nan­zie­rung küm­mern, fin­det Max Herbst von der un­ab­hän­gi­gen FMH-Fi­nanz­be­ra­tung in Frank­furt am Main. Der Grund: Das nied­ri­ge Zins­ni­veau hat Ein­fluss auf die Im­mo­bi­li­en­prei­se. Die Zeit für ei­nen Im­mo­bi­li­en­kauf sei ide­al. „Der FMH-In­dex für ei­nen Im­mo­bi­li­en­kre­dit mit ei­ner Lauf­zeit von zehn Jah­ren liegt der­zeit bei 0,81 Pro­zent. Das sind traum­haf­te Zin­sen. Was will man mehr?“Viel pas­sie­re da im Mo­ment auch nicht. Und ob jetzt die Zin­sen im Durch­schnitt 0,8 Pro­zent oder 0,7 Pro­zent kos­ten, sei am En­de auch kei­ne Kauf­ent­schei­dung.

Ex­per­ten ha­ben für die­ses Jahr zwar Mi­nus­zin­sen vor­her­ge­sagt. Der Ex­per­te sieht hier aber kei­ne gro­ße Ge­fahr. „Im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber ha­ben wir ein­mal für ei­ne kur­zen Mo­ment bei ei­nem An­bie­ter ei­nen Zins­satz von 0,02 Pro­zent ge­habt. Das war aber für ein Voll­til­ger­dar­le­hen für zehn Jah­re, und die Be­lei­hung lag nur bei 50 Pro­zent – al­so für ei­ne spe­zi­el­le Kon­struk­ti­on.“Man müs­se aber da­zu sa­gen, dass zu dem

Zeit­punkt auch die Bun­des­an­lei­hen ganz am Bo­den wa­ren. Das sei in­zwi­schen wie­der an­ders. „Baut man in sei­ne Fi­nan­zie­rung aber be­stimm­te Kre­di­te der För­der­bank KfW ein, kann man in be­stimm­ten Fäl­len die Ge­samt­be­las­tung durch­aus in den ne­ga­ti­ven Be­reich brin­gen. Ent­schei­dend hier ist vor al­lem der ho­he Til­gungs­zu­schuss von bis zu 48.000 Eu­ro von der KfW.“

Der Ex­per­te rät da­zu, lie­ber zu kau­fen als zu war­ten. „War­ten zahlt sich ver­mut­lich nicht aus. Wie schon ge­sagt: Bei den Zin­sen tut sich nicht so viel. Die Im­mo­bi­li­en­prei­se stei­gen aber wei­ter. Wer jetzt in der Hoff­nung auf bes­se­re Zin­sen viel­leicht ein paar Wo­chen war­tet, spart am En­de nicht viel. Aber trotz­dem soll­te man auch nicht über­stürzt ei­nen Kauf­ver­trag un­ter­schrei­ben.“tmn

FOTO: DPA

Die Zin­sen blei­ben erst­mal auf dem jet­zi­gen Le­vel, die Im­mo­bi­li­en­prei­se stei­gen aber wei­ter, sa­gen Ex­per­ten.

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