Auch Scholz für frü­he­ren So­li-Ab­bau

Ei­ne Um­set­zung im Som­mer wür­de die Bür­ger um rund fünf Mil­li­ar­den Eu­ro ent­las­ten.

Rheinische Post Hilden - - Politik -

BER­LIN (dpa) Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) will be­reits im Som­mer und da­mit frü­her als ge­plant ei­ne Mil­li­ar­den­ent­las­tung der Bür­ger beim So­li. Er be­kräf­tig­te da­mit Plä­ne der SPD. „Nach dem Haus­halts­er­geb­nis des ver­gan­ge­nen Jah­res wä­re das ver­kraft­bar, und zwar oh­ne die Spiel­räu­me für In­ves­ti­tio­nen in den fol­gen­den Jah­ren zu ver­lie­ren“, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker der „Neu­en Osnabrücke­r Zei­tung“. „Da­her plä­die­ren wir da­für, die So­li-Ab­schaf­fung um ein hal­bes Jahr vor­zu­zie­hen.“

Der So­li­da­ri­täts­zu­schlag soll nach den bis­he­ri­gen Plä­nen der schwarz-ro­ten Ko­ali­ti­on ei­gent­lich An­fang 2021 für rund 90 Pro­zent der Zah­ler ab­ge­schafft wer­den. Die SPD-Frak­ti­ons­füh­rung hat­te ein Vor­zie­hen auf Ju­li ver­langt. Dies wür­de die Bür­ger um rund fünf Mil­li­ar­den Eu­ro ent­las­ten. Ei­ne Ei­ni­gung dar­auf hat­te es im Ko­ali­ti­ons­aus­schuss in der Nacht zum Don­ners­tag zu­nächst nicht ge­ge­ben. Der So­li be­trägt 5,5 Pro­zent der Kör­per­schaft- und Ein­kom­men­steu­er. Hin­ter­grund der SPD-Plä­ne

Micha­el Theu­rer FDP-Frak­ti­ons­vi­ze

ist ein ho­her Über­schuss im Bun­des­haus­halt. Im ver­gan­ge­nen Jahr gab es nicht nur 13,5 Mil­li­ar­den Eu­ro mehr Ein­nah­men als Aus­ga­ben. Weil die so­ge­nann­te Asyl-Rück­la­ge nicht an­ge­zapft wur­de, ste­hen so­gar 17 Mil­li­ar­den Eu­ro zur Ver­fü­gung. Der So­li war als Son­der­steu­er vor al­lem für den Auf­bau Ost­deutsch­lands 1991 ein­ge­führt und nur in den Jah­ren 1993 und 1994 nicht er­ho­ben wor­den.

Der stell­ver­tre­ten­de CSU-Lan­des­grup­pen­vor­sit­zen­de Hans Mi­chel­bach sag­te dem „Han­dels­blatt“, wenn es die SPD tat­säch­lich ernst mei­ne, kön­ne man bis zum Som­mer ein um­fas­sen­des Steu­er­sen­kungs­pro­gramm ver­ab­schie­den, das die voll­stän­di­ge Ab­schaf­fung des So­li­da­ri­täts­zu­schlags, ei­ne Mo­der­ni­sie­rung des Un­ter­neh­mens­steu­er­rechts und die schritt­wei­se Be­sei­ti­gung des Mit­tel­stands­bauchs bei der Ein­kom­men­steu­er be­inhal­te.

Die SPD ist bis­her ge­gen ei­ne um­fas­sen­de Re­form der Un­ter­neh­mens­steu­ern. FDP-Frak­ti­ons­vi­ze Micha­el Theu­rer sag­te: „Der So­li muss noch in die­sem Jahr kom­plett und da­mit auch für Mit­tel­stand, Hand­werk und Selbst­stän­di­ge weg­fal­len. Zu­sätz­lich muss al­lei­ne schon we­gen der kon­junk­tu­rel­len Rah­men­be­din­gun­gen ei­ne gro­ße Steu­er­re­form kom­men.“

„Zu­sätz­lich muss in die­sem Jahr ei­ne gro­ße Steu­er­re­form kom­men“

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