Zwei­te Mo­de­ra­to­rin sagt für Sem­per­opern­ball ab

Rheinische Post Hilden - - Politik -

DRESDEN (dpa/epd) Nach zwei Ab­sa­gen ist un­klar, wer den Dresd­ner Sem­per­opern­ball am kom­men­den Frei­tag an der Seite von Schla­ger­sän­ger Ro­land Kai­ser mo­de­rie­ren wird. Auch die für ARD-Nach­rich­ten­spre­che­rin Ju­dith Ra­kers ein­ge­sprun­ge­ne Mo­de­ra­to­rin Ma­rei­le Höpp­ner hat ih­re Teil­nah­me zu­rück­ge­zo­gen. „Ich bin Op­fer und Ziel­schei­be von schlimms­tem Hass und An­fein­dun­gen ge­wor­den. Selbst vor mei­nem Kind wur­de da­bei nicht halt ge­macht“, schrieb Höpp­ner am Sams­tag auf Ins­ta­gram.

Hin­ter­grund für die An­fein­dun­gen ist of­fen­bar die Ver­lei­hung ei­nes Or­dens, mit der der Opern­ball­ver­ein den ägyp­ti­schen Prä­si­den­ten Ab­del Fat­tah al Si­si geehrt hat­te. Al Si­si kam 2013 nach ei­nem Mi­li­tär­putsch an die Macht und wur­de 2014 als Prä­si­dent ver­ei­digt. Seit­dem geht er mit har­ter Hand ge­gen Op­po­si­tio­nel­le und Kri­ti­ker vor, Mei­nungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit

sind stark ein­ge­schränkt. Der Or­den wur­de ihm vor­zei­tig über­ge­ben.

Der Vor­sit­zen­de des Opern­ball-Trä­ger­ver­eins, Hans-Joa­chim Frey, äu­ßer­te sich „scho­ckiert über die Het­ze und den Hass“. Frey hat­te die Wahl des Preis­trä­gers da­mit ge­recht­fer­tigt, dass der Ball ei­ne Kul­turund kei­ne po­li­ti­sche Ver­an­stal­tung sei. Al-Si­si sor­ge in Ägyp­ten für Sta­bi­li­tät, Kul­tur und Bil­dung und sei die Stim­me Afri­kas, hieß es. In­zwi­schen hat sich der Ver­ein für die Eh­rung ent­schul­digt und sich da­von dis­tan­ziert.

FO­TO: DPA

Fühlt sich durch Het­ze be­droht: Ma­rei­le Höpp­ner

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