Wenn die mäch­ti­gen El­tern alt wer­den

Rheinische Post Hilden - - Kultur -

Sach­buch Kat­ja Jung­wirth hat­te stets ein we­nig Angst vor ih­rer Mut­ter. Doch nun ist die Frau alt, schwer krank und auf die Hil­fe ih­rer Toch­ter an­ge­wie­sen. Dass sich die Rol­len trotz­dem nur be­dingt ver­keh­ren und ei­ne ge­bie­te­ri­sche Mut­ter auch vom Kran­ken­haus ih­re Fa­mi­lie zu di­ri­gie­ren weiß, be­schreibt die Au­to­rin in „Mei­ne Mut­ter das Al­ter und ich“in nach­denk­li­chen, hu­mor­vol­len Epi­so­den. Jung­wirth be­rich­tet von Be­sich­ti­gungs­ter­mi­nen im Se­nio­ren­heim, von Selbst­hil­fe­grup­pen pfle­gen­der An­ge­hö­ri­ger, von der Idee ih­rer Mut­ter, zu Leb­zei­ten ihr Gr­ab aus­zu­su­chen. Oft geht es um den Schmerz der Mut­ter, die vom Le­ben Ab­schied neh­men muss und um den der Toch­ter, die als er­wach­se­ne Frau ernst ge­nom­men wer­den will. Sie lebt in der ewi­gen Am­bi­va­lenz, das Selbst­mit­leid ei­ner kran­ken Frau nicht zu be­feu­ern, und ihr doch zu zei­gen, wie sehr ihr Leid sie be­rührt. Ein tröst­li­ches Buch.

Do­ro­thee Krings

Kat­ja Jung­wirth: „Mei­ne Mut­ter das Al­ter und ich“. Kre­mayr & Sche­ri­au, 176 Seiten, 22 Eu­ro

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