Im Folk­wang bleibt der Ein­tritt frei

Rheinische Post Hilden - - Kultur - VON KLAS LI­BU­DA

Nach fünf Pro­be­jah­ren möch­te Es­sen die Samm­lung sei­nes Mu­se­ums dau­er­haft gra­tis zei­gen.

ES­SEN Wo­von vie­le Mu­se­ums­leu­te träu­men, soll in Es­sen Wirk­lich­keit wer­den: Das dor­ti­ge Folk­wang-Mu­se­um möch­te auch künf­tig dar­auf ver­zich­ten, von sei­nen Be­su­chern Ein­tritt zu ver­lan­gen. Zu­min­dest ein­mal für den Be­such der haus­ei­ge­nen Kunst­samm­lung soll die­ses An­ge­bot dau­er­haft gel­ten. Das ga­ben die Stadt Es­sen, das Mu­se­um und die Krupp-Stif­tung be­kannt.

Ganz neu ist das Mo­dell fürs Folk­wang nicht: Seit Ju­ni 2015 ist der Ein­tritt in die Samm­lung des Kunst­mu­se­ums frei – für den Be­such ei­ner Son­der­aus­stel­lung muss man wei­ter­hin zah­len. Seit fünf Jah­ren über­nimmt die Krupp-Stif­tung die Kos­ten für das Pro­jekt, ins­ge­samt ei­ne Mil­li­on Eu­ro, um die feh­len­den Ein­nah­men des Mu­se­ums zu kom­pen­sie­ren. In die­sem Som­mer läuft das För­der­pro­gramm aus, und die Stif­tung hat­te deut­lich ge­macht, dass die Un­ter­stüt­zung end­lich ist. Des­halb

über­nimmt die Stadt Es­sen künf­tig die Kos­ten. Bis En­de 2021 wird die Krupp-Stif­tung noch ein­mal 300.000 Eu­ro ge­ben, an­schlie­ßend will die Stadt jähr­lich 200.000 Eu­ro be­reit­stel­len. Vor­aus­ge­setzt, der Stadt­rat stimmt zu, wo­von Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Ku­fen (CDU) über­zeugt scheint. Am Mon­tag gab er das En­ga­ge­ment der Stadt für ihr Mu­se­um je­den­falls per­sön­lich be­kannt. Das Geld soll dem Folk­wang dem­nach zu­sätz­lich zur Ver­fü­gung ge­stellt, der Etat des städ­ti­schen Mu­se­ums nicht an an­de­rer Stel­le ge­kürzt wer­den. Wo­her die Mit­tel kom­men wer­den, konn­te Ku­fen noch nicht sa­gen.

„Kunst für al­le“gab der Ober­bür­ger­meis­ter als Leit­idee aus – das ist ein heh­res Ziel. Tat­säch­lich aber lässt sich sa­gen, dass das Haus zu­letzt mehr Men­schen er­reicht hat als zu­vor. Nach An­ga­ben des Mu­se­ums

ha­ben sich die Be­su­cher­zah­len mehr als ver­drei­facht. So sa­hen 35.529 da­mals noch zah­len­de Be­su­cher 2014 die Dau­er­aus­stel­lung, 2019 wa­ren es 115.513 Gäs­te; dar­un­ter wa­ren üb­ri­gens 10.992 Kin­der und Ju­gend­li­che, 2014 ka­men nur 1440 jun­ge Be­su­cher.

„Es wird nor­ma­ler, ins Mu­se­um zu ge­hen“, meint Pe­ter Gor­schlü­ter, der das Folk­wang seit 2018 lei­tet. Laut ei­ner Stu­die im Auf­trag des Mu­se­ums ga­ben 56 Pro­zent der Be­frag­ten an, nun häu­fi­ger ein­fach so ins Haus kom­men zu wol­len. 59 Pro­zent der Be­frag­ten ga­ben an, für ein Kunst­werk oder ei­nen Künst­ler vor­bei­zu­schau­en. Reich­lich Aus­wahl gibt es: Die Samm­lung des Folk­wang um­fasst Kunst­wer­ke aus dem 19., 20. und 21 Jahr­hun­dert, dar­un­ter 900 Ge­mäl­de und 320 Plas­ti­ken un­ter an­de­rem von van Gogh, Gau­gu­in, Pol­lock und Rich­ter. Hin­zu kom­men 65.000 Fo­to­gra­fi­en, 350.000 Pla­ka­te so­wie Zeich­nun­gen, Gra­fi­ken und ar­chäo­lo­gi­sche Ob­jek­te.

Alex­an­der Ba­sil aus der Klas­se von Tom­ma Abts.

FOTO: GIOR­GIO PAS­TO­RE

Das Folk­wang-Mu­se­um in Es­sen zeigt sei­ne Samm­lung auch künf­tig bei frei­em Ein­tritt.

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