Franz Held: Ein An­ar­chist und Dich­ter

Rheinische Post Hilden - - Fakten & Hintergrun­d -

4. Fe­bru­ar 1908

(wie) Am ver­starb in Rank­weil (Ös­ter­reich) der Dich­ter, Dra­ma­ti­ker und Au­tor Franz Held. Im Jahr 1862 wur­de er un­ter dem Na­men Franz Herz­feld in Düsseldorf ge­bo­ren. Schon im Al­ter von 14 Jah­ren ge­wann Franz Herz­feld im Jahr 1876 den Dra­men-Wett­be­werb der Stadt Düsseldorf. Das Stück wur­de auf­ge­führt und be­ju­belt, be­rich­ten zeit­ge­nös­si­sche Qu­el­len. Sein Stu­di­um schloss er nicht ab. Ab 1887 ver­öf­fent­lich­te er Ge­dich­te un­ter dem Pseud­onym Franz Held. Als er we­gen Got­tes­läs­te­rung an­ge­klagt wur­de, floh der An­ar­chist ge­mein­sam mit sei­ner Frau in die Schweiz und spä­ter nach Ös­ter­reich. Auf ei­ner Alm­hüt­te leb­ten bei­de in ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen mit vier Kin­dern. Im Som­mer 1899 ver­schwan­den die El­tern über Nacht spur­los und lie­ßen die Kin­der in der Berg­hüt­te zu­rück. Vor­mund wur­den der Schrift­stel­ler Max Hal­be und Franz Helds äl­te­rer Bru­der, der Ber­li­ner Rechts­an­walt und Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­te der SPD, Jo­seph Herz­feld. Erst 1900 wur­de Franz Held in Gries bei Bo­zen auf­ge­grif­fen und in ei­ne Bo­ze­ner Ir­ren­an­stalt ein­ge­lie­fert. Acht Jah­re spä­ter starb er in ei­ner Ner­ven­heil­an­stalt.

AR­CHIV FOTO:

Franz Held en­de­te im Ir­ren­haus.

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