Volks­bank will Fi­lia­le in der Alt­stadt

Am neu­en Geld­au­to­ma­ten-Stand­ort an der Bol­ker­stra­ße soll es bald Per­so­nal ge­ben. Die Bi­lanz 2019 fiel po­si­tiv aus.

Rheinische Post Hilden - - Düsseldorf­er Wirtschaft - VON NICOLE LAN­GE

Die Volks­bank Düs­sel­dorf-Neuss will ei­nen neu­en Stand­ort in der Alt­stadt eta­blie­ren. Das teil­te Vor­stands­spre­cher Rainer Mel­lis am Di­ens­tag bei der Bi­lanz-Pres­se­kon­fe­renz des In­sti­tuts mit. Das Un­ter­neh­men hat­te be­reits En­de des ver­gan­ge­nen Jah­res an der Bol­ker­stra­ße 31 das klei­ne La­den­lo­kal an­ge­mie­tet, in dem zu­vor ver­schie­de­ne Im­bis­se ih­re Hei­mat hat­ten. Zu­nächst wur­den dort nur zwei Geld­au­to­ma­ten ein­ge­baut, künf­tig soll es aber auch Mit­ar­bei­ter dort ge­ben: „Ab dem zwei­ten Quar­tal wer­den wir dort ge­mein­sam mit der ge­nos­sen­schaft­li­chen Rei­se­bank ei­nen be­mann­ten Kas­sen- und Geld­au­to­ma­ten­stand­ort be­trei­ben“, sag­te Mel­lis: „Und wenn es gut an­läuft, auch Be­ra­ter vor Ort ein­set­zen.“Dar­über wol­le man mög­lichst schnell ent­schei­den.

Die Volks­bank will da­mit wohl auch in die Lü­cke sto­ßen, die die Schlie­ßung der Spar­kas­sen­fi­lia­le dort hin­ter­las­sen hat­te. Die Stadt­spar­kas­se hat­te im ver­gan­ge­nen Herbst ih­re Alt­stadt-Fi­lia­le auf­ge­ge­ben, die we­ni­ge Häu­ser von dem neu­en An­ge­bot des Mit­be­wer­bers ent­fernt liegt. Die Spar­kas­se be­treibt dort noch ein Selbst­be­die­nungs-An­ge­bot, zu dem ne­ben Geld­au­to­ma­ten un­ter an­de­rem ein Münz­rol­len-Au­to­mat ge­hört – ein Ser­vice für die Alt­stadt­wir­te und -händ­ler. Die Volks­bank will sich um die­se Ge­schäfts­kun­den im Um­feld nun eben­falls be­mü­hen: „Die Bar­geld­ver­sor­gung wird an die­ser Stel­le si­cher ein The­ma sein.“Was die­ser Ser­vice kos­tet, wer­de man mit den po­ten­zi­el­len Kun­den im ein­zel­nen be­re­den.

Auch ins­ge­samt be­kräf­tig­te Mel­lis das Ver­spre­chen, man schlie­ße der­zeit kei­ne Fi­lia­len und den­ke lie­ber über zu­sätz­li­che Stand­or­te nach. In den Fi­lia­len, in de­ren Um­feld Mit­be­wer­ber sich zu­rück­ge­zo­gen ha­ben, ver­zeich­ne man ei­ne Rei­he von An­fra­gen po­ten­zi­el­ler Neu­kun­den – auch jetzt noch. „Vie­le Kun­den, die tat­säch­lich nur ein- oder zwei­mal im Jahr in ih­re Fi­lia­le ge­hen, be­mer­ken die Schlie­ßun­gen erst jetzt.“

In Witt­la­er hat die Volks­bank sich ent­schie­den, in den frü­he­ren Stand­ort der Stadt­spar­kas­se an der Kalk­stra­ße

um­zu­zie­hen – er ist grö­ßer als der bis­he­ri­ge: „Für uns ist dort ein in­ter­es­san­tes Wachs­tums­ge­biet“, sagt Mel­lis. In Ober­kas­sel ha­be man in den Um­bau der Fi­lia­le in­ves­tiert, und in Lo­hau­sen wur­de als neu­er Stand­ort die his­to­ri­sche Tank­stel­le an der Nie­der­rhein­stra­ße ge­fun­den. Ins­ge­samt be­treibt die Volks­bank Düs­sel­dorf Neuss ak­tu­ell 23 Fi­lia­len, ne­ben zwölf in der Lan­des­haupt­stadt ge­hö­ren da­zu auch zehn im Rhein-Kreis Neuss und ei­ne in Ra­tin­gen.

Ih­re Pri­vat­kun­den müs­sen nach Aus­kunft der Bank ak­tu­ell eher nicht be­fürch­ten, für ih­re Spar­ein­la­gen mit Straf­zin­sen zur Kas­se ge­be­ten zu wer­den – deutsch­land­weit hat ei­ne Rei­he von In­sti­tu­ten sol­che Straf­zin­sen bei Ta­ges­geld­kon­ten ein­ge­führt; dar­un­ter auch ei­ni­ge Volks­ban­ken. Mel­lis sag­te, man wol­le den „klei­nen Spa­rer“ver­scho­nen. Da­ge­gen wer­de man bei Be­trä­gen ab ei­ner Mil­li­on Eu­ro „Ver­wah­rent­gel­te“prü­fen – al­ler­dings nicht nur ori­en­tiert an der Sum­me, son­dern auch an der Ge­schäfts­be­zie­hung, die man mit dem Kun­den ha­be.

Das Ge­schäfts­jahr 2019 war aus Sicht des In­sti­tuts trotz der schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen er­folg­reich. So stieg das Be­triebs­er­geb­nis vor Be­wer­tung von 11,2 Mil­lio­nen auf 12,1 Mil­lio­nen Eu­ro, wie Vor­stand

Klaus Reh be­rich­te­te. Der Jah­res­über­schuss lag mit 2,44 Mil­lio­nen leicht über dem des Vor­jah­res (2,40 Mil­lio­nen). Reh führ­te die Ent­wick­lung auf ein deut­lich ge­stie­ge­nes bi­lan­zi­el­les Kun­den­ge­schäft so­wie auf das Pro­vi­si­ons­er­geb­nis zu­rück. Der Pro­vi­si­ons­über­schuss hat sich 2019 um mehr als sie­ben Pro­zent er­höht, die Kun­den­ein­la­gen wuch­sen um gut zehn, die Kun­den­kre­di­te um fast acht Pro­zent.

Der Ver­wal­tungs­auf­wand der Volks­bank Düs­sel­dorf Neuss stieg im glei­chen Zei­t­raum um fast sechs Pro­zent auf 32,7 Mil­lio­nen Eu­ro. Grund wa­ren den An­ga­ben nach vor al­lem Son­der­fak­to­ren in den Per­so­nal­kos­ten wie Ta­rif­er­hö­hun­gen und Neu­ein­stel­lun­gen. Man ha­be kein Per­so­nal ab­ge­baut, be­ton­ten die Vor­stän­de: „Wir stel­len auch wei­ter­hin qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal ein.“Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te das In­sti­tut 17 neue Aus­zu­bil­den­de ein­ge­stellt und be­schäf­tigt da­mit ak­tu­ell 25 – wenn­gleich die Nach­wuchs­ge­win­nung nicht ein­fa­cher wer­de. „Wenn sie er­folg­reich ih­re Aus­bil­dung ab­schlie­ßen, dann über­neh­men wir sie in der Re­gel auch“, sag­te Reh.

RP-FOTO: NIC

Mit­ten auf der Fei­er­mei­le Bol­ker­stra­ße hat die Volks­bank seit ei­ni­ger Zeit Geld­au­to­ma­ten. Das An­ge­bot an die­ser Stel­le soll aus­ge­baut wer­den, even­tu­ell auch mit Be­ra­tern.

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