Post kippt Pa­ket-Preis­er­hö­hung

Ab Mai wer­den man­che Sen­dun­gen viel güns­ti­ger. Ver­brau­cher müs­sen ver­glei­chen.

Rheinische Post Hilden - - Wirtschaft - VON DA­NI­EL BÖHNE UND REIN­HARD KOWALEWSKY

BONN Die Deut­sche Post knickt vor dem Druck der Bun­des­netz­agen­tur ein. Sie nimmt die erst im Ja­nu­ar ein­ge­führ­ten hö­he­ren Prei­se für Pa­ke­te und Päck­chen wie­der zu­rück. Dann gel­ten wie­der die Prei­se aus 2019. Die Bun­des­netz­agen­tur hat­te den Kon­zern auf­ge­for­dert, die Er­hö­hung zu­rück­zu­neh­men, weil er sei­ne Markt­macht miss­brau­che. Er wol­le hö­he­re Prei­se durch­set­zen als not­wen­dig, um sei­ne Kos­ten zu de­cken. Nun er­klärt die Post, sie ge­be nach, um ei­nen „zu er­war­ten­den lang­wie­ri­gen Rechts­streit zu ver­mei­den.“Sie be­tont aber, sie müs­se die Prei­se auf Dau­er an­pas­sen, weil ih­re Kos­ten deut­lich ge­stie­gen sei­en.

„Die Re­vi­die­rung der hö­he­ren Prei­se ist gut für die Kun­den“, sagt Wolf­gang Schuld­zin­ski, Chef der NRW-Ver­brau­cher­zen­tra­le, „es ist gut, dass die Bun­des­netz­agen­tur da Druck ge­macht hat.“Dies sieht auch Rein­hard Hou­ben so, wirt­schafs­po­li­ti­scher Spre­cher der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on:

„Das ist schon ei­ne ziem­li­che Klat­sche für die Post.“

Die Ta­ri­fe wa­ren im Ja­nu­ar im Schnitt um drei Pro­zent er­höht wor­den, doch bei ei­ner Rei­he an Pro­duk­ten hat­te die Post noch viel mehr an der Preis­schrau­be ge­dreht. So hat­te sie den Ta­rif für den Ver­sand ei­nes Pa­ke­tes mit bis zu zehn Ki­lo um 10,5 Pro­zent von 9,49 Eu­ro auf

Wolf­gang Schuld­zin­ski, Vor­stand Ver­brau­cher­zen­tra­le NRW

10,49 Eu­ro er­höht, ab Mai wird dies re­vi­diert.

Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len rät Kun­den, beim Ver­sand von Pa­ke­ten und Päck­chen im­mer die Prei­se der ver­schie­de­nen An­bie­ter zu ver­glei­chen. Der Grund ist, dass die Prei­se von Deut­sche Post DHL, Her­mes, DPD oder auch GLS von ver­schie­de­nen Kri­te­ri­en ab­hän­gen. So ist die Post bei sehr klei­nen Päck­chen mit ma­xi­mal zwei Ki­lo Ge­wicht, die ma­xi­mal 35 Zen­ti­me­ter lang sein dür­fen, ei­gent­lich der güns­tigs­te An­bie­ter mit ei­nem Preis von künf­tig und auch jetzt 3,79 Eu­ro. GLS ver­langt für ein ver­gleich­ba­res Päck­chen zwar nur 3,50 Eu­ro. Aber für die Zu­stel­lung nach Hau­se sind 80 Cent Zu­schlag fäl­lig, wo­ge­gen die Post kei­nen Auf­schlag für die Heim­zu­stel­lung ver­langt.

Her­mes nimmt für ein bis zu 25 Ki­lo schwe­res Pa­ket 11,95 Eu­ro, so­fern die längs­te und die kür­zes­te Sei­te zu­sam­men 120 Zen­ti­me­ter er­ge­ben. Wer bei der Post da­ge­gen ein Pa­ket zwi­schen zehn Ki­lo Ge­wicht und 31,5 Ki­lo Ge­wicht ab­gibt, muss ak­tu­ell 18,49 Eu­ro zah­len, ab Mai sind es wie­der 16,49 Eu­ro. Hier darf die Sen­dung ma­xi­mal 120 x 60 x 60 Zen­ti­me­ter groß sein.

Spa­ren kön­nen Ver­brau­cher häu­fig wenn sie ih­re Pa­ke­te on­line fran­kie­ren. So kos­tet ein Pa­ket bis zu fünf Ki­lo bei der Post 7,49 Eu­ro bei Ab­ga­be in der Fi­lia­le. Beim Fran­kie­ren on­line sind ab Mai wie­der nur 5,99 Eu­ro fäl­lig, jetzt sind es 6,49 Eu­ro.

„Es ist gut, dass die Netz­agen­tur da Druck ge­macht hat“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.