Mehr pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge er­hal­ten er­höh­te Ren­te

Rheinische Post Hilden - - Wirtschaft - VON BIR­GIT MARSCHALL

BER­LIN Die Zahl der pfle­gen­den An­ge­hö­ri­gen, die ei­ne An­he­bung ih­rer ge­setz­li­chen Ren­te auf­grund ih­rer Pfle­ge­leis­tun­gen er­hal­ten, hat sich seit 2016 auf über 670.000 mehr als ver­dop­pelt. Das geht aus ak­tu­el­len Ver­si­cher­ten­zah­len der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung (DRV) her­vor, die un­se­rer Re­dak­ti­on vor­lie­gen. Dem­nach lag die Zahl der in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­si­cher­ten Pfle­ge­per­so­nen oh­ne Ren­ten­be­zug nach den letzt­ver­füg­ba­ren Da­ten En­de 2018 bei rund 673.000. En­de 2016 hat­te sie da­ge­gen noch bei rund 302.000 ge­le­gen. Seit In­kraft­tre­ten der Re­form der Pfle­ge­ver­si­che­rung An­fang 2017 ent­spricht dies ei­nem An­stieg von mehr als 120 Pro­zent.

Ent­spre­chend sind auch die Ein­nah­men der Ren­ten­ver­si­che­rung durch die Bei­trags­zah­lun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung im Ver­gleich zum Vor­jahr deut­lich ge­stie­gen. La­gen die Bei­trags­ein­nah­men für Pfle­ge­per­so­nen im Jahr 2016 noch bei rund ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro, so be­tru­gen die­se 2018 rund 2,2 Mil­li­ar­den Eu­ro. Die Ent­wick­lung ma­che deut­lich, dass die An­fang 2017 in Kraft ge­tre­te­ne Re­form die Al­ters­si­che­rung der pfle­gen­den Men­schen tat­säch­lich ver­bes­sert, so die Ren­ten­ver­si­che­rung „Es flie­ßen nun für er­heb­lich mehr Pfle­gen­de Bei­trä­ge in die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung und ver­bes­sern da­mit de­ren Ab­si­che­rung“, sag­te ein DRV-Spre­cher un­se­rer Re­dak­ti­on. Der weit über­wie­gen­de Teil der Pfle­ge­per­so­nen sei weib­lich, so die Ren­ten­ver­si­che­rung. So wa­ren En­de 2018 rund 88 Pro­zent der Pfle­ge­per­so­nen Frau­en und le­dig­lich rund zwölf Pro­zent Män­ner.

Von der Pfle­ge­kas­se wer­den der­zeit Ren­ten­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge von bis zu 592 Eu­ro im Mo­nat für den Pfle­gen­den ge­zahlt. Die Hö­he der Bei­trä­ge ist ab­hän­gig vom Grad der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit und da­von, wel­che Leis­tun­gen vom Pfle­ge­be­dürf­ti­gen be­zo­gen wer­den. Nach ei­nem Jahr Pfle­ge er­höht sich da­durch die mo­nat­li­che Ren­te um bis zu 31 Eu­ro. Durch die Re­form der Pfle­ge­ver­si­che­rung wur­den 2017 aus den drei Pfle­ge­stu­fen fünf Pfle­ge­gra­de. Da­mit für die Pfle­ge Bei­trä­ge zur Ren­ten­ver­si­che­rung ge­zahlt wer­den, muss die­se ins­ge­samt min­des­tens zehn St­un­den, ver­teilt auf we­nigs­tens zwei Ta­ge pro Wo­che, aus­ge­übt wer­den. Auch muss die Pfle­ge in häus­li­cher Um­ge­bung er­fol­gen und die Pfle­ge­per­son darf ne­ben der Pfle­ge nicht mehr als 30 St­un­den be­rufs­tä­tig sein. Die Vor­aus­set­zun­gen für die Bei­trags­zah­lung zur Ren­ten­ver­si­che­rung prüft die Pfle­ge­kas­se.

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