Vie­le Schu­len schlie­ßen we­gen Sturm-Ge­fahr

NRW wapp­net sich für Or­kan „Sa­bi­ne“: Städ­te ge­ben schul­frei, die Bahn rüs­tet sich für den Fall, dass Bäu­me auf Schie­nen fal­len.

Rheinische Post Hilden - - Vorderseit­e - VON CHRISTIAN SCHWERDTFE­GER UND UN­SE­REN LO­KAL­RE­DAK­TIO­NEN

DÜS­SEL­DORF In NRW be­rei­ten sich Schu­len, Ver­kehrs­be­trie­be und Be­hör­den auf Sturm­tief „Sa­bi­ne“vor, de­ren ers­te Aus­läu­fer am Sonn­tag­abend in NRW er­war­tet wer­den. Der Deut­sche Wet­ter­dienst (DWD) warn­te am Frei­tag vor star­ken Or­k­an­bö­en. „Wir rech­nen da­mit, dass der Sturm Schä­den ver­ur­sacht und mög­li­cher­wei­se den Ver­kehr durch­ein­an­der­bringt“, sag­te DWD-Me­teo­ro­lo­ge Bernd Hus­sing. Sonn­tag­mor­gen wer­de wohl ei­ne amt­li­che Un­wet­ter­war­nung her­aus­ge­ge­ben. „In NRW wird der Hö­he­punkt des Or­kans in der Nacht zum Mon­tag et­wa ge­gen Mit­ter­nacht er­war­tet. Zwi­schen Wind­stär­ke neun und zwölf ist da al­les mög­lich“, sag­te Hus­sing.

Aus Si­cher­heits­grün­den blei­ben in meh­re­ren Städ­ten die Schu­len am Mon­tag ge­schlos­sen – et­wa in Lan­gen­feld, Kaarst und Neuss. In an­de­ren Kom­mu­nen sol­len die Schu­len oder die El­tern ent­schei­den, ob sie den Schul­weg für si­cher hal­ten. Die Stadt Duis­burg kri­ti­sier­te, dass es lan­des­weit nach wie vor kei­ne ein­heit­li­che Re­ge­lung ge­be, wie sich die Schu­len im Fall ei­nes schwe­ren Sturms ver­hal­ten sol­len. „Des­halb wer­den wir zu­künf­tig ein­zel­fall­be­zo­gen ent­schei­den müs­sen, ob al­le Schu­len ge­schlos­sen wer­den müs­sen oder nicht“, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Stadt Duis­burg.

Das Schul­mi­nis­te­ri­um hat­te zu­vor Schu­len und Schul­trä­ger auf die Mög­lich­keit hin­ge­wie­sen, am Mon­tag

den Un­ter­richt aus­fal­len zu las­sen. „Obers­te Prio­ri­tät hat die Si­cher­heit und Un­ver­sehrt­heit al­ler Schü­le­rin­nen und Schü­ler“, sag­te Staats­se­kre­tär Ma­thi­as Rich­ter (FDP). Das Mi­nis­te­ri­um be­ton­te, dass El­tern am Mon­tag­mor­gen ent­schei­den dürf­ten, ih­re Kin­der nicht zur Schu­le zu schi­cken, „soll­ten sie den Schul­weg für un­zu­mut­bar und nicht si­cher er­ach­ten“.

Aus­wir­kun­gen könn­te der Sturm auch auf die Fuß­ball­bun­des­li­ga ha­ben. Ob das Der­by zwi­schen Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach und dem 1. FC Köln am Sonn­tag wie ge­plant um 15.30 Uhr an­ge­pfif­fen wird, ent­schei­det sich am Spiel­tag selbst, wie der gast­ge­ben­de Ver­ein am Frei­tag mit­teil­te. Eben­falls am Sonn­tag wer­den rund um den Köl­ner Dom Ab­sper­run­gen

auf­ge­stellt. Man fürch­tet, dass vom Bau­werk Tei­le ab­bre­chen und dann Men­schen tref­fen könn­ten. Mög­li­cher­wei­se ent­fal­len auch Gottesdien­ste, teil­te die Dom­bau­ver­wal­tung mit.

In NRW lau­fen auch bei der Deut­schen Bahn die Sturm-Vor­be­rei­tun­gen auf Hoch­tou­ren. „Wir ver­stär­ken in al­len Be­rei­chen und be­rei­ten uns auf ,Sa­bi­ne’ vor“, sag­te ei­ne Bahn­spre­che­rin. So wer­de das Per­so­nal in den Leit­stel­len und Be­triebs­zen­tra­len auf­ge­stockt, Schicht­plä­ne wür­den an­ge­passt. „Par­al­lel wer­den Re­pa­ra­tur­fahr­zeu­ge ins Stand­by ge­setzt.“Das Au­gen­merk lie­ge dar­auf, die Stre­cken so schnell es geht wie­der be­fahr­bar zu ma­chen. Im Ernst­fall räum­ten die Mit­ar­bei­ter vor Ort mit Spe­zi­al­ge­rä­ten die Glei­se frei und re­pa­rier­ten Tech­nik und Ober­lei­tun­gen. Die Bahn emp­fiehlt Rei­sen­den, für Sonn­tag, Mon­tag oder Di­ens­tag ge­plan­te Rei­sen zu ver­schie­ben. Im Re­gio­nal- und Fern­ver­kehr wer­de ab Sonn­tag­abend mit Be­ein­träch­ti­gun­gen ge­rech­net. Auch der Flug­ha­fen Köln/Bonn wird sich nach An­ga­ben ei­ner Spre­che­rin auf den Sturm ein­stel­len.

„Sa­bi­ne“weckt Er­in­ne­run­gen an den Or­kan „Ky­rill“im Ja­nu­ar 2007. Da­mals wur­de die stärks­te Böe in Düs­sel­dorf mit 145 St­un­den­ki­lo­me­tern re­gis­triert. „Am Sonn­tag wird der Wind im Ta­ges­ver­lauf im­mer mehr zu­neh­men“, sag­te DWD-Spre­cher Hus­sing. Be­reits am Nach­mit­tag ge­be es flä­chen­de­ckend Bö­en der Stär­ke 9. So stark wie Ky­rill wer­de „Sa­bi­ne“aber wohl nicht. mit dpa

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