Fla­schen­post sucht 10.000 neue Mit­ar­bei­ter

Rheinische Post Hilden - - Wirtschaft - VON FLO­RI­AN RIN­KE

Der Ge­trän­ke-Lie­fer­dienst will sei­ne Be­leg­schaft of­fen­bar mehr als ver­dop­peln.

DÜS­SEL­DORF Der Ge­trän­ke-Lie­fer­dienst Fla­schen­post will mas­siv wach­sen. Laut ei­ner Stel­len­an­zei­ge, mit der das Start-up aus Müns­ter ei­nen Per­so­nal­chef sucht, sol­len in die­sem Jahr min­des­tens 10.000 neue Mit­ar­bei­ter an­ge­wor­ben wer­den. Bis­lang be­schäf­tigt Fla­schen­post an sei­nen 19 Stand­or­ten nach ei­ge­nen An­ga­ben rund 6000 Mit­ar­bei­ter. Fla­schen­post-Chef Ste­phen Weich will die Zah­len auf An­fra­ge nicht be­stä­ti­gen, sagt je­doch: „Na­tür­lich sind wir stän­dig auf der Su­che nach neu­en Kol­le­gen und wol­len ei­ne si­gni­fi­kan­te An­zahl neu­er Mit­ar­bei­ter ge­win­nen.“

Die Ge­schäf­te schei­nen sich für Fla­schen­post je­den­falls gut zu ent­wi­ckeln. Laut dem Por­tal „Deut­sche-Star­tups“be­trägt die Brut­to­mar­ge, al­so die Dif­fe­renz zwi­schen dem Ein­kaufs- und dem Ver­kaufs­preis von Wa­ren, bei Fla­schen­post an­geb­lich 44 Pro­zent. Üb­lich sei­en laut dem Por­tal in den meis­ten Su­per­märk­ten eher 27 Pro­zent. Weich will die­se Zah­len nicht kom­men­tie­ren – eben­so we­nig wie die Fra­ge nach ei­ner neu­en Fi­nan­zie­rungs­run­de. Bis­lang hat­te Fla­schen­post von In­ves­to­ren rund 70 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­sam­melt.

Un­ter­des­sen wird das Un­ter­neh­men nach Über­wa­chungs­vor­wür­fen wei­ter­hin von der Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten über­prüft. Man sei An­fang Fe­bru­ar vor Ort in Müns­ter ge­we­sen, um sich ei­nen Ein­druck von der Vi­deo­über­wa­chung zu ver­schaf­fen, teil­te ein Spre­cher der Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten mit. Gleich­zei­tig ha­be man das Ge­spräch mit den Ver­ant­wort­li­chen und dem Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten des Un­ter­neh­mens ge­sucht. „Die ge­won­ne­nen In­for­ma­tio­nen wer­den wir nun in un­se­rer da­ten­schutz­recht­li­chen Be­wer­tung ein­be­zie­hen“, sag­te ein Spre­cher.

Mit­ar­bei­ter hat­ten un­se­rer Re­dak­ti­on von per­ma­nen­ter Vi­deo­über­wa­chung in den Lo­gis­tik­stand­or­ten be­rich­tet. Ka­me­ras wür­den da­bei nicht nur Be­rei­che über­wa­chen, in de­nen teu­re Spi­ri­tuo­sen oder Wein ge­la­gert wer­den, son­dern auch an­de­re Be­rei­che des La­gers. „Die Hal­le ist in al­len Ecken aus­ge­leuch­tet und es wird auch auf­ge­zeich­net“, hat­te ein Ex-Mit­ar­bei­ter aus Düs­sel­dorf be­rich­tet und be­haup­tet, dass die Bil­der auch in der Zen­tra­le in Müns­ter an­ge­schaut wer­den könn­ten. Au­ßer­dem sei­en Lie­fer­fahr­zeu­ge mit GPS-Sen­dern aus­ge­rüs­tet wor­den, um die Fahr­stre­cke nach­ver­fol­gen zu kön­nen.

Fla­schen­post hat­te den Ein­satz von Ka­me­ras mit dem Schutz vor Ein­brü­chen und Dieb­stäh­len be­grün­det. „Ein Zu­griff auf die­se Da­ten ist nur in be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len und mit vor­he­ri­ger Ge­neh­mi­gung des Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten mög­lich“, sag­te ei­ne Spre­che­rin. Die Vi­deo­auf­zeich­nun­gen dien­ten der Prä­ven­ti­on und Be­weis­si­che­rung. Die Ar­beits­leis­tun­gen der Mit­ar­bei­ter wür­den nicht aus­ge­wer­tet.

Die Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te lei­te­te im Ok­to­ber ei­ne Prü­fung ein. Man be­fin­de sich in ei­ner lau­fen­den Ab­stim­mung, sag­te Fla­schen­post-Chef Ste­phen Weich, der sich je­doch op­ti­mis­tisch gibt: „Die Ge­sprä­che lau­fen sehr kon­struk­tiv und aus mei­ner Sicht in ei­ne po­si­ti­ve Rich­tung. Bis­lang be­steht aus un­se­rer Sicht kei­ne Not­wen­dig­keit der Abän­de­rung.“

Am Stand­ort Düs­sel­dorf wur­de un­ter­des­sen die erst­ma­li­ge Grün­dung ei­nes Be­triebs­ra­tes ein­ge­lei­tet. Soll­te er zu­stan­de­kom­men, hät­te er mehr Ein­fluss­mög­lich­kei­ten am Stand­ort – un­ter an­de­rem beim The­ma Vi­deo­über­wa­chung.

FOTO: FLA­SCHEN­POST

Ein Fla­schen­post-Fah­rer lie­fert Ge­trän­ke in Müns­ter aus.

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