Drei To­te durch Un­fäl­le am Stau­en­de 2019

Staus sind – nicht erst seit der Um­welt­spur – ein Un­fall­ri­si­ko. Die Po­li­zei rät: Nicht schnel­ler fah­ren, als man schau­en kann.

Rheinische Post Hilden - - Düsseldorf­er Stadtpost - VON HELENE PAWLITZKI

Auf den Au­to­bah­nen im Düs­sel­dor­fer Stadt­ge­biet hat es 2019 35 Un­fäl­le ge­ge­ben, die sich am En­de ei­nes Staus er­eig­ne­ten. Da­bei wur­den ins­ge­samt 16 Per­so­nen ver­letzt – da­von ei­ne töd­lich und drei schwer. Zum Ver­gleich: Im ge­sam­ten Zu­stän­dig­keits­be­reich der Au­to­bahn­po­li­zei Düs­sel­dorf – das von Is­sel­burg an der deutsch-nie­der­län­di­schen Gren­ze über Bot­trop und Schwelm bis Heins­berg reicht – gab es 2019 577 Un­fäl­le am Stau­en­de.

Laut Frank Gru­ne­wald von der Füh­rungs­stel­le der Düs­sel­dor­fer Au­to­bahn­po­li­zei ver­tei­len sich die­se Un­fäl­le re­la­tiv gleich­mä­ßig über al­le Stre­cken. „Es kommt über­all da zu Un­fäl­len, wo es Staus gibt.“Auch klei­ne Staus rei­chen aus. Schwer­punk­te sind – we­gen häu­fi­ger Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen – ten­den­zi­ell die A46, A3, A57 und A40.

Mit­te Ja­nu­ar war es zu ei­nem schwe­ren Un­fall auf der A46 Rich­tung Neuss im Uni­ver­si­täts­tun­nel ge­kom­men. Da­bei war ein 7,5-Ton­ner von hin­ten in ei­nen Klein­wa­gen ge­fah­ren. Die Fah­re­rin des Pkw wur­de so hef­tig ein­ge­klemmt, dass sie nur durch in­ten­si­ve Be­mü­hun­gen der Feu­er­wehr be­freit wer­den konn­te. Weil sie so schwer ver­letzt war, be­han­del­te ei­ne No­t­ärz­tin sie noch im Au­to. Zeit­wei­lig konn­te Le­bens­ge­fahr nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Auf­se­hen hat­te im Zu­sam­men­hang mit die­sem Un­fall der

Face­book­post ei­nes CDU-Rats­herrn er­regt. Die­ser hat­te ge­for­dert, man sol­le den Ver­kehrs­ver­such Um­welt­spur ab­bre­chen – und da­mit sug­ge­riert, der Stau vor der Um­welt­spur sei der Grund für den Un­fall ge­we­sen. Das wies die Po­li­zei zu­rück. „Auch vor der Ein­rich­tung der Um­welt­spu­ren kam es an die­ser Stel­le zu Rück­staus“, sag­te ein Po­li­zei­ver­tre­ter da­mals im Ver­kehrs­aus­schuss. Zu­dem er­eig­ne­te sich der Un­fall erst hin­ter der Ab­fahrt Rich­tung Um­welt­spur.

Stau-En­den – ins­be­son­de­re auf Au­to­bah­nen – sind un­ab­hän­gig da­von im­mer ein Ver­kehrs­ri­si­ko. Wie schwer­wie­gend die Kon­se­quen­zen sind, kann je­doch sehr un­ter­schied­lich sein. Manch­mal blei­be es auch beim Blech­scha­den, sagt Ex­per­te Gru­ne­wald. „Ich ha­be schon er­lebt, dass sie­ben Au­tos sich in­ein­an­der ge­scho­ben ha­ben – und kein

Mensch kam zu Scha­den.“

Um Un­fäl­le am Stau­en­de mög­lichst zu ver­hin­dern, hel­fe nur ge­stei­ger­te Auf­merk­sam­keit, sagt der Po­li­zist. Au­to­fah­rer soll­ten – vor al­lem bei Stau­war­nun­gen – nur so schnell fah­ren, dass sie je­der­zeit auf Un­vor­her­ge­se­he­nes re­agie­ren könn­ten. „Das kann deut­lich lang­sa­mer als die er­laub­te Ge­schwin­dig­keit sein.“Je­de Ablen­kung – egal ob durch Han­dy, Ra­dio oder Mit­fah­rer

– ist ei­ne Ge­fahr. Ne­ben dem Blick nach vor­ne ist zu­dem wich­tig, auch den Rück­spie­le im Au­ge zu be­hal­ten. Gru­ne­wald: „Dann kann man viel­leicht dem Lkw, der sich von hin­ten mit ho­her Ge­schwin­dig­keit nä­hert, noch aus­wei­chen.“Üb­ri­gens: An­ders als frü­her ist es mitt­ler­wei­le er­laubt und emp­foh­len, an­de­re Ver­kehrs­teil­neh­mer per Warn­blin­ker auf ein Stau­en­de auf­merk­sam zu ma­chen.

FOTO: DA­VID YOUNG/DPA

Für ei­nen Lkw-Fah­rer kam Mit­te Ja­nu­ar im Uni-Tun­nel das Stau­en­de zu plötz­lich. Die Fah­re­rin des Pkw über­leb­te schwer ver­letzt.

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