„Sa­bi­ne“wir­belt NRW durch­ein­an­der

Wie kom­me ich heu­te zur Ar­beit? Wann fährt die Bahn wie­der? Und wer be­zahlt mein ka­put­tes Dach? Was Sie am Tag nach dem gro­ßen Sturm wis­sen müs­sen.

Rheinische Post Hilden - - Nordrhein-westfalen - VON SA­BI­NE DWERTMANN, MARTINA STÖ­CKER UND GE­ORG WIN­TERS

Bahn­rei­sen­de Die Bahn emp­fiehlt, Rei­sen bis Di­ens­tag zu ver­schie­ben. Man rech­ne mit grö­ße­ren Be­ein­träch­ti­gun­gen. Rei­sen­den wird ge­ra­ten, ih­re Ver­bin­dung vor Fahrt­an­tritt auf bahn.de oder in der App DB Na­vi­ga­tor zu prü­fen. Wer nicht rei­sen möch­te, der kann sei­ne Fahr­kar­te kos­ten­frei stor­nie­ren. Rei­sen­de be­kom­men zu­dem bei der Hot­li­ne un­ter 08000 99 66 33 In­for­ma­tio­nen über ak­tu­el­le Aus­wir­kun­gen des Sturm­tiefs.

Wer ein Bahn­ti­cket für den Zei­t­raum Sonn­tag bis Di­ens­tag be­sitzt, kann die­ses kos­ten­los bis zum 18.Fe­bru­ar stor­nie­ren. Das gilt laut Bahn auch für zug­ge­bun­de­ne Ti­ckets. Sitz­platz­re­ser­vie­run­gen kön­nen kos­ten­los um­ge­tauscht wer­den. Des Wei­te­ren gilt ge­ne­rell: Je­der, der im Bahn-Fern­ver­kehr min­des­tens ei­ne St­un­de ver­spä­tet an­kommt, hat ein Recht auf Ent­schä­di­gung. Die­se Re­ge­lung gilt laut ei­nes Bahn­spre­chers auch für Ver­spä­tun­gen und Aus­fäl­le auf­grund von Sturm­tief „Sa­bi­ne“.

Flug­rei­sen­de Die Flug­hä­fen in Köln und Düs­sel­dorf mel­den Dut­zen­de ab­ge­sag­te Flü­ge. Wie der Air­port Düs­sel­dorf mit­teilt, sol­len Pas­sa­gie­re, die am Mon­tag ei­ne Flug­rei­se ge­bucht ha­ben, sich vor der An­rei­se über den Sta­tus ih­res Flu­ges auf der Web­site ih­rer Air­line zu in­for­mie­ren. Eu­ro­wings ver­zich­tet auf fast al­le Flü­ge für die Dau­er des Sturm­tiefs. Pas­sa­gie­re kön­nen Ti­ckets kos­ten­frei um­bu­chen. Man rech­ne da­mit, dass der Be­trieb am spä­ten Mon­tag­vor­mit­tag wie­der auf­ge­nom­men wer­de. Da­her dürf­te es auch im Lau­fe des Ta­ges noch zu Ver­zö­ge­run­gen kom­men. Auch die Luft­han­sa rech­net mit star­ken Be­ein­träch­ti­gun­gen.

Öf­fent­li­cher Nah­ver­kehr

Die Re­gi­o­bahn hat am Sonn­tag, 17.30 Uhr, den Be­trieb der S 28 zwi­schen Mett­mann und Kaarst ein­ge­stellt. Sie wird Mon­tag wohl erst am spä­ten Mor­gen wie­der fah­ren. An­de­re Ver­kehrs­be­trie­be wie die Rhein­bahn woll­ten den Be­trieb so lan­ge wie mög­lich auf­recht­er­hal­ten. Am Sonn­tag­abend kam es aber zu ers­ten Be­hin­de­run­gen.

Au­to­fah­rer Da der Schwer­punkt des Un­wet­ters in der ers­ten Nacht­hälf­te

zu Mon­tag er­war­tet wur­de, wer­den um­ge­stürz­te Bäu­me und an­de­re Schä­den meist erst bei Ta­ges­an­bruch er­kannt, ge­mel­det und von der Feu­er­wehr be­sei­tigt. „Da­her ach­ten Sie ins­be­son­de­re am Mor­gen auf Ge­fah­ren­stel­len“, bit­tet die Feu­er­wehr Mön­chen­glad­bach. Schä­den kön­nen über den Not­ruf 112 an die Leit­stel­le der je­wei­li­gen Feu­er­wehr ge­mel­det wer­den.

Bei star­kem Wind ist de­fen­siv zu fah­ren, Ge­schwin­dig­keit zu re­du­zie­ren, bei­de Hän­de ge­hö­ren ans Lenk­rad – und „vol­le Kon­zen­tra­ti­on auf die Stra­ße“, sagt Ro­man Sut­hold vom ADAC Nord­rhein. Au­ßer­dem sol­le man län­ge­re Fahr­zei­ten ein­kal­ku­lie­ren, weil Stra­ßen blo­ckiert sein kön­nen. Wür­de das Au­to von ei­ner Böe er­fasst, sol­le man als Au­to­fah­rer kon­trol­liert ge­gen­len­ken.

Im Scha­den­fall

Sturm- und Ha­gel­schä­den sind in der Re­gel über die Wohn­ge­bäu­de- und die Haus­rat­ver­si­che­rung ge­deckt. Der Ge­bäu­de­ver­si­che­rer er­set­ze bei­spiels­wei­se die Kos­ten für ab­ge­deck­te Dä­cher, um­ge­knick­te Schorn­stei­ne oder Schä­den am Haus durch um­ge­stürz­te Bäu­me, teil­te die Gotha­er Ver­si­che­rung mit. Al­ler­dings gilt das nur ab Wind­stär­ke acht (min­des­tens 62Ki­lo­me­ter Wind­ge­schwin­dig­keit pro St­un­de). Wer Schä­den aus Stark­re­gen er­setzt be­kom­men will, braucht zu­sätz­lich ei­ne Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung. Bei Stark­re­gen fal­len 15 bis 25 Li­ter pro Qua­drat­me­ter in ei­ner St­un­de oder 20 bis 35 Li­ter in sechs St­un­den.

Wenn das Au­to et­wa durch um­her­flie­gen­de Äs­te be­schä­digt wird, zahlt die Teil­kas­ko­ver­si­che­rung. Sie re­gu­liert die Schä­den auch, wenn je­mand mit sei­nem Wa­gen ge­gen ei­nen um­stür­zen­den Baum fährt. Lag der Baum schon auf der Stra­ße, hilft nur ei­ne Voll­kas­ko-Ver­si­che­rung. Die Ver­si­che­rer ra­ten, Schä­den un­ver­züg­lich zu mel­den und mit Fo­tos zu do­ku­men­tie­ren.

Das Bun­des­amt für Be­völ­ke­rungs­schutz und Ka­ta­stro­phen­hil­fe be­tont, dass man wäh­rend und nach den Auf­räum­ar­bei­ten un­be­dingt auf sei­ne ei­ge­ne Si­cher­heit ach­ten soll­te: „Wenn ein Ge­bäu­de stark be­schä­digt ist, blei­ben Sie drau­ßen und be­tre­ten Sie es erst wie­der, wenn es von Fach­leu­ten frei­ge­ge­ben wur­de.“Das glei­che gel­te auch für stark be­schä­dig­te Dä­cher. Si­cher­heit geht vor.

Weg zur Schu­le

In vie­len Städ­ten gibt es kei­nen Un­ter­richt, so in Kle­ve, Düs­sel­dorf, Kre­feld, We­sel und Neuss. In Duis­burg ent­schei­den die Schu­len ei­gen­stän­dig, ob sie schlie­ßen. Nach ei­ner Vor­ga­be des Schul­mi­nis­te­ri­ums sind je­doch über­all Not­be­reit­schaf­ten vor Ort, die trotz­dem an­kom­men­de Schü­ler in Emp­fang neh­men. Auch vie­le städ­ti­sche Kin­der­ta­ges­stät­ten blei­ben ge­schlos­sen. Das Mi­nis­te­ri­um weist dar­auf hin, dass El­tern dar­über ent­schei­den, ob sie ihr Kind zur Schu­le schi­cken. Wie die Hoch­schu­le Nie­der­rhein mit­teil­te, sol­len an­ge­setz­te Prü­fun­gen am Mon­tag vor 12Uhr nicht statt­fin­den und nach­ge­holt wer­den.

Weg zur Ar­beit

„Grund­sätz­lich ist es so, dass der Ar­beit­neh­mer das so­ge­nann­te We­ge­ri­si­ko trägt“, er­klärt Alex­an­der Bre­der­eck, Fach­an­walt für Ar­beits­recht. Das be­deu­tet, dass Ar­beit­neh­mer selbst da­für ver­ant­wort­lich sind, recht­zei­tig bei der Ar­beit zu sein. Der ers­te Schritt sei aber im­mer, dem Ar­beit­ge­ber pro­ak­tiv an­zu­bie­ten, et­wa im Ho­me­of­fice zu ar­bei­ten – oder die ver­lo­re­ne Zeit nach­zu­ho­len, so der Fach­an­walt. mit dpa

FO­TO: DPA

In Bochum war ein Baum um- und auf ein Au­to ge­stürzt, die Feu­er­wehr zer­legt ihn.

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