Kin­der­wunsch: Bei­hil­fe soll zah­len

Rund 6000 Eu­ro ver­langt ei­ne Be­am­tin vor dem Land­ge­richt für meh­re­re Ver­su­che ei­ner künst­li­chen Be­f­ruch­tung.Die Bei­hil­fe ver­weist auf ei­ne Al­ters­gren­ze.

Rheinische Post Hilden - - Fakten & Hintergrun­d -

(wuk) Nach dem jah­re­lang un­er­füll­ten Kin­der­wunsch ei­nes Be­am­ten­paa­res soll sich jetzt die Lan­des­kas­se an meh­re­ren Ver­su­chen der künst­li­chen Be­f­ruch­tung der Ehe­leu­te mit rund 6000 Eu­ro be­tei­li­gen. Das for­dert ei­ne Duis­bur­ger Be­am­tin am kom­men­den Mon­tag, 17. Fe­bru­ar, per Kla­ge vor dem Düs­sel­dor­fer Ver­wal­tungs­ge­richt. Die Bei­hil­fe­stel­le des Lan­des hat­te ei­ne Kos­ten­über­nah­me für die Kin­der­wunsch­be­hand­lung des Paa­res ab­ge­lehnt. Zur Be­grün­dung hieß es, der in­zwi­schen pen­sio­nier­te Ehe­mann der Klä­ge­rin ha­be die vor­ge­ge­be­ne Al­ters­gren­ze von 50 Jah­ren deut­lich über­schrit­ten.

Die Klä­ge­rin, die nach Ge­richts­an­ga­ben ak­tu­ell 33 Jah­re alt ist, kann mit Ih­rem Ehe­mann ( Jahr­gang 1952) auf na­tür­li­chem We­ge kei­ne Kin­der be­kom­men. Das Paar un­ter­zog sich dar­auf­hin meh­re­ren Ver­su­chen

der künst­li­chen Be­f­ruch­tung. Da bei­de Be­am­te sind, kön­nen sie grund­sätz­lich be­an­tra­gen, dass ih­nen ein Groß­teil ärzt­li­cher Be­hand­lungs­kos­ten über die Bei­hil­fe­stel­le des Lan­des er­stat­tet wird. Das wür­de auch für ei­ne Kin­der­wunsch­be­hand­lung des Paa­res gel­ten – so­fern der Ehe­mann die vom Land vor­ge­ge­be­ne Al­ters­gren­ze von 50 Jah­ren nicht über­schrit­ten hat. Der Gat­te der Klä­ge­rin hat­te die­se Vor­ga­be be­reits 2002 über­schrit­ten, ist in­zwi­schen 67 Jah­re alt. Die Klä­ge­rin hält die vom Land ge­zo­ge­ne Al­ters­gren­ze je­doch für ver­fas­sungs­wid­rig. Be­vor sich Ver­fas­sungs­rich­ter mit dem Fall be­fas­sen, muss die Be­am­tin al­ler­dings per Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt den Ab­leh­nungs­be­scheid ge­gen die be­an­trag­te Bei­hil­fe an­fech­ten. Da­zu hat sie En­de 2017 je­ne Kla­ge ein­ge­reicht, über die jetzt ver­han­delt wird.

Un­ab­hän­gig von ei­ner Al­ters­gren­ze ha­ben sich an­de­re Ge­rich­te nach An­ga­ben des Düs­sel­dor­fer Ver­wal­tungs­ge­richts be­reits ge­gen ei­ne Kos­ten­über­nah­me des Lan­des bei künst­li­cher Be­f­ruch­tung von Be­am­ten aus­ge­spro­chen. An­fang 2012 hat der Ver­wal­tungs­ge­richt­hof Ba­den-Würt­tem­berg so­gar ge­ur­teilt, dass Bei­hil­fe­zah­lun­gen stets im Zu­sam­men­hang mit ei­nem Krank­heits­fall ste­hen müss­ten, dass Maß­nah­men ge­gen Kin­der­lo­sig­keit je­doch kei­ne Kran­ken­be­hand­lung dar­stell­ten. In NRW da­ge­gen ist die Bei­hil­fe­stel­le of­fen­bar be­reit, ei­nen Teil der Be­f­ruch­tungs­kos­ten zu über­neh­men, knüpft das al­ler­dings an ei­ne Al­ters­gren­ze. Ob das statt­haft ist oder ob die Lan­des­kas­se die Kin­der­wunsch­be­hand­lung ei­nes Be­am­ten­paa­res mit­fi­nan­zie­ren muss, ha­ben nun die Düs­sel­dor­fer Rich­ter zu ent­schei­den.

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