Fa­zit der IHK-Um­fra­ge: Kon­junk­tur ist im Kriech­gang

Rheinische Post Hilden - - Lokales -

KREIS METT­MANN (RP/köh) „Nach­dem sich die Kon­junk­tur­la­ge im Kreis Mett­mann zu­letzt auf zu­frie­den­stel­lend ho­hem Ni­veau zu sta­bi­li­sie­ren schien, star­tet die Wirt­schaft in ge­dämpf­ter Stim­mung in das Jahr 2020“, fasst IHK-Kon­junk­tur­ex­per­te Gerd H. Diest­ler das Er­geb­nis der ak­tu­el­len IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge für den Kreis Mett­mann zu­sam­men. Gut 200 Be­trie­be mit zu­sam­men rund 20.000 Be­schäf­tig­ten ha­ben sich dar­an be­tei­ligt.

„Er­neut ist nur et­wa je­der sechs­te Be­trieb un­zu­frie­den – po­si­tiv beur­tei­len hin­ge­gen nur noch 30 Pro­zent der be­frag­ten Un­ter­neh­men ih­re La­ge.“Ins­ge­samt ist das die schlech­tes­te La­ge­ein­schät­zung seit sie­ben Jah­ren. Da sich die Er­war­tun­gen für 2020 sta­bi­li­siert ha­ben, ist ak­tu­ell kei­ne Kon­junk­tur­kri­se in Sicht – aber auch kein Auf­schwung. Die wirt­schaft­li­che La­ge wer­de da­her auf ih­rem ak­tu­el­len Ni­veau ver­har­ren, so­fern die be­fürch­te­ten Ri­si­ken auch wei­ter­hin nicht ein­tre­ten.

Denn nur sechs Pro­zent al­ler Be­trie­be se­hen ak­tu­ell kei­ne be­son­de­ren Kon­junk­tur­ri­si­ken. Vor ei­nem Jahr wa­ren es noch zehn Pro­zent. In der In­dus­trie über­wie­gen die Sor­gen um die ge­ne­rel­len wirt­schafts­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen (43 Pro­zent) und um die Ar­beits­kos­ten (39 Pro­zent). Auch die au­ßen­wirt­schaft­li­chen Ri­si­ken wie der Br­ex­it, die USA-Han­dels­hemm­nis­se, die Russ­lands­ank­tio­nen, der Sy­ri­en­kon­flikt oder auch die chi­ne­si­sche Wachs­tums­schwä­che blei­ben be­ste­hen.

Dar­über hin­aus be­we­gen die Un­ter­neh­men die The­men Kli­ma­schutz, Ener­gie- und Ver­kehrs­wen­de so­wie der Gre­en Deal der neu­en EU-Kom­mis­si­on und der po­li­ti­sche Kom­pro­miss zum deut­schen Koh­le­aus­stieg mit ih­ren zu er­war­ten­den ho­hen Be­las­tun­gen für pri­va­te und ge­werb­li­che Ver­brau­cher. Und wel­che wirt­schaft­li­chen Fol­gen der nach Be­en­di­gung der Um­fra­ge er­folg­te Aus­bruch des Co­ro­na-Vi­rus aus­lö­sen wird, lässt sich ak­tu­ell noch nicht ab­schät­zen.

In­takt hin­ge­gen zeigt sich wei­ter­hin die Bin­nen­kon­junk­tur. Die Ein­kom­men sind ge­stie­gen, die Be­schäf­ti­gung so hoch wie nie, die Ar­beits­lo­sig­keit trotz Auf­wärts­trend im­mer noch ge­ring und die Zin­sen an­hal­tend nied­rig. Ent­spre­chend sta­bil ist die Kon­sum­nach­fra­ge, was vor al­lem die eher lo­kal, re­gio­nal oder al­len­falls na­tio­nal aus­ge­rich­te­ten Un­ter­neh­men po­si­tiv spü­ren. Am bes­ten schätzt er­neut die Bau­wirt­schaft ih­re Ge­schäfts­la­ge ein.

RP-ARCHIVFOTO: A. BLAZY

Die po­si­tivs­te Ein­schät­zung in der Um­fra­ge kommt re­gio­nal aus der Bau­in­dus­trie – nicht zum ers­ten Mal.

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