Lo­ve­pa­ra­de-Dra­ma im Schloss­thea­ter Mo­ers

Rheinische Post Hilden - - Kultur -

MO­ERS (aka) Die Lo­ve­pa­ra­de-Ka­ta­stro­phe hat sich ins kol­lek­ti­ve Ge­dächt­nis ein­ge­brannt: Am 24. Ju­li 2010 ge­riet die fried­li­che Tech­no-Par­ty für 21 Men­schen zur To­des­fal­le. 600 wur­den im Ge­drän­ge im Zu­gangs­be­reich ver­letzt. Fünf Mo­na­te vor dem zehn­ten Jah­res­tag bringt das Schloss­thea­ter in Mo­ers am 19. Fe­bru­ar das Re­cher­che­pro­jekt „Pa­ra­de 24/7“auf die Büh­ne. Es han­delt sich um den Ver­such, sich dem Er­eig­nis auf Ba­sis von In­ter­views, Zeu­gen­aus­sa­gen, Pro­to­kol­len und Me­dien­be­rich­ten mit thea­tra­len Mit­teln an­zu­nä­hern. Re­gie führt In­ten­dant Ul­rich Greb.

„Die ju­ris­ti­sche Au­f­ar­bei­tung der Ka­ta­stro­phe ist schwie­rig. Der Pro­zess in Düs­sel­dorf ist noch nicht ab­ge­schlos­sen“, sagt Greb. Dass die Fra­gen nach Schuld und Ver­ant­wor­tung bis zur „ab­seh­ba­ren“Ver­jäh­rung des Ver­fah­rens am 28. Ju­li 2020 ver­mut­lich un­be­ant­wor­tet blei­ben, ma­che ihn aber fas­sungs­los und sei auch An­lass für die Ins­ze­nie­rung ge­we­sen. In sei­nem Stück ge­he es nicht dar­um, ein Ab­bild der

Ge­scheh­nis­se zu zeich­nen. „Wir be­schäf­ti­gen uns viel­mehr mit Sys­tem­fra­gen. Was sagt das Un­glück über un­se­re Ge­sell­schaft aus? Wie ge­hen wir mit der Schuld um? Wir ar­bei­ten mit do­ku­men­ta­ri­schen Mit­teln.“

Am Schloss­thea­ter sei man sich des Leids der Be­trof­fe­nen be­wusst und wol­le das The­ma mit dem größt­mög­li­chen Re­spekt auf­grei­fen. Als öf­fent­lich wur­de, dass Schloss­thea­ter und Kom’ma-Thea­ter in Duis­burg Ins­ze­nie­run­gen über die Lo­ve­pa­ra­de-Ka­ta­stro­phe pla­nen, gab es hef­ti­ge Re­ak­tio­nen von­sei­ten der Be­trof­fe­nen. „Wir ha­ben das Ge­spräch ge­sucht und un­se­re Be­weg­grün­de er­klärt“, sag­te Greb. Es ge­he nicht dar­um, Men­schen zu iden­ti­fi­zie­ren, die auf der Lo­ve­pa­ra­de ge­tanzt ha­ben, son­dern um das The­ma Über­for­de­rung und Über­schät­zung. Vor der Pre­mie­re wird ei­ne ge­schlos­se­ne Vor­stel­lung für Be­trof­fe­ne und An­ge­hö­ri­ge statt­fin­den.

In­fo „Pa­ra­de 24/7“wird am 19. Fe­bru­ar, 19.30 Uhr, im Schloss Mo­ers ur­auf­ge­führt. Kar­ten­te­le­fon: 02841 8834110.

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