Plant die Stadt den gro­ßen Ge­bäu­de­ver­kauf?

Gast­stät­ten, Guts­hö­fe, Bü­ros – auf ei­ner bri­san­ten Lis­te im Rat­haus ste­hen Ver­kaufs-Vor­schlä­ge. So­gar die Rhein­ter­ras­se ist dar­un­ter.

Rheinische Post Hilden - - Düsseldorf­er Stadtpost - VON AR­NE LIEB

Ein in­ter­nes Pa­pier aus dem Be­reich von Stadt­käm­me­rin Do­ro­thée Schnei­der sorgt für Un­ru­he in der Po­li­tik. Das Amt für Ge­bäu­de­ma­nage­ment, das der Käm­me­rin un­ter­steht, lis­tet städ­ti­sche Ge­bäu­de auf, de­ren Ver­kauf sich an­geb­lich an­bie­ten wür­de – dar­un­ter be­kann­te Im­mo­bi­li­en wie die Rhein­ter­ras­se, das Kur­haus im Volks­gar­ten oder das Ge­rä­te­haus der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr in Kal­kum. Der Ver­kauf sol­cher, so heißt es, „ent­behr­li­chen“Ob­jek­te sol­le Geld in die Stadt­kas­se brin­gen und lau­fen­de Kos­ten ver­mei­den. Po­li­tisch birgt die Lis­te viel Zünd­stoff.

Das Do­ku­ment wur­de ver­sen­det vor ei­ner Sit­zung der so­ge­nann­ten Ver­wal­tungs­kon­fe­renz, dem wö­chent­li­chen Tref­fen der Spit­zen­be­am­ten im Rat­haus. Käm­me­rin Schnei­der hat die auf En­de Ja­nu­ar da­tier­te Vor­la­ge al­ler­dings zu­rück­ge­zo­gen. Of­fen­bar war sie mit dem In­halt nicht ein­ver­stan­den. Schnei­der soll be­to­nen, dass es sich nur um ei­ne sys­te­ma­ti­sche Über­prü­fung des Ge­bäu­de­be­stands han­de­le, oh­ne dass Fra­gen wie ein Ver­kauf dis­ku­tiert wor­den sei­en – die For­mu­lie­run­gen in dem Pa­pier sei­en miss­ver­ständ­lich. Schnei­der woll­te auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on mit Blick auf die Ver­trau­lich­keit der Vor­gän­ge kei­ne Stel­lung neh­men.

Die Ver­wal­tungs­spit­ze hat­te of­fen­bar den Auf­trag er­teilt, Vor­schlä­ge für ei­ne „Op­ti­mie­rung“des Ge­bäu­de­be­stands zu ma­chen. Das Amt soll­te dem­nach Ge­bäu­de auf­lis­ten, die nicht mehr für städ­ti­sche Auf­ga­ben – al­so et­wa als Stand­ort für ein Amt – be­nö­tigt wer­den. In der Vor­la­ge steht, an­schlie­ßend sol­le das Lie­gen­schafts­amt die „Ver­mark­tung“über­neh­men. Be­kannt ist, dass Schnei­der sich vor­ge­nom­men hat, die Im­mo­bi­li­en der Stadt sys­te­ma­tisch zu er­fas­sen.

Po­li­tisch ist die Lis­te in vie­ler Hin­sicht bri­sant. Nicht nur, dass die Po­li­tik zu­min­dest bei den grö­ße­ren Ge­bäu­de­ver­käu­fen be­tei­ligt wer­den müss­te. Das Ver­sil­bern von städ­ti­schen Im­mo­bi­li­en ist grund­sätz­lich um­strit­ten: We­gen der ho­hen Kauf­prei­se

kommt auch die Stadt schwer an neue Ob­jek­te. Wenn Stand­or­te frei wer­den, soll da­her zu­nächst ge­schaut wer­den, ob et­wa ei­ne So­zi­a­lo­der Kul­tur­ein­rich­tung un­ter­ge­bracht wer­den kann.

Auf der Lis­te be­fin­den ne­ben ei­ni­gen öf­fent­lich be­kann­ten Ver­kaufs­pro­jek­ten 19 Im­mo­bi­li­en, de­ren Ver­mark­tung noch nicht in die We­ge ge­lei­tet sei, dar­un­ter Wohn- und Ge­wer­be­häu­ser, aber auch Gast­stät­ten und Guts­hö­fe. Die Stadt prüft dem­nach un­ter an­de­rem ei­nen Ver­kauf des be­rühm­ten Ver­an­stal­tungs­saals Rhein­ter­ras­se, der erst kürz­lich im Fo­kus stand, weil die Kar­ne­vals­ver­ei­ne zu ho­he Mie­ten be­klag­ten. Ei­nen Ver­kauf die­ser Im­mo­bi­lie soll Käm­me­rin Schnei­der als ab­we­gig zu­rück­ge­wie­sen ha­ben. Auch das Ball­haus Nord­park, das Kur­haus am Volks­gar­ten oder die Tra­di­ti­ons­gast­stät­te „En de Ehd“in Vol­mers­werth

könn­ten laut Lis­te ab­ge­sto­ßen wer­den.

Das meis­te Geld ver­spricht der – be­reits öf­fent­lich an­ge­kün­dig­te – Ver­kauf der Grund­stü­cke an der Brinck­mann­stra­ße, auf de­nen sich das Tech­ni­sche Rat­haus be­fin­det. Die rund 2000 Mit­ar­bei­ter sol­len in ei­ni­gen Jah­ren in ei­nen Neu­bau nach Ober­bilk zie­hen.

Im Me­di­en­ha­fen könn­te die Stadt aus Sicht der Prü­fer das Ge­wer­be­haus

FO­TOS: ENDERMANN, ORTHEN, PRI­VAT(2) | GRAFIK: FERL

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