Mann mit Über­zeu­gungs­kraft

Vor knapp zwei Wo­chen hat Uwe Rös­ler das Trai­ner­amt bei Fortu­na über­nom­men. Der ers­te Ein­druck ist durch­weg po­si­tiv.

Rheinische Post Hilden - - Düsseldorf­er Sport - VON PATRICK SCHE­RER

Gro­ße Fuß­stap­fen, sei­en es, in die er bei Fortu­na zu tre­ten ha­be, er­klär­te Uwe Rös­ler bei sei­ner Vor­stel­lung. Die Spu­ren hat Fried­helm Fun­kel hin­ter­las­sen – der im Ver­ein und bei den Fans glei­cher­ma­ßen

„Wir müs­sen uns hin­ter kei­nem ver­ste­cken“

Uwe Rös­ler Fortu­na-Trai­ner

be­lieb­te Trai­ner, der vor­zei­tig ge­hen muss­te. Knapp zwei Wo­chen ist das nun her. Das sport­li­che Zwi­schen­fa­zit lau­tet: drei Spie­le, kei­ne Nie­der­la­ge, ein Sieg, zwei Un­ent­schie­den. Mit die­sen Er­geb­nis­sen und sei­ner Art au­ßer­halb des Plat­zes hat sich Rös­ler ei­nen po­si­ti­ven Er­stein­druck er­ar­bei­tet.

Nicht we­ni­ge mal­ten tief schwarz, als Fun­kel von sei­nen Auf­ga­ben als Chef­trai­ner frei­ge­stellt wur­de. Al­lein schon des­halb, weil je­der Nach­fol­ger Fun­kels doch de­fi­ni­tiv schei­tern müs­se – egal wie er auch hei­ßen mag. Der Mann, der sich die­ser Auf­ga­be an­nahm, weil er für sich selbst den­noch ei­ne Chan­ce sah und sieht, näm­lich zum ers­ten Mal als Trai­ner in der Bun­des­li­ga an der Sei­te zu ste­hen, heißt Uwe Rös­ler.

Und die Ver­eins­ver­ant­wort­li­chen ba­ten dann auch Fans, Um­feld und

Me­di­en aus­drück­lich dar­um, dem Neu­en doch bit­te ei­ne fai­re Chan­ce zu ge­ben – un­ab­hän­gig von der in Stil und Form kri­ti­sier­ten Be­en­di­gung der knapp vier­jäh­ri­gen Fun­kel-Ära.

Rös­ler ist sich wei­ter be­wusst, dass der Schat­ten Fun­kels ein lan­ger ist und ak­zep­tiert ihn, an­statt hoff­nungs­los ge­gen ihn an­zu­kämp­fen. Er zieht seit zwölf Ta­gen ein­fach sein ganz ei­ge­nes Ding durch – und ge­winnt da­mit Re­spekt.

Die wich­tigs­te Er­kennt­nis für ihn war, dass er ei­ne völ­lig in­tak­te und wil­li­ge Mann­schaft vor­ge­fun­den hat. Das Team nahm wiss­be­gie­rig das neue 3-5-2-Sys­tem auf, ver­in­ner­lich­te in be­mer­kens­wert kur­zer Zeit die neu­en Pres­sing­zo­nen und die neu­en Ab­läu­fe im Spiel. Es sieht da­nach aus – und es ist auch zwi­schen den Zei­len bei den Spie­lern zu hö­ren –, dass die For­tu­nen auf dem Ra­sen Spaß am et­was for­sche­ren Auf­tre­ten ha­ben. „Es hat so viel Bock ge­macht wie lan­ge nicht mehr“, sag­te zum Bei­spiel Al­f­re­do Mora­les nach dem 1:1 ge­gen Ein­tracht Frank­furt.

Die­se mu­ti­ge Fortu­na, die auch in Wolfs­burg im ers­ten Durch­gang so agier­te, als wä­ren sie ganz selbst­ver­ständ­lich ein eben­bür­ti­ger Geg­ner ei­nes Eu­ro­pa-Le­ague-Teil­neh­mers hat na­tür­lich wie­der­um auch ei­ne Si­gnal­wir­kung auf die An­hän­ger­schaft. Und die Fans neh­men die Rös­ler’sche Fortu­na wohl­wol­lend an. Das ge­fühl­te Stim­mungs­bild: Der neue Trai­ner bringt fri­schen Wind, der Klas­sen­er­halt ist mög­lich.

Der Neue mach­te sich da­bei na­tür­lich auch den viel zi­tier­ten Trai­ner­ef­fekt zu Nut­ze, den Rös­ler bei sei­ner Vor­stel­lung so an­kün­dig­te:

„Wenn ein neu­er Trai­ner kommt, setzt das En­er­gi­en frei. Spie­ler, die nicht so oft ge­spielt ha­ben, ha­ben neue Hoff­nung. Das wirkt sich po­si­tiv aufs Trai­ning aus.“

Als Sinn­bild die­nen da­bei die drei of­fen­siv aus­ge­rich­te­ten Gha­na­er im Ka­der. Na­na Am­po­mah trumpf­te – ge­nau wie Kel­vin Ofo­ri – im Po­kal groß auf und traf. Ber­nard Tek­pe­tey durf­te ge­gen Wolfs­burg das ers­te Mal 2020 in ei­nem Pflicht­spiel auf den Ra­sen. Er agier­te sehr or­dent­lich und be­rei­te­te das 1:0 mit ei­nem tol­len Pass vor – es war sei­ne ers­te Tor­be­tei­li­gung in die­ser Sai­son.

Rös­ler nimmt das al­les wohl­wol­lend war, strahlt po­si­ti­ve Ener­gie aus und be­stärkt sei­ne Spie­ler in ih­rer Über­zeu­gung, Spie­le ge­win­nen und die Klas­se hal­ten zu kön­nen: „Wir müs­sen uns hin­ter kei­nem ver­ste­cken.“Macht er ja schließ­lich auch nicht.

FO­TO: DPA

Freund gro­ßer Ges­ten: Uwe Rös­ler beim Spiel in Wolfs­burg.

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