Merz will CDU-Chef wer­den

Rheinische Post Hilden - - Vorderseit­e -

BERLIN (kd) Zwei Ta­ge nach der über­ra­schen­den Rück­zugs­an­kün­di­gung der CDU-Vor­sit­zen­den An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er hat der Macht­kampf um ih­re Nach­fol­ge be­gon­nen. Der frü­he­re Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz, der Kramp-Kar­ren­bau­er bei der Vor­stands­wahl im De­zem­ber 2018 nur knapp un­ter­le­gen war, sei ent­schlos­sen, er­neut für den Chef­pos­ten zu kan­di­die­ren – not­falls auch wie­der in ei­ner Kampf­kan­di­da­tur. Das er­fuhr un­se­re Redaktion aus dem Um­feld von Merz in Berlin. Fer­ner hieß es, Merz sei of­fen für ei­ne Mit­glie­der­be­fra­gung, aber nicht für ei­nen bin­den­den Mit­glie­der­ent­scheid.

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn, der da­mals ge­gen Merz und Kramp-Kar­ren­bau­er an­ge­tre­ten war, hat­te zu­vor er­klärt, er ha­be im­mer ge­sagt, er sei zur Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung be­reit – in wel­cher Form, müs­se in Ru­he be­spro­chen wer­den. NRW-Mi­nis­ter­prä­si­dent Ar­min La­schet, der als aus­sichts­rei­cher Kan­di­dat gilt, äu­ßer­te sich zu­nächst nicht. Kramp-Kar­ren­bau­er will nächs­te Wo­che mit den mög­li­chen Kan­di­da­ten Ge­sprä­che füh­ren. Zu­vor will sie mit CSU-Chef Mar­kus Sö­der über den Klä­rungs­pro­zess be­ra­ten. Ein­ge­bun­den ist auch Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel. In der De­bat­te über die nächs­te Kanz­ler­kan­di­da­tur der Uni­on hat Sö­der mehr­fach be­tont, dass sein Platz in Bay­ern und nicht in Berlin sei. Für den Fall ei­ner schnel­len Ent­schei­dung könn­te es ei­nen CDU-Son­der­par­tei­tag im Mai ge­ben.

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