Ein biss­chen Frie­den bei Ce­co­no­my

Rheinische Post Hilden - - Wirtschaft - VON GE­ORG WINTERS

Die­ter Kel­ler­hals will nun doch nicht in den Auf­sichts­rat des Elek­tro­nik­händ­lers.

DÜSSELDORF Dem Elek­tro­nik­händ­ler Ce­co­no­my ist am Mitt­woch bei der Haupt­ver­samm­lung ei­ne Kampf­ab­stim­mung um ei­nen Sitz im Auf­sichts­rat er­spart ge­blie­ben. Die Con­ver­gen­ta Gm­bH, die Min­der­heits­ge­sell­schaf­ter der Ce­co­no­my-Toch­ter Me­dia-Sa­turn ist, zog ih­ren An­trag zu­rück, Jür­gen Kel­ler­hals in das Ce­co­no­my-Kon­troll­gre­mi­um zu wäh­len. Ei­ne Be­grün­dung da­für gab es nicht. Kel­ler­hals, Sohn des Me­dia-Markt-Mit­grün­ders Erich Kel­ler­hals, soll­te statt des Fre­e­net-Chefs Chris­toph Vil­lan­ek in den Auf­sichts­rat ein­zie­hen. Den hat­te Con­ver­gen­ta im Ver­dacht, aus sei­ner Rol­le Vor­tei­le für Fre­e­net zu zie­hen (Fre­e­net hält neun Pro­zent an Ce­co­no­my).

Ein biss­chen Frie­den al­so bei Ce­co­no­my. Ab­seits die­ser Per­so­nal­de­bat­te

wur­de bei der Haupt­ver­samm­lung er­neut über die Sinn­haf­tig­keit der Kon­zern­struk­tur dis­ku­tiert. Me­dia-Sa­turn ist die größ­te Be­tei­li­gung von Ce­co­no­my (79 Pro­zent der An­tei­le) und macht fak­tisch fast das voll­stän­di­ge Kon­zern­ge­schäft aus. Die Fra­ge, wie man bei­de Ge­sell­schaf­ten zu­sam­men­füh­ren könn­te, ist nur schwer zu be­ant­wor­ten.

Ei­ne Mög­lich­keit wä­re es, der Con­ver­gen­ta (in der die An­tei­le der Fa­mi­lie Kel­ler­hals ge­bün­delt sind) ihr Pa­ket von gut 21 Pro­zent ab­zu­kau­fen; da­für müss­te der Käu­fer aber min­des­tens ei­ne hal­be Mil­li­ar­de Eu­ro zah­len.

Die Ak­tio­nä­re je­den­falls sind un­zu­frie­den mit der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on, auch weil sie zwei­mal hin­ter­ein­an­der auf ei­ne Di­vi­den­de ver­zich­ten muss­ten. Vor­stands­chef Bern­hard Dütt­mann, der nur noch bis Ok­to­ber be­ru­fen ist, aber mög­li­cher­wei­se län­ger blei­ben wird, sag­te das, was er sa­gen muss­te: „Wir stre­ben grund­sätz­lich an, in Zu­kunft wie­der ei­ne Di­vi­den­de zu zah­len.“

Wann und wie viel, hängt letzt­lich da­von ab, wie er­folg­reich die Um­set­zung der Stra­te­gie läuft. Ein Up­date da­zu soll es am 26. März ge­ben, nach­dem Ce­co­no­my in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten vor al­lem an Ef­fi­zi­enz

und Kos­ten ge­ar­bei­tet hat, um die Ver­säum­nis­se der Ver­gan­gen­heit auf­zu­ar­bei­ten. Al­lein die Ein­mal­zah­lun­gen an die Ex-Vor­stän­de Jörn Wer­ner, Pie­ter Haas, Mark Fre­se und Die­ter Haag Mol­ken­tel­ler, die den Kon­zern al­le­samt ver­las­sen ha­ben, be­tra­gen zu­sam­men­ge­rech­net mehr als 21 Mil­lio­nen Eu­ro.

Was Wer­ner heu­te macht? Spe­ku­la­tio­nen zu­fol­ge ist er un­ter an­de­rem für den Fi­nanz­in­ves­tor Apax tä­tig. Was vor al­lem dann bri­sant wä­re, wenn ein wei­te­res bis­her un­be­stä­tig­tes Ge­rücht stim­men wür­de – näm­lich dass Apax In­ter­es­se an Ce­co­no­my si­gna­li­siert hat. Der Han­del ist ei­ner der Schwer­punk­te von Apax, das un­ter an­de­rem an dem Tex­til-Dis­coun­ter Tak­ko be­tei­ligt ist. Die­ses In­vest­ment steht an­geb­lich auf der Ver­kaufs­lis­te. Apax soll die US-Bank Gold­man Sachs mit dem Ver­kauf be­auf­tragt ha­ben.

FO­TO: DPA

Ce­co­no­my-Chef Bern­hard Dütt­mann

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