Von der Ley­en räumt Feh­ler ein

Die Ex-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin hat vor dem Bun­des­tag zur Be­ra­te­raf­fä­re aus­ge­sagt.

Rheinische Post Hilden - - Politik - VON JAN DREBES

BER­LIN Das me­dia­le Auf­ge­bot ist groß, als Ur­su­la von der Ley­en (CDU) um halb zwei am Don­ners­tag­nach­mit­tag im Saal des Un­ter­su­chungs­aus­schus­ses an­kommt. Vie­le St­un­den wird sie den Ab­ge­ord­ne­ten dort Re­de und Ant­wort ste­hen müs­sen. Sie brei­tet nur ein paar hand­schrift­li­che No­ti­zen vor sich aus, wo­hin­ge­gen an­de­re Zeu­gen schon mal mit Ak­ten­ord­nern und aus­for­mu­lier­ten State­ments an­rück­ten.

Da­bei sind die An­wür­fe kein Pap­pen­stiel, sie sind ei­ner der we­ni­gen Ma­kel in von der Ley­ens bis­he­ri­ger Kar­rie­re. Es geht um den Vor­wurf der Vet­tern­wirt­schaft. Um un­lau­te­re Auf­trags­ver­ga­ben in Mil­lio­nen­hö­he an frü­he­re Kol­le­gen der da­ma­li­gen Staats­se­kre­tä­rin Ka­trin Su­der, die von der Ley­en vom Be­ra­tungs­un­ter­neh­men McKin­sey ge­holt hat­te. Was wuss­te die Mi­nis­te­rin da­von, dass Weg­be­glei­ter Su­ders in ih­rem Res­sort ein- und aus­gin­gen, den Vor­wür­fen zu­fol­ge so­gar Ein­fluss auf die Auf­trags­ver­ga­be neh­men konn­ten? Und war­um setz­te die Mi­nis­te­rin über­haupt so stark auf ex­ter­nen Sach­ver­stand, statt den rie­si­gen Be­am­ten­ap­pa­rat des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums zu nut­zen?

Von der Ley­en, mitt­ler­wei­le EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin, ist Voll­pro­fi, lässt sich nicht aus der Ru­he brin­gen. Sie zeich­net vor den Fra­ge­run­den ein Bild der da­ma­li­gen Si­cher­heits­la­ge, die ei­nen Um­bau der Bundeswehr nö­tig mach­te. Wachs­tum statt Schrumpf­kur, mehr Ver­ant­wor­tung in der Na­to, mehr in­ter­na­tio­na­le Kri­sen. Sie, so der Te­nor,

ha­be die Bundeswehr umgekrempe­lt, erst­mals wich­ti­ge Tei­le di­gi­ta­li­siert. „Wir brauch­ten Hil­fe von au­ßen“, sagt sie. Beim Um­steu­ern ha­be die Bundeswehr „viel Gu­tes ge­leis­tet. Aber in der be­acht­li­chen Auf­bau­leis­tung sind auch Feh­ler pas­siert.“Kri­tik an Su­der? Die äu­ßert von der Ley­en nicht. Im Ge­gen­teil. Su­der ha­be ih­re Auf­ga­ben mit „Bra­vour und Bril­lanz“be­ar­bei­tet. Feh­ler in den Ver­ga­be­ver­fah­ren sei­en auf an­de­ren Hier­ar­chie­ebe­nen ge­macht wor­den. „Be­trof­fen­heit“ha­be sie ge­spürt, so von der Ley­en über die Zeit, als die Miss­stän­de zu ihr vor­dran­gen. Doch man ha­be Ge­gen­maß­nah­men er­grif­fen, um Feh­ler ab­zu­stel­len. Und ih­re Han­dys, die mitt­ler­wei­le ge­löscht sind? Auf de­nen ha­be sich nichts be­fun­den, was für die Un­ter­su­chung re­le­vant ge­we­sen wä­re, gibt sie zu Pro­to­koll.

Fa­zit: Nach ei­nem Jahr Aus­schuss­ar­beit mit 4000 Ak­ten und 40 Ver­neh­mun­gen soll von der Ley­en die letz­te Zeu­gin ge­we­sen sein. Der Er­kennt­nis­ge­winn hielt sich nach ih­rem Auf­tritt je­doch in Gren­zen.

FOTO: DPA

Ur­su­la von der Ley­en vor dem Un­ter­su­chungs­aus­schuss.

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