Zwei­te Asym­me­trie

Co­ro­na­vi­rus

Rheinische Post Hilden - - Leserbrief­e -

Zu „Ri­si­ko!“(RP vom 1. Fe­bru­ar): Herr Go­ertz be­schreibt sehr gut die „Asym­me­trie der Wahr­neh­mung“bei der Re­ak­ti­on auf die Ge­fähr­lich­keit des Vi­rus. Da­bei wird für mich noch ei­ne zwei­te Asym­me­trie sicht­bar. Es wird stets be­tont, dass welt­weit al­les nur Men­schen­mög­li­che ge­tan wird, um Men­schen­le­ben zu ret­ten. Kei­ne Kos­ten und Mü­hen wer­den ge­scheut, um wei­te­re In­fek­tio­nen zu ver­hin­dern. Das macht ein gu­tes Ge­fühl. Es wird sich ge­küm­mert, ein Men­schen­le­ben hat ei­nen ho­hen Wert. Was aber ist mit den Men­schen­le­ben, die durch den Ein­satz von Gif­ten in der Pro­duk­ti­on von Klei­dung, Schnitt­blu­men, Baum­wol­le etc. aufs Spiel ge­setzt wer­den, um Pro­fi­te zu ma­xi­mie­ren? Was ist mit den Men­schen, die auf dem Meer er­trin­ken, und die nicht ge­ret­tet wer­den dür­fen? Der mu­ti­gen Ka­pi­tä­nin Ca­ro­la Ra­cke­te droh­te Stra­fe, weil sie ge­nau das ge­tan hat. Da mu­tet der hy­per­ak­ti­ve Um­gang mit dem Co­ro­na­vi­rus an wie ei­ne Wer­be­kam­pa­gne für den My­thos: „Je­des Men­schen­le­ben hat höchs­te Prio­ri­tät.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.