Frisch ver­ur­teil­ter La­den­dieb lang­te gleich wie­der zu – Haft

Rheinische Post Hilden - - Düsseldorf­er Stadtpost -

(wuk) Als La­den­dieb hat ein 26-Jäh­ri­ger in die­ser Wo­che den Tur­bo-Gang ein­ge­legt. Am Mon­tag­vor­mit­tag war er we­gen Dieb­stahls zu 900 Eu­ro Stra­fe ver­ur­teilt und auf frei­en Fuß ge­setzt wor­den. Doch das hat ihn nur kurz be­ein­druckt. Denn nur zehn St­un­den spä­ter griff der Mann in ei­nem Su­per­markt am Fürs­ten­wall wie­der zu. Sechs Bier und vier Scho­ko­la­den-Rie­gel für 8,99 Eu­ro ließ er mit­ge­hen, wur­de er­wischt – und kam da­für am Frei­tag zum zwei­ten Mal vor den Rich­ter.

Ju­ris­ten nen­nen das ei­ne ho­he „Rück­fall­ge­schwin­dig­keit“. Am

Mon­tag aus der U-Haft ent­las­sen, ha­be er kein Geld ge­habt, um Bier und Scho­ko­la­de zu be­zah­len, ließ er den Amts­rich­ter nun wis­sen. Und weil sich der 26-Jäh­ri­ge ge­gen sei­ne Fest­nah­me ge­wehrt hat­te, kam ei­ne ver­such­te Nö­ti­gung da­zu. Grund ge­nug für den Rich­ter, ei­nen psych­ia­tri­schen Gut­ach­ter bei­zu­zie­hen, doch der sah kei­ne Hin­wei­se auf ei­ne ein­ge­schränk­te oder gar auf­ge­ho­be­ne Schuld­fä­hig­keit. Im Er­geb­nis ging der Dau­men des Rich­ters nach un­ten. Er schick­te den La­den­dieb für drei Mo­na­te in Haft – oh­ne Be­wäh­rung.

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