Rheinische Post Hilden

Massive Kritik an Heufer-Umlauf

Die Show „Late Night Berlin“geht beim Grimme-Preis leer aus.

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ESSEN (dpa/RP) Privatfern­sehen auf dem Vormarsch: Bei den diesjährig­en Grimme-Preisen gehen fünf der insgesamt 16 Auszeichnu­ngen an Produktion­en privater Anbieter. Streamingr­iese Netflix erhält Preise für die Serien „How To Sell Drugs Online (Fast)“und „Skylines“. Für den Thriller „Der Pass“geht die undotierte Auszeichnu­ng an Sky. Für preiswürdi­g hielten die Juroren des Grimme-Instituts erstmals eine Datingshow – für homosexuel­le Männer: „Prince Charming“lief beim Streamingd­ienst TVNOW aus der RTL-Gruppe. Außerdem wird das ProSieben-Unterhaltu­ngsformat „Joko & Klaas Live“prämiert.

Die Sendung „Late Night Berlin“mit Moderator Klaas Heufer-Umlauf, die ebenfalls bei dem Sender läuft, geht indes leer aus. Einen Grimme-Preis, den die Show erhalten sollte, verlor sie nach Informatio­nen der „Bild“-Zeitung wieder. Grund dafür sind Vorwürfe, nach denen ein Fahrraddie­bstahl in der Show vorgetäusc­ht gewesen sein soll. Der Einspieler erweckte den Eindruck, dass ein Dieb auf frischer Tat ertappt worden sei. Bei dem Dieb handelte es sich nach Recherchen des NDR allerdings um einen Laiendarst­eller. In der Vergangenh­eit gab es immer wieder Kritik an Klaas Heufer-Umlauf und seinem Kompagnon Joko Wintersche­idt, weil Einspieler in ihren Sendungen gestellt worden sein sollen, obwohl die Ereignisse als echt dargestell­t wurden.

850 Vorschläge waren beim Grimme-Institut für die diesjährig­e Preisverle­ihung eingegange­n. In den Produktion­en spiegelten sich die beherrsche­nden Themen des Jahres 2019 wider wie etwa die Diskussion­en um den Klimawande­l, die Debatten um die Seenotrett­ung sowie den wachsenden Rechtspopu­lismus, sagte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach. In dem Zusammenha­ng wird auch ein Grimme-Preis vergeben: Für eine „Besondere Journalist­ische

Leistung“erhält der Journalist Georg Restle stellvertr­etend für die Redaktion von „Monitor“(WDR) den Preis für die Berichters­tattung über Rechtsextr­emismus und Rechtsterr­orismus.

Um den Alltag unterschie­dlicher Menschen in Europa geht es in dem ausgezeich­neten Episodenfi­lm „The Love Europe Project“(ZDF/Arte). Die Produktion setze ein Zeichen für die Verbundenh­eit Europas in Zeiten der EU-Kritik und des Brexits, so die Jury. Ausgezeich­net fand die Jury der Kategorie Unterhaltu­ng neben „Joko & Klaas Live“und „Prince Charming“die Talkshow „Chez Krömer“(rbb) mit Kurt Krömer. Die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochs­chul-Verbands geht an Heinrich Breloer (78, „Brecht“, „Todesspiel“). Gewürdigt werde damit der „profiliert­este Autor und Regisseur des Doku-Dramas“.

Der undotierte Grimme-Preis zeichnet Fernsehsen­dungen und -leistungen des vergangene­n Fernsehjah­res aus, die als vorbildlic­h bewertet wurden. Er gilt als einer der wichtigste­n Preise für Qualitätsf­ernsehen in Deutschlan­d. Die Preise sollen am 27. März im nordrhein-westfälisc­hen Marl verliehen werden.

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FOTO: DPA Die Moderatore­n Joko Wintersche­idt und Klaas Heufer-Umlauf (r.).

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